Publiziert

Tag nach Black FridaySo sieht die grosse Anti-Black-Friday-Bewegung aus

Einen Tag nach der grossen Rabattschlacht ist der Kauf-nix-Tag. Dieser wird von Konsumgegnern gefeiert und soll nachhaltiges Einkaufen fördern.

von
Barbara Scherer

Am Black Friday veranstalteten Klimaaktivisten in der Basler Freien Strasse eine Protestaktion gegen den Konsumwahn.

20 Minuten

Darum gehts

  • Samstag ist Kauf-nix-Tag.

  • Der Aktionstag ruft dazu auf, einen Tag kein Geld auszugeben.

  • Anhänger der Bewegung wehren sich so gegen den Black Friday.

Am Freitag war Black Friday. Wegen Corona fand die Schnäppchenjagd vor allem online statt: Der Kundenansturm war riesig und legte sogar die Websites von Interdiscount und Fust für kurze Zeit lahm. Einige Händler verbuchten doppelt so viel Umsatz.

Doch der Schnäppchentag sorgt nicht nur für Begeisterung. Denn es gibt viele Konsumgegner. Darum findet einen Tag nach der grossen Rabattschlacht der Kauf-nix-Tag statt. Ein Aktionstag aus den USA, der dazu aufruft, einen Tag lang kein Geld auszugeben.

Jeder Zweite will Black Friday abschaffen

Während der Kauf-nix-Tag in den USA zeitgleich mit dem Black Friday stattfindet, ist der Tag in Europa einen Tag nach dem Schnäppchentag angesiedelt. Mit der Antibewegung zum Black Friday soll nachhaltiges Konsumverhalten gefördert werden.

Die Idee findet in der Schweiz Anklang: Jeder zweite Schweizer würde den Black Friday abschaffen, wie eine Umfrage von Demoscope im Auftrag von Blackfridaydeals.ch zeigt. Das liegt laut Retail-Experte Julian Zrotz nicht nur an der Corona-Pandemie: «Gesellschaftlich wichtige Themen wie die Überkonsumation und die Klimaerwärmung sorgen für eine schlechte Konsumentenstimmung.»

Rabattschlacht führt zu Widersprüchen

Der Black Friday scheidet die Geister: Schnäppchenjäger stürmen die Läden, und Konsumkritiker rufen zum Boykott auf. Wie geht das zusammen? Laut Wirtschaftspsychologe Christian Fichter führe der Schnäppchentag bei vielen Menschen zu einem inneren Widerspruch. Denn Sparen finden die meisten Menschen toll und wüssten zugleich, dass zu viel Konsum nicht glücklich mache: «Man möchte ein bequemes Leben mit einem grossen Flatscreen zu Hause haben und gleichzeitig die Umwelt schützen.» Um den Widerspruch aufzulösen, kommen Rechtfertigungen zum Einsatz: «Dann heisst es: Wegen Corona musste ich verzichten, darum gönne ich mir jetzt etwas», erklärt Fichter. Denn Menschen können verschiedene Werte vertreten, auch wenn diese nicht immer zusammenpassen.

Die Basler Klimajugend rief am Black Friday zum Boykott auf. Dafür liessen sich die Aktivisten am Freitagabend auf der Freien Strasse in Basel gleichzeitig zu Boden fallen, als Zeichen gegen die systematische Zerstörung von Mensch und Umwelt (siehe Video oben).

Auch auf den sozialen Medien äussern sich viele Menschen kritisch zum Black Friday. Verschiedene Twitter-User schreiben, dass ihr Portemonnaie am Schnäppchentag verschlossen bleibt und sie extra aufs Einkaufen verzichten:

Ein anderer User betont, dass man sich nicht auf die Rabattschlacht einlassen muss und auch den vollen Preis für Produkte zahlen kann:

Dabei ist die Rabattschlacht nicht nur vereinzelten Personen ein Dorn im Auge. Auch Detailhändler wehren sich gegen den Konsumrausch. Beim Familienunternehmen Walder Schuhe findet der Black Friday nicht statt – seit Jahren.

Aus Protest wurde im Laden im Glattzentrum Zürich sogar ein Anti-Black-Friday-Plakat aufgehängt mit der Aufschrift: «An Black Friday sind wir das schwarze Schaf.» Statt Rabatte bot der Schuh-Shop eine Spendenaktion: Pro Einkauf gingen 5 Franken an ein Hilfswerk.

Tauschen statt Kaufen

Der Online-Weinhändler Delinat boykottierte den Black Friday auch und bot statt Rabatten Verteuerungen an. Alles im Webshop kostete 10 Prozent mehr. Den Erlös aus dem Aufpreis spendet der Shop der Initiative für sauberes Trinkwasser.

Das Unternehmen Freitag hat sogar seinen Onlineshop abgestellt und rief zum kostenlosen Taschen-Tindern auf der Tauschplattform S.W.A.P. auf. Dort können Freitag-Taschen-Besitzer ihre Produkte miteinander tauschen – gratis und ohne Abfall zu produzieren.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
353 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Greenday

29.11.2020, 23:13

"Meine" Gegenbewegung ist der Green Thursday. Ich habe meinen Keller geräumt und vieles zu den Händlern zurück gebracht.

Eilmeldung

29.11.2020, 22:42

Eilmeldung: Corona PCR-Test hat schwerwiegende Fehler und darf nicht mehr benutzt werden. Das ist die Studie von 22 internationalen Wissenschaftlern zum PCR-Test von Christian Drosten. Fazit: "Die Entscheidung darüber, welche Testprotokolle veröffentlicht und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, liegt ganz in den Händen von Eurosurveillance. Eine Entscheidung, die im Corman-Drosten-Papier offensichtlichen Fehler anzuerkennen, hat den Vorteil, die menschlichen Kosten und das Leiden für die Zukunft stark zu minimieren. Ist es nicht im besten Interesse von Eurosurveillance, dieses Papier zurückzuziehen? Unsere Schlussfolgerung ist klar. Angesichts all der enormen Designfehler und Irrtümer des PCR-Protokolls, die hier beschrieben werden, kommen wir zu dem Schluss: Im Rahmen der wissenschaftlichen Integrität und Verantwortung gibt es keine große Wahl mehr." Ein Test, der nichts besagt, kann und darf nicht der Grund für massive Grundrechtseinschränkungen sein.

Sabine

29.11.2020, 22:36

Wir kaufen nun täglich tonnenweise ein, da wir in etwa 65 Geschenke benötigen. Alles im High Class Bereich. Unsere Söhne kriegen in diesem Jahr je einen Fernseher, unsere Töchter hochwertiges Besteck mit über 1000.- pro Kind. Die restlichen Tonnen an Weihnachtsgeschenken folgen ab nächster Woche. Schliesslich wollen wir auch in diesem Jahr wieder zeigen, dass wir in der Familie viel fürs Schenken ausgeben und zeigen sowie prahlen möchten, wieviel Geld wir haben.