03.11.2020 04:54

Bestohlen«So sollte kein Ruhestand beginnen»

Als ein Betreiberpaar eines Gemüsestands in der Region Basel am Samstag seinen letzten Arbeitstag vor dem wohlverdienten Ruhestand auf dem Markt zubrachte, wurde in sein Heim eingebrochen. Die lokale Facebook-Community ist empört.

von
Oliver Braams
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Bei Gemüsestandbetreibern aus der Region Basel wurde zu Hause eingebrochen, als sie ihren letzten Arbeitstag auf dem Markt hatten.

Bei Gemüsestandbetreibern aus der Region Basel wurde zu Hause eingebrochen, als sie ihren letzten Arbeitstag auf dem Markt hatten.

Facebook
«Ich könnte heulen. Schreien», schreibt der Schwiegersohn der Standbetreiber am Samstagabend in einer lokalen Basler Facebook-Gruppe.

«Ich könnte heulen. Schreien», schreibt der Schwiegersohn der Standbetreiber am Samstagabend in einer lokalen Basler Facebook-Gruppe.

Getty Images/iStockphoto
«Was ist nur mit dieser Welt los», fragt der User.

«Was ist nur mit dieser Welt los», fragt der User.

Facebook/Screenshot

Darum gehts

  • Auf einem Dorfmarkt bei Basel verbrachte am Samstag ein Marktstandbetreiberpaar seinen letzten Arbeitstag vor der Pension.

  • Währenddessen wurde zu Hause eingebrochen.

  • Auf Facebook löste der Fall eine Welle des Mitgefühls aus.

«Ich könnte heulen. Schreien.» Das schreibt ein Mitglied am Samstagabend in einer lokalen Basler Facebook-Gruppe. Der Grund für seinen Ausruf: Bei seinen Schwiegereltern wurde eingebrochen, als diese ihren letzten Arbeitstag vor der Pension auf dem Markt im Nachbardorf verbrachten.

«Was ist nur mit dieser Welt los», fragt der User. «Zwei Menschen krampfen sich an ihrem allerletzten Arbeitstag vor der Pension einen ab. Sie sind nach zwölf Stunden erschöpft, emotional erschlagen von den ganzen Verabschiedungen und wollen in Ruhe alles noch verarbeiten», schildert er. Und dann das: «Man kommt nach Hause und die Wohnung wurde ausgeräumt.»

Dabei sei seinen Schwiegereltern Schmuck abhanden gekommen und Geld verschwunden. «Ein Riesenchaos und Durcheinander», wie es im Facebook-Post weiter heisst. «Und natürlich der emotionale Schaden. Schrecklich», schreibt der Schwiegersohn.

Den Fall abschliessen

Die Geschädigten nahmen gegenüber 20 Minuten nicht Stellung zum Vorfall. Ihr Schwiegersohn sagt, die Familie wolle den Fall jetzt abschliessen. Er habe nicht mehr zu sagen, als er in seinem Post geschildert habe. Und dort heisst es abschliessend: «So sollte kein Ruhestand beginnen. Für niemanden.»

Die Kantonspolizei Basel-Stadt bestätigt einen entsprechenden Polizeieinsatz vom Samstagabend auf Anfrage von 20 Minuten. «Kurz nach 20 Uhr ging eine Meldung bei der Einsatzleitzentrale ein», so Polizeisprecher Toprak Yerguz.

Mitgefühl und Bewunderung zugleich

In der Facebook-Community hat der Fall aber eine Welle des Mitgefühls ausgelöst. «Das ist unerträglich», schreibt ein Nutzer. Jemand findet: «So elend.» Eine Frau hofft, es gehe den beiden gut. Denn: «Ich weiss, wie es sich anfühlt, auch bei uns wurde vor ein paar Jahren eingebrochen.» Einfach nur schlimm sei das, «vor allem emotional», schreibt sie.

Für die Opfer des Einbruchs haben die Gruppenmitglieder jedenfalls viel Bewunderung übrig. «Ich war noch am Stand und habe den beiden alles Gute gewünscht», schreibt eine Userin. Eine andere Person fügt an: «Ich habe sie immer bewundert, in diesem Alter noch so einen Krampf zu haben und das bei Wind und Wetter.»

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62 Kommentare
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PA

03.11.2020, 08:44

Es gab eine Zeit da waren die Strafen für Vergehen und Verbrechen drastischer. Heute gibt’s Bohnenkaffee zum Frühstück in den Gefängnissen. Von all den anderen Annehmlichkeiten gar nicht zu reden. In der Schweiz lebende Personen müssen sicher nicht aus einer Notlage bei anderen Leuten einbrechen und sich deren Eigentum aneignen. In gewissen Ländern gilt die Schweiz als Tischlein deck dich. Wenn man die Grenzen offen lassen will, müssen die Strafen halt wirklich Strafen sein. Wer einmal im Gefängnis war müsste aus tiefster Überzeugung sagen ‚Da will ich nie wieder hin‘.

Tschoni Käsch

03.11.2020, 08:34

Leute wir alle wissen es... selbst wenn die Täter gefasst würden passiert nacher wenig bis gar nichts...das ist politisch so gewolllt und wird bei Wahlen und Abstimmungen jeweils ja auch bestätigt. Was soll also das ganze Theater?

Stiva Oblonski

03.11.2020, 08:21

In einem Gefängnis hat ein Korrespondent den Direktor gefragt, wie behandelt er die Insassen. Die Antwort war:"Wohlwollend ".Manche Menschen und Menschengruppen verstehen die zuvorkommende und freundliche Art der Kommunikation als Schwäche.