Aktualisiert 09.02.2015 18:33

Die dunkle Seite

So sieht der Mond von hinten aus

Niemand hat jemals von der Erde aus die Mondrückseite gesehen. Ein neues Video der Nasa lässt nun auch Nicht-Astronauten einen Blick auf die dunkle Seite erhaschen.

von
jcg

Auch das beste Teleskop kann nichts daran ändern: Von hier aus sieht man die Rückseite des Mondes nicht. Sie ist der Erde immer abgewandt, weil die Rotation des Mond durch die Gezeitenkraft der Erde bestimmt ist. Die Zeit, in der der Mond einmal die Erde umkreist, ist genau so lange wie die Zeit, die er für eine Umdrehung um die eigene Achse braucht.

Und so weiss der Mensch erst seit 1959 überhaupt, wie es auf der Rückseite des Mondes aussieht. Damals funkte die russische Mondsonde Lunik 3 erstmals Bilder davon zur Erde. Weitere Bilder lieferten die Apollo-Mondmissionen der Nasa. Doch erst seit 2010 wird die Mondrückseite systematisch in hoher Auflösung kartiert.

Mondsatellit

Diese Aufgabe hat der Mondsatellit Lunar Reconnaissance Orbiter der Nasa übernommen. Der Satellit kreist auf einem polaren Orbit um den Mond und kann so jeden Punkt des Mondes überfliegen, der sich unter ihm dreht. Ziel der Mission ist es, mögliche Landeplätze für künftige bemannte und unbemannte Mondmissionen sowie mögliche Rohstoffvorkommen zu finden.

Die Mondrückseite zeichnet sich dadurch aus, dass sie keineswegs so dunkel ist, wie man ihr gemeinhin nachsagt. Es gibt den gleichen Tag-Nacht-Rhythmus wie auf der der Erde zugewandten Seite. Der grosse Unterschied zur Vorderseite ist das fast vollständige Fehlen der dunklen Flecken, der sogenannten Maria. Diese von erstarrter Lava bedeckten Tiefebenen, die umgangssprachlich als Mondgesicht bezeichnet werden, nehmen auf der Vorderseite 31,2 Prozent der Oberfläche ein, auf der Rückseite nur 2,6 Prozent.

Kein Mangel herrscht jedoch auch auf der Rückseite an Kratern: darunter das Südpol-Aitken-Becken, mit 2240 km Durchmesser eines der grössten und ältesten Einschlagsmerkmale im Sonnensystem.

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