Zürich: So sieht der neue Polizei-Helikopter aus
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ZürichSo sieht der neue Polizei-Helikopter aus

Vermisste suchen, Sturmschäden dokumentieren oder auch Grossanlässe überfliegen: Das alles macht der neue Polizei-Helikopter. Er kann aber noch viel mehr als der alte.

von
rom

Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagmorgen auf dem Flugplatz Dübendorf ihren neuen Helikopter vorgestellt. Zum Einsatz kommt er beispielsweise bei Suchflügen nach Vermissten und Straftätern, für Aufklärungsflüge etwa bei Grossdemonstrationen, für Transportflüge von Diensthunden oder Sondereinheiten, für Dokumentationsflüge über Grossunglücke oder Sturmschäden und schliesslich zum Überfliegen von grossen Anlässen wie der Street-Parade.

«Bei all diesen Einsätzen sorgt ein Polizei-Helikopter für bessere Erfolgsaussichten und ist ein unersetzlicher Beitrag», sagte Bruno Keller, Chef Sicherheitspolizei bei der Kapo Zürich. Oberste Priorität habe der Schutz der Menschen, doch dabei spiele der Faktor Zeit und ein hindernisfreier Zugang eine immense Rolle. «Gerade im Raum Zürich sind die Strassenverkehrsverhältnisse beispielsweise oft mühsam», so Keller.

Wärmebildkamera und 3D-Airborne-Scanner

Der neue Helikopter ersetzt den bisherigen aus dem Jahr 1995, der laut Keller am Ende seiner Lebensdauer angekommen ist. Abgesehen davon hat er auch mehr drauf: So ermöglicht der neue 3D-Airborne-Scanner die Dokumentation von Unfällen aus der Luft – die gleiche Technologie wird bereits am Boden angewendet. Weiter ist neu eine Wärmebildkamera installiert und es gibt einen Notfunk-Empfang etwa für die Ortung von vermissten Flugzeugen. Gleich wie beim bisherigen Helikopter ist das Handy-Lokalisierungssystem. «Alle Handy-Ortungen müssen wir vorher oder nachher von der Justizdirektion genehmigen lassen», sagte Keller.

Um die Einsatzbereitschaft des Helikopters jederzeit zu gewährleisten, stehen drei Piloten sowie neun fliegende Einsatzleiter zur Verfügung – sie arbeiten alle im Pikettdienst, sieben Tage à 24 Stunden. Tagsüber ist der Heli mindestens 15 Minuten nach Eingang des Auftrags bereit zum Abflug, nachts dauert es zwischen 90 und 120 Minuten. Bei all diesen Mitarbeitern handelt es sich um Polizisten mit entsprechenden Weiterbildungen.

64 Einsätze in diesem Jahr

In diesem Jahr kam der bisherige Helikopter bislang zu 64 Einsätzen – 40 davon betrafen Suchflüge. 10 Personen konnten gefunden werden – zwei davon lebend. Es handelte sich im einen Fall um eine Person, die auf einem Bänkli sass und nicht mehr wusste, wo sie war. Im anderen Fall war es eine Rettung in den Bergen. Wenn die Heli-Mitarbeiter keine Einsätze fliegen, kümmern sie sich um die Weiterentwicklung der Flugeinsätze und um die Planung von Einsatztaktiken.

Regierungsrat Mario Fehr (SP) sprach an der Medienkonferenz von einem «Spitzenprodukt» – und «ja, die Kantonspolizei Zürich braucht einen solchen Helikopter.» Gekostet hat die Anschaffung der Spezial-Ausrüstung und der Umbau den Kanton rund 2,1 Millionen Franken. Der Helikopter selber wurde durch die Heli Linth AG geleast. Der jährliche Betrieb und Unterhalt desselbigen schlägt mit gut einer halben Million Franken zu Buche – an diesen Kosten beteiligen sich aber mehrere weitere Kantone mit total rund 390'000 Franken. Denn die Kapo nutzt den Helikopter nicht alleine – sechs weitere Polizeikorps sind daran beteiligt, darunter die Stadtpolizei Zürich und die Aargauer Kantonspolizei.

Der neue Helikopter im Video

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