Smart City: So soll die Hightech-Stadt der Zukunft aussehen
Aktualisiert

Smart CitySo soll die Hightech-Stadt der Zukunft aussehen

Google, aber auch Schweizer Firmen machen sich Gedanken über die Stadt der Zukunft. 20 Minuten zeigt, wie der Alltag in solchen Smart Citys aussehen könnte.

von
tob
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Fliegende Autos und holografische Anzeigetafeln? Ein solch futuristisches Szenario, wie hier der Künstler Seccovan mit seiner Interpreation der TV-Serie «Futurama» zeigt, ist bisher nur Science-Fiction.

Fliegende Autos und holografische Anzeigetafeln? Ein solch futuristisches Szenario, wie hier der Künstler Seccovan mit seiner Interpreation der TV-Serie «Futurama» zeigt, ist bisher nur Science-Fiction.

Vimeo/Seccovan
Ein realistischeres Szenario einer smarten Stadt zeigt das deutsche Fraunhofer-Institut: Solaranlagen, Car-Sharing, elektrische Busse, vernetzte Gebäude und Strassen sollen das Leben in einer Stadt für die Bewohner in Zukunft angenehmer gestalten.

Ein realistischeres Szenario einer smarten Stadt zeigt das deutsche Fraunhofer-Institut: Solaranlagen, Car-Sharing, elektrische Busse, vernetzte Gebäude und Strassen sollen das Leben in einer Stadt für die Bewohner in Zukunft angenehmer gestalten.

Fraunhofer Institut.
Auch selbstfahrende Autos könnten in der Stadt der Zukunft eine Rolle spielen. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, plant die verschiedenen Anwendungen laut US-Medienberichten in einer grossen Mega-Smart-City zu testen. 100 Städteplaner sollen bereits an dem Project Sidewalk arbeiten.

Auch selbstfahrende Autos könnten in der Stadt der Zukunft eine Rolle spielen. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, plant die verschiedenen Anwendungen laut US-Medienberichten in einer grossen Mega-Smart-City zu testen. 100 Städteplaner sollen bereits an dem Project Sidewalk arbeiten.

AFP/Noah Berger

Googles Mutterkonzern, Alphabet, möchte mit einem Projekt namens Sidewalk Labs die digitale Revolution im Städtebau einläuten. In den USA soll eine Metropole für hundertausend Menschen entstehen. Die Einwohner sollen dort Vorteile – und Nachteile – einer High-Tech-Stadt am eigenen Leib erfahren.

Das Fundament soll die komplette Vernetzung bilden. So dürfte ein flächendeckendes WLAN-Netz genauso zum Angebot gehören wie autonome Autos, intelligente Gebäude oder Roboter, die Päcklis zustellen – in der Theorie. Was genau für Technologien Google grossflächig in der geplanten High-Tech-Stadt testen will, ist noch nicht definiert. Dennoch arbeiten laut US-Medien bereits 100 Städteplaner am Projekt.

Projekte in der Schweiz

Auch in der Schweiz sind smarte Städte ein Thema. Eine der Firmen, die in diesem Bereich forscht, ist die Swisscom. «Im Grossen und Ganzen geht es darum, Städte für die Bewohner attraktiver zu machen», sagt Sprecher Armin Schädeli. Ein weiteres Ziel sei, Städte umweltfreundlicher zu machen.

Mehrere Projekte zum Thema Smart City sind hierzulande am Laufen. Über ein sogenanntes Low Power Network funken in Lenzburg rund 80 Parkplätze von zwei Parkfeldern beim Schloss ihre aktuelle Belegung an ein zentrales Parkleitsystem. Das soll den Suchverkehr in der Stadt senken.

In Pully (VD) hat die Swisscom für die Analyse des Verkehrs anonymisierte Mobilfunkdaten ausgewertet. «Es geht darum zu erfassen, wie hoch der Anteil von Autos ist, die in die Stadt hineinfahren – und was nur Durchgangsverkehr ist», so Schädeli.

Licht nur bei Bedarf

Ein weiterer Pilotversuch läuft derzeit in Bellinzona. Dort werden Strassenlampen überwacht. Das soll den Betreibern ein Feedback geben, wie effizient die Laternen sind. Ein ähnliches Projekt läuft auch in der polnischen Stadt Stettin. Um Strom zu sparen, wird dort das Licht gedimmt, solange es keinen Verkehr oder keine Fussgänger hat. Der Stromverbrauch konnte mit diesem Smart-Lighting-System um rund 50 Prozent gesenkt werden.

Doch nicht nur Beleuchtung und Verkehr sollen in einer smarten Stadt intelligenter werden – auch die Abfallentsorgung. Wie das aussehen könnte, zeigt das spanische Santander. Die Hafenstadt mit 175'000 Einwohnern ist ein Vorreiter in Bezug auf die Smart City der Zukunft.

Bis heute sind 20'000 Sensoren in der Stadt installiert worden. So auch in den Abfallsack-Sammelstellen. Die Idee: Die Behälter werden erst dann entleert, wenn sie voll sind. Auch die Swisscom führt ein solches Beispiel in einer Studie auf. Demnach könnten intelligente Müllsammelstellen die logistischen Ausgaben um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Wer regiert die Stadt?

Mit einer stärkeren Vernetzung in einer Stadt müssen aber auch neue Sicherheitsfragen gestellt werden, da smarte Laternen oder Verkehrsleitsysteme auch neue Einfallstore für Angreifer bieten.

Wie weit die Vernetzung gehen kann, zeigt Songdo City in Südkorea. Sie gilt als eine der modernsten Städte der Welt. Kameras überwachen dort jeden Schritt der Bürger, in der Stadt gibt es Millionen von Sensoren. Alle Daten laufen zentral zusammen. Solche Smart Citys ernten darum auch Kritik, etwa vom Autor und Historiker Leo Hollis, der die rhetorische Frage stellt, was passiert wenn eine ganze Stadt zum Betriebssystem wird? Antwort: Irgendwann wird es abstürzen.

Was wünschen Sie sich von einer intelligenten Stadt? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit.

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