Erste Fotos vom sonnennächsten Planeten – So sieht der Merkur aus nur 200 Kilometern Entfernung aus
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Erste Fotos vom sonnennächsten PlanetenSo sieht der Merkur aus nur 200 Kilometern Entfernung aus

Am Samstag flog die Raumsonde BepiColombo am Merkur vorbei und schoss erste Bilder. Es handelt sich um das bislang komplizierteste Raumfahrtprojekt Europas.

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Dieses Bild vom Merkur entstand beim Vorbeiflug der Raumsonde BepiColombo. 

Dieses Bild vom Merkur entstand beim Vorbeiflug der Raumsonde BepiColombo.

AFP
So stellte sich die ESA dasselbe Bild am 29. September vor (Visualisierung).

So stellte sich die ESA dasselbe Bild am 29. September vor (Visualisierung).

ESA/ATG Medialab/dpa

Darum gehts

  • Die Raumsonde BepiColombo übermittelte nach drei Jahren Flug erste Bilder von der Oberfläche des Merkurs zur Erde.

  • Die Aufnahmen entstanden aus 199 und 1000 Kilometer Entfernung.

  • Insgesamt fliegt die Sonde neunmal am Planeten vorbei, bis sie sich in einer Umlaufbahn stabilisieren kann.

Fast drei Jahre nach ihrem Start hat die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo erste Bilder vom Planeten Merkur aufgenommen. Wie die Europäische Raumfahrtagentur ESA am Samstag mitteilte, übermittelte die Sonde nach ihrem ersten Vorbeiflug am Merkur Schwarz-Weiss-Bilder zur Erde, auf denen die nördliche Hemisphäre des Planeten zu sehen ist. Mit ihren grossen Kratern erinnert die Merkur-Oberfläche an den Mond.

Die Raumsonde flog den Angaben zufolge in einer Höhe von 199 Kilometern am Merkur vorbei. Da BepiColombo auf der Nachtseite des Planeten ankam, seien die Bedingungen aber «nicht ideal» gewesen, um Bilder aus nächster Nähe aufzunehmen, erklärte die ESA. Daher wurde das nächste Bild aus einer Entfernung von etwa tausend Kilometern aufgenommen.

BepiColombo war am 20. Oktober 2018 zu einer siebenjährigen Reise zum kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten unseres Sonnensystems gestartet. Die nach dem italienischen Mathematiker und Ingenieur Giuseppe «Bepi» Colombo benannte und von der ESA geleitete Mission zum sonnennächsten Planeten gilt als das bislang komplizierteste Raumfahrtprojekt Europas.

Kompliziert ist die Reise vor allem durch Merkurs Nähe zur Sonne. Angesichts der enormen Schwerkraft der Sonne erfordert es viel Energie, eine Raumsonde so abzubremsen, so dass sie in eine Umlaufbahn um den innersten Planeten des Sonnensystems einschwenken kann. Im Fall von «BepiColombo» bedeutet dies: Um die Geschwindigkeit anzupassen, muss die Sonde insgesamt neun Planeten-Vorbeiflüge absolvieren. Sie flog bereits einmal dicht an der Erde und zweimal an der Venus vorbei. Nach insgesamt sechs Vorbeiflügen am Merkur soll die Sonde 2025 in eine Umlaufbahn um ihren Zielplaneten einschwenken.

Bislang erreichten nur zwei Missionen der US-Raumfahrtbehörde Nasa den Merkur: Mariner 10 in den 70er Jahren und die Raumsonde Messenger, die den Merkur von 2011 bis 2015 umkreiste. Die BepiColombo-Mission soll die Besonderheiten der inneren Struktur des Merkurs und seines Magnetfelds erforschen und unter anderem der Frage nachgehen, ob es in den sonnenabgewandten Kratern Eis gibt.

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(AFP/trx)

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