Aktualisiert 12.05.2020 14:06

Mehr Bäume und weniger Asphalt

So sollen die Zürcher trotz Hitze besser schlafen

Aufgrund der immer wärmer werdenden Sommer und der zunehmenden Tropennächte plant die Stadt Zürich Massnahmen zur Hitzeminderung. Innerhalb von vier Jahren will man die Ziele umsetzen.

von
Matteo Bonomo
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Die aktuellen Karten zu den Klimaszenarien des Kantons Zürich zeigen, dass sich die Hitzetage künftig verdoppeln und die Zahl der Tropennächte noch deutlicher ansteigen werde.

Die aktuellen Karten zu den Klimaszenarien des Kantons Zürich zeigen, dass sich die Hitzetage künftig verdoppeln und die Zahl der Tropennächte noch deutlicher ansteigen werde.

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Die Stadt Zürich möchte mit der Fachplanung Hitzeminderung auf die immer wärmer werdenden Sommer reagieren.

Die Stadt Zürich möchte mit der Fachplanung Hitzeminderung auf die immer wärmer werdenden Sommer reagieren.

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Die Ziele will man in den nächsten vier Jahren umsetzen.

Die Ziele will man in den nächsten vier Jahren umsetzen.

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Darum gehts

  • Die Stadt Zürich möchte mit der Fachplanung Hitzeminderung auf die immer wärmer werdenden Sommer reagieren.
  • Die Massnahmen sollen dabei die Lebensqualität in Zürich erhalten und die Bevölkerung schützen.
  • Die Ziele will man in den nächsten vier Jahren umsetzen.

Mehr Bäume, mehr Wasserflächen und weniger Stein und Asphalt: Zürich will mit einer neuen Strategie die Hitzebelastung der Stadtbewohner mindern. Der Zürcher Stadtrat hat deshalb am Dienstag an einer Video-Medienorientierung im Internet die neue Fachplanung Hitzeminderung und deren Umsetzungsagenda 2020 bis 2023 vorgestellt.

Hintergrund der Planung ist die Klimaerwärmung. Menschen in Städten sind von Hitze besonders betroffen, da sich Städte deutlich stärker erhitzen als das Land. Zürich rechnet damit, dass sich die Anzahl der städtischen Hitzetage künftig verdoppelt und auch die Zahl der sogenannten Tropennächte deutlich ansteigt.

«Wir reissen nicht die ganze Stadt auf»

Die neue Strategie zur Hitzeminderung verfolgt drei Hauptziele: die Hitzeminderung in der ganzen Stadt, die Entlastung von besonders belasteten Gebieten (Hitze-Hotspots) und die Erhaltung des Kaltluftsystems. Laut Tiefbauvorsteher Richard Wolff (AL) sind in der Stadt Zürich die Kreise drei, vier und fünf sowie Oerlikon besonders betroffen. Der Grund dafür sei, dass diese Gebiete über keinen direkten Zugang zu einem natürlichen Kaltluftsystem verfügen.

Im Bereich Hitzeminderung zeigt die Fachplanung auf, wie die Hitzebelastung im Aussenbereich verringert werden kann. «Wir können lokal dafür sorgen, dass die Temperaturen erträglich bleiben», sagte Wolff in der Video-Medienkonferenz. «Das geschieht mit Bäumen, Grünräumen und Wasser oder mit Elementen wie Sonnensegeln». Auch Fassadenbegrünungen seien wirkungsvoll. Beispiele solcher Massnahmen sind das Wasserspiel auf dem Sechseläutenplatz oder die Fassadenbegrünung am Parkhaus Sihlcity.

Es könne schon sein, dass in Zukunft Parkplätze oder Strassenflächen aufgehoben würden für Grünflächen, sagte Wolff. «Wir reissen jetzt aber nicht die ganze Stadt auf», betonte er. Die neue Fachplanung fliesse nicht zuletzt in neue Bauvorhaben ein.

«Einfache aber wirksame Methoden»

Laut Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) sollen die vorgesehenen Massnahmen der Fachplanung zudem dafür sorgen, dass die Temperaturen in den Wohnungen und Büros erträglicher werden. «Nicht nur bei Planungswerkzeugen sondern auch bei konkreten Bauvorhaben konnten wir die entsprechenden Erkenntnisse bereits berücksichtigen», so Odermatt. Geschehen sei dies etwa beim geplanten Neubau des Schulhauses Borrweg am Fuss des Uetlibergs.

«Wir treiben überall, wo wir können, Massnahmen voran, um die Hitze in der Stadt zu mindern und die Lebensqualität auch während heissen Sommern zu erhalten», sagte Andreas Hauri (GLP), Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements. Mit der Umsetzungsagenda habe man einen konkreten Massnahmen Katalog für die nächsten vier Jahre erstellt.

Die Stadt sammele Erfahrungen mit Pilotprojekten. So sei sie daran, in Zürich-West als Pilotregion «einfache aber wirksame Methoden» umzusetzen, wie das Entsiegeln von Flächen oder das Pflanzen von einzelnen Bäumen.

Rechtlich verbindliche Grundlagen angestrebt

In dem kürzlich erarbeiteten kommunalen Richtplan sind die Ansätze zur Hitzeminderung bereits eingeflossen. Nun will sie der Stadtrat in weitere behördenverbindliche Planungen, bestehende Strategien und Konzepte der Stadtverwaltung aufnehmen.

Für private Bauherrschaften hat die Fachplanung – vorerst – keine verbindlichen Vorgaben. Es werden zunächst Informations- und Beratungsangebote entwickelt und auch Förderbeiträge für Massnahmen zur Hitzeminderung – etwa Baumpflanzung auf Privatgrund – geprüft.

«Ziel ist es aber im Planungs- und Baugesetz rechtlich verbindliche Grundlagen zu schaffen, damit Hitzeminderungs-Massnahmen eingefordert werden können», erklärte Hochbauvorsteher Odermatt.

(SDA)

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16 Kommentare
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Pege

13.05.2020, 15:52

Prinzip des Luftbrunnes ( Bio-Klima-Anlage) Am einfachsten man öffnet ein Fenster im Keller oder Waschküche und eines ganz oben im Treppenhaus. Dadurch ensteht ein Durchzug. Die Hitze geht oben raus und frische Luft wird durch das Kellergeschoss vorgekühlt. Der Effekt wird verstärkt wenn das Kellerfenster im Schatten oder einem Schacht liegt. www.deog.ch

Rea Listin

13.05.2020, 07:50

Juhuuu, davon träume ich schon länger, dass es mehr Grün in Zürich gibt!!! Es hilft nichts, dass man meckert und zurück blickt, jetzt muss man nach vorne schauen!

greenman

13.05.2020, 07:35

Wer sehen will, wie in Zürich gebaut wird, schaut sich die nun fertiggestellte Europaalle/Lagerstrasse an. Riesige Flächen zuasphaltiert, bis auf den letzten Zentimeter. Da wurde genau das Gegenteil gemacht von dem, das hier geschrieben ist. Es wäre eine Gelegenheit gewesen, dies umzusetzen. Leute, was ist eigentlich los mit euch?