Drohende Energiemangellage: Behörden empfehlen «minimale Bargeldreserve in kleinen Scheinen»

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Drohende EnergiemangellageBehörden empfehlen «minimale Bargeldreserve in kleinen Scheinen»

Sollte Stromsparen allein die drohende Energiemangellage nicht abwenden, erklärt der Kanton Basel-Landschaft in einem Erklärvideo, wo der Stecker zuerst gezogen wird.

von
Lukas Hausendorf

Darum gehts

  • In der Schweiz droht im Winter wegen des Kriegs in der Ukraine die Energie knapp zu werden.

  • Im Falle einer Mangellage wird ein sogenannter Stufenplan aktiviert.

  • Der Kanton Baselland erklärt nun in einem Video, wann wem der Stecker gezogen wird.

Im Winter droht der Schweiz eine Energiemangellage, so der offizielle Terminus der Bundesverwaltung für drohende Stromausfälle. Diese könnten die indirekte Folge des Ukraine-Kriegs sein, weil Europa dem russischen Aggressor Wladimir Putin geschlossen die kalte Schulter zeigt, drosselt dieser die Gaszufuhr in den Westen. Das bringt den Energiemarkt durcheinander. Im Winter drohen deshalb Engpässe. Auch in der Schweiz, die auf Stromimporte angewiesen ist, um die Nachfrage zu decken.

Der Kanton Baselland macht die Bevölkerung nun mit einem Informationsportal und einem Erklärvideo, das am Donnerstag aufgeschaltet wurde, mit dieser Situation vertraut und ruft zum Stromsparen auf. Die Informationen sind neben den Landessprachen auch auf Englisch, Türkisch und Albanisch verfügbar. Der Kanton hat bereits im Juni den Kantonalen Führungsstab wegen der drohenden Mangellage einberufen, der nun das Informationsportal aufgeschaltet hat. Der Bund wird erst Ende August eine Kampagne dazu lancieren. «Wir sind früher, das ist richtig. Aber wir werden nicht unser eigenes Süppchen kochen», sagt Andre Bürki, Sprecherin des Führungsstabs. Man sei auch mit den anderen Nordwestschweizer Kantonen im Gespräch.

Sauna ist nicht lebensnotwendig

Heizung runterdrehen, kühler waschen oder weniger Licht brennen lassen. Sollte das nicht reichen, die Mangellage abzuwenden, würde ein Stufenplan aktiviert. Dieser sieht vor, dass zunächst «energieintensiven, nicht lebensnotwendigen Stromverbrauchern» der Stecker gezogen wird. Das sind unter anderem Leuchtreklamen, Rolltreppen oder Saunen. Reiche dies nicht, komme es zu Einschränkungen bei Grossverbrauchern.

Erst in einem dritten Schritt würde es zu zeitweisen, regionalen Abschaltungen kommen. Davon wären dann auch Privathaushalte betroffen. «Überlegen Sie sich deshalb, wie Sie ihre Grundbedürfnisse ohne Strom für eine gewisse Zeit decken können», schliesst das Erklärvideo des Kantons. 

Bund rät zu Bargeldreserve

Weiter wird auf die Broschüre «Kluger Rat – Notvorrat» des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung verwiesen. Darin wird geraten, Lebensmittel inklusive Trinkwasser für eine Woche vorrätig zu halten. Zudem sei eine «minimale Bargeldreserve in kleinen Scheinen» ratsam, da bei einem Stromunterbruch auch elektronische Zahlungsmittel ausfallen können.

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