Publiziert

Erste-Hilfe-VideoSo sexy kann Lebenretten sein

Der Werbespot eines deutschen Samaritervereins hat auf Facebook eine hitzige Diskussion entfacht. Manche Nutzer kritisieren das Video als sexistisch.

von
ij

In einer Parodie auf Musikvideos zeigt der Arbeiter-Samariter-Verbund das richtige Verhalten im Notfall. (Quelle: Youtube / ASB Deutschland)

In Unterwäsche, einem Tutu oder knappem Glitzerkleid zeigen Erste-Hilfe-Ladys in einem Video auf Facebook, wie man einen Defibrillator benutzt, eine Herzmassage macht oder jemanden beatmet.

«In Deutschland leisten vergleichsweise wenige Menschen Erste Hilfe. Dem wollen wir abhelfen», schreibt der für das Video verantwortliche Arbeiter-Samariter-Bund aus Köln auf Facebook. Man wolle über einen neuen Weg lebensrettende Botschaften verbreiten.

Facebook-Mitglieder kritisieren das Video nun als sexistisch, berichtet «Bild».

«‹Sex sells› oder was soll das?»

«Unsagbar peinlich und sexistisch! Ist das der hilflose Versuch, so für mehr soziales Engagement zu sorgen? ‹Sex sells› oder was soll das?», schreibt eine Nutzerin. «Sexistisch und frauenfeindlich» und «Mit Sexismus gegen Erste-Hilfe-Müdigkeit? Wenn ich als Frau so rumlaufen muss, um Erste Hilfe leisten zu können, dann lass ich das lieber. Wen wollt ihr denn mit so einem Filmchen ansprechen?», lauten weitere Kommentare.

Anderen gefällt die Idee. «Find ich super, ohne Erste Hilfe in kritischen Situationen wäre mancher nicht mehr am Leben», kommentiert ein Nutzer. «Also ich finds gut. Sinn und Zweck sind mehr als erfüllt. Hätte der ASB ein Video hochgeladen, in dem normal-aussehende Retter anhand von Puppen erklären, was ein Defi ist, geschweige denn, welche Nummer man bei einem Notfall wählt, hätten es viel weniger Menschen angeschaut», schreibt eine Frau. Über 1200 Facebook-Mitglieder haben den Film, der über 443'000-mal angeklickt wurde, schon kommentiert.

Auch der Samariterverein kontert die Kritik. «Natürlich ist das Video nicht völlig ernst gemeint. Wir wollten darauf aufmerksam machen, das Erste Hilfe leicht zu lernen ist. Das Video soll in keiner Weise Menschen oder Menschengruppen herabwürdigen», schreibt der ASB auf Facebook. Man habe mit einem Augenzwinkern auf das Anliegen hinweisen wollen. Grundlage des Filmes seien bekannte Musikvideos. Der Werbespot imitiere deren Bildsprache.

Das Video ist eine Parodie auf die Musikvideos von Meghan Trainor, Robin Thicke und Taylor Swift.

Deine Meinung