26.10.2020 07:40

Autobahn A1So sollte man seine Matratze nicht transportieren

Ein Leservideo zeigt einen Lenker, der auf der Autobahn eine Matratze auf dem Autodach transportiert. Sie ist zwar festgemacht, hebt aber trotzdem vom Auto ab. Die Polizei ist nicht erfreut.

von
Leo Butie

Hier siehst du den Lenker mit der problematischen Ladung.

Leser-Reporter

Darum gehts

  • Ein Leserreporter filmt, wie ein Lenker eine Matratze transportiert.

  • Auf dem Video sieht man, wie er diese scheinbar festhält.

  • Der Lenker ist der Ansicht, dass die Matratze genügend befestigt war.

  • Ein solcher Transport könne zu einer Verzeigung führen, sagt ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich.

Auf der A1 bot sich einem Leserreporter kürzlich ein ungewöhnliches Bild, als er in Richtung St. Gallen unterwegs war. Auf der rechten Spur sah er nämlich einen grauen Kombi, der mit seiner Ladung zu kämpfen hatte. Auf dem Autodach befand sich eine grosse Matratze, die mit Spanngurten befestigt war. Durch den Fahrtwind wurde die Matratze aber hochgehoben, und man sieht im Video, wie der Fahrer diese scheinbar festhält. «Ich war schockiert, als ich es sah», sagt der Leserreporter. «Das sieht man sonst in anderen Ländern, aber doch nicht in der Schweiz», meint der 39-Jährige.

Der Lenker, der die Matratze transportierte, sieht die Sache weniger dramatisch. Er hatte die Matratze in Zürich gekauft und war daran, diese ins Toggenburg SG zu transportieren. «Ich habe die Matratze extra gut befestigt. Besser ging es nicht», erzählt der 65-Jährige. Auch habe er die Matratze nicht mit der Hand festgehalten, wie man beim Anschauen des Videos vielleicht meinen könnte. «Ich wollte schauen, wie weit die Matratze vom Dach weg ist», sagt er. Er sei erstaunt gewesen, dass sie überhaupt so weit abgehoben habe.

Er habe deshalb in der Folge die nächste Ausfahrt genommen und sei über die Landstrasse ans Ziel gefahren. Angst, dass die Matratze wegfliegen könnte, habe er nicht gehabt. Auch ist er nicht der Meinung, dass ihn die Polizei dafür belangt hätte.

Die Polizei ist nicht erfreut

Die Kantonspolizei Zürich ist nicht erfreut über solche Transporte auf der Autobahn. «Wie die Matratze befestigt ist, ist schon sehr problematisch», sagt Alexander Renner, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Es gebe klare Regelungen, wie man auf der Strasse Güter transportieren müsse. «Waren dürfen nur auf Ladeflächen transportiert werden und müssen ausreichend gesichert sein», erklärt Renner. «Die Ware darf sich nicht lösen, verrutschen und schon gar nicht hinunterfallen.»

Weiter dürfe eine Ladung die Silhouette des Fahrzeugs nicht seitlich überlappen. «Ausserdem muss die volle Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr gelten. Die Ladung darf den Fahrer nicht ablenken, und dieser darf die Lenkung nicht loslassen», sagt Renner weiter. Beim Autofahrer sei dies nicht der Fall gewesen. Wäre er in eine Polizeikontrolle geraten, hätte es Konsequenzen für den Lenker gehabt. «Es würde sicherlich zu einer Verzeigung kommen.»

Einen weiteren solchen Transport wird es aber ohnehin nicht mehr geben. Der Mann hat sich mittlerweile einen Anhänger mit Dach gekauft. «Nun würde ich die Matratze mit dem Anhänger transportieren», versichert er.

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