Arbeitsplatz 2.0: So sieht das Büro der Zukunft aus
Aktualisiert

Arbeitsplatz 2.0So sieht das Büro der Zukunft aus

Der persönliche Büroarbeitsplatz mit Foto und Pflanze ist ein Relikt der Vergangenheit. Die Zukunft gehört flexiblen Arbeitsinseln.

von
Marilena Maiullari
Besprechung an einem Team-Arbeitsplatz. (Foto: Haworth)

Besprechung an einem Team-Arbeitsplatz. (Foto: Haworth)

Das klassische Büro für Arbeiten von 8 bis 5 Uhr wird im Zeitalter von Web 2.0 zum Dinosaurier. Feste Arbeitszeiten und -orte werden immer unwichtiger. Das bedeutet nicht nur mehr Home Office. Auch die Firmen-Arbeitsplätze müssen überdacht werden. Denn heute liegt die durchschnittliche Auslastung eines Arbeitsplatzes nur mehr bei 50 bis 60 Prozent. Besprechungen an flexiblen Stehtischen, Brainstorming in gemütlichen Sitzecken, ruhige Einzel- oder Team-Arbeitsplätze: So sehen Experten das Büro von heute. Die freie Platzwahl soll sich langfristig auch positiv auf die Produktivität auswirken. Kritiker befürchten, Gruppenbildungen und interne Kämpfe um den Arbeitstisch störten die Arbeitseffizienz.

Dem widerspricht aber Gernot Schmid, Managing Director Global Sourcing Real Estate bei der UBS: «Nach unserer Erfahrung legen sich solche Probleme nach kurzer Zeit. Nach einem halben Jahr sind über 70 Prozent zufrieden.» Die UBS schafft derzeit im Grossraum Zürich flexible Arbeitsplätze. Bis im Jahr 2014 sollen die derzeit in 54 Gebäuden arbeitenden Angestellten des Back Office in 17 Liegenschaften zusammengebracht werden. «Das Wichtigste ist, intern zu erklären, weshalb und wie man das macht», so Schmid. Die UBS setzt dazu auf sogenannte Change Ambassadors, die das neue Konzept intern promoten. «Der Erfolg solcher Modelle hängt aber auch davon ab, dass Geschäftsleitung und Verwaltungsrat die neue Kultur ebenfalls mitleben», ergänzt Esther Häberling von HR & Board Consulting. Will heissen: Schluss mit verbarrikadierten Einzelbüros. Eine offene Bürokultur biete nämlich für alle die Chance, sich schnell auszutauschen, und schaffe Transparenz.

Tipps für flexible Arbeitsplätze

Nutzung geeigneter Tools zur Planung, z.B. Activity-Based-Working von Haworth

Mitarbeitende bei der Gestaltung mit einbeziehen

Ergonomische und hygienische Aspekte berücksichtigen (schallabsorbierendes und höhenverstellbares Mobiliar, Platz für persönliche Gegenstände etc.)

Die neue Unternehmenskultur muss von oben her gelebt werden

Kontrollängste müssen abgebaut werden, Offenheit für eine transparentere Bürokultur ist nötig

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