Die Mobile-Studie zeigts: So sicher sind iPhone, Android, BlackBerry & Co.
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Die Mobile-Studie zeigtsSo sicher sind iPhone, Android, BlackBerry & Co.

Kaufen Unternehmen Smartphones für ihre Mitarbeiter, ist die Sicherheit das Killer-Kriterium. Bei den mobilen Betriebssystemen gibt es aber grosse Unterschiede. Nur ein System überzeugt durchs Band.

von
owi
BlackBerry 7 erreicht mit 2.89 Punkten den höchsten durchschnittlichen Sicherheitswert im Test von Trend Micro: Auf den Rängen folgen iOS 5 (1.70), Windows Phone 7.5 (1.61) und Android 2.3 (1.37).

BlackBerry 7 erreicht mit 2.89 Punkten den höchsten durchschnittlichen Sicherheitswert im Test von Trend Micro: Auf den Rängen folgen iOS 5 (1.70), Windows Phone 7.5 (1.61) und Android 2.3 (1.37).

Lange waren private Smartphones am Arbeitsplatz tabu. Vor allem die IT-Abteilungen von Grossfirmen wehren sich mit Händen und Füssen gegen private Geräte, die ans Firmennetzwerk andocken. Zu gross ist die Furcht vor Viren und Trojanern, die Geschäftsgeheimnisse abzügeln oder Daten vernichten.

Seit das iPhone und Android-Geräte die Welt erobern, hat aber auch bei Grosskonzernen ein Sinneswandel eingesetzt. Immer mehr Chefs machten Druck auf die IT-Sicherheitsleute, weil sie nicht länger auf ihre persönlichen Handys verzichten wollten. Das schlagende Argument: Man arbeite produktiver auf neusten Geräten, mit denen man sich wohl fühle. So können etwa Angestellte bei Swisscom inzwischen offiziell ihre Geräte mit Firmenmails, -terminen und -kontakten synchronisieren und von zuhause aus über einen virtuellen Arbeitsplatz aufs Firmennetz zugreifen, wie 20 Minuten im Dezember 2011 berichtete.

BlackBerry bleibt die erste Wahl

Für die Firmen – noch weit mehr als für Private – stellt sich die Frage, welches Mobile-Betriebssystem das sicherste ist. Einen klaren Sieger kennt die Studie der japanischen Sicherheitsfirma Trend Micro. Das Unternehmen ist unter anderem für den Virenschutz von Hotmail zuständig. Die Sicherheits-Experten haben die verbreiteten Smartphone-Systeme Android, BlackBerry, iOS (iPhone, iPad) und Windows Phone verglichen.

Klassenprimus ist wenig überraschend BlackBerry des kanadischen Smartphone-Pioniers Research in Motion (RIM). Die Brombeere sei bezüglich Sicherheit als einziges Mobile-Betriebssystem wirklich ausgereift, schreiben die Studien-Autoren. Als einziges System erzielte BlackBerry 7 in allen untersuchten Sicherheits-Kategorien gute Noten (siehe Bild).

BlackBerrys, die für das Lesen und Schreiben von E-Mails optimiert wurden, geniessen seit Jahren einen guten Ruf in der Geschäftswelt. Sämtliche Nachrichten oder Termine werden in komprimierter Form über die sicheren BlackBerry-Server geschleust und in Echtzeit synchronisiert. Zusätzlich lassen sich beispielsweise Preis- oder Lagerinformationen direkt aus dem Firmennetzwerk abrufen.

iOS und Windows Phone gleichauf

Deutlich hinter BlackBerry rangieren Apple und Microsoft im Business-Einsatz fast auf Augenhöhe. Windows Phone 7.5 (Mango) und iOS 5 punkten vor allem als stark abgeschottete Mobile-Systeme, die sogenannter Malware kaum Angriffsfläche bieten. Beide Unternehmen hätten strikte Qualitätsvorgaben für die Entwickler von Apps eingeführt, die insbesondere die Sicherheit betreffen, schreibt Trend Micro. So können nur geprüfte Apps auf iOS oder Windows Phone installiert werden.

Das Problem für Firmen umreissen die Studien-Autoren wie folgt: «In der BlackBerry-Welt haben die IT-Administratoren die volle Kontrolle über das Gerät, während beim iPhone der Administrator ein paar Dinge konfigurieren kann, aber nur, wenn der Anwender dem Administrator die Rechte eingeräumt hat.» Die Studie zeigt im Weiteren, dass es für Windows Phone so gut wie keine Schädlinge gibt, da das junge Betriebssystem einen geringen Marktanteil von wenigen Prozent aufweist.

Google Android: Der Nutzer ist das Risiko

«Bei der Entwicklung von Android wurde von Anfang an grössten Wert auf Sicherheit gelegt», schreibt Trend Micro. Die einzelnen Apps laufen in einer abgeschotteten Umgebung und können ohne die Erlaubnis des Users keinen Schaden anrichten. Erteilt ein Anwender einer schädlichen App allerdings gewisse Berichtigungen, fragt Android später nicht mehr nach, ob man der App diese Rechte wirklich einräumen will. Obwohl Android theoretisch sehr sicher ist, liege die Verantwortung hier viel stärker beim Nutzer und weniger beim Betriebssystem oder dem IT-Administrator, heisst es in der Sicherheits-Studie.

Geprüft wurde Android 2.3, das auf rund 63 Prozent aller Android-Geräte zum Einsatz kommt. Das neue Android 4.0 ist erst auf rund drei Prozent der Geräte verfügbar. Die aktuellste Version ist dank der vollständigen Verschlüsselung der Nutzerdaten nochmals sicherer geworden. Die Verbreitung unterschiedlicher und von Herstellern und Mobilfunkanbietern modifizierter Android-Versionen erschwere aber das rasche Verteilen von Sicherheits-Updates, kritisieren die Sicherheits-Experten. Googles Android sei daher momentan für Firmen nur die vierte Wahl.

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