Design-Katastrophen: So siehts aus, wenn Laien ein Velo entwerfen
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Design-KatastrophenSo siehts aus, wenn Laien ein Velo entwerfen

Ein Velo aus dem Kopf zu zeichnen, ist mordsmässig schwierig – das zumindest legen die Designs von Gianluca Gimini nahe, die auf solchen Skizzen beruhen.

von
jcg

Nehmen Sie ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand und zeichnen Sie aus dem Gedächtnis ein Velo. Sie haben zwei Minuten Zeit.

Diese Aufgabe hat Gianluca Gimini in den letzten sechs Jahren über 500 Leuten im Alter von 3 bis 88 Jahren gestellt. 370 davon haben die Aufgabe zu Ende geführt, der Rest hat den Stift entnervt hingeworfen. Von den 370 ist es nur rund einem Viertel gelungen, eine Maschine zu zeichnen, die als Velo durchgehen würde, wie Wired.com schreibt.

Doch diese akkuraten Zeichnungen interessierten Gimini gar nicht. Für sein Projekt Velocipedia suchte er bewusst die absurdesten und unpraktischsten Designs aus und baute sie am Computer digital nach.

Bieridee

Die Idee entstand 2009 in einer Bar in Bologna, wo sich Gimini im Gespräch mit einem Freund an einen Jungen aus der Primarschule erinnerte, der ein Velo zeichnen sollte, es aber nicht konnte.

«Wir waren uns einig, dass jeder weiss, wie man ein Velo malt», so Gemini. «Doch dann versuchte mein Freund, eines auf eine Serviette zu zeichnen, und scheiterte.»

Dass es tatsächlich alles andere als einfach ist, einen Drahtesel zu zeichnen, zeigt auch eine 2013 veröffentlichte Studie eines Psychologen der Universität von Liverpool. Die Ergebnisse gleichen jenen von Giminis Experiment.

Wie eine alternative Realität

In Giminis Händen werden jedoch aus den stümperhaften Zeichnungen Designobjekte mit einem seltsamen Charme. Sie sind wie ein Fenster in eine alternative Realität, wo Fahrräder eben nicht so aussehen müssen, wie sie es bei uns tun.

«Ein einziger Designer könnte nicht so viele Variationen zu einem einzigen Thema entwickeln, selbst wenn er sein ganzes Leben daran arbeiten würde», so Gimini.

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