3 mit Sex - «So sorry, Lars, ich habe was mit deinem Ex!»
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3 mit Sex«So sorry, Lars, ich habe was mit deinem Ex!»

Bruce fängt nach dem Ausgang etwas mit Lars' Ex-Freund an – und hat Angst, die Freundschaft zu seinem Mitbewohner könnte darunter leiden.

von
Bruce
Zora Schaad
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Bruce entwickelt Interesse an Denis, dem Ex-Freund seines Mitbewohners Lars. Wie soll er es ihm beichten?

Bruce entwickelt Interesse an Denis, dem Ex-Freund seines Mitbewohners Lars. Wie soll er es ihm beichten?

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce entwickelt plötzlich Interesse an Lars’ Ex-Freund Denis.

  • Dieser scheint auch alles andere als abgeneigt, doch was sollen sie wegen Lars tun?

  • Nach einer gemeinsamen Nacht mit Denis entscheidet sich Bruce, seinem Mitbewohner alles zu beichten.

Lars und Denis waren ein Paar bis kurz bevor Ella und ich mit ihm zusammen gezogen sind. Ich kannte ihn nicht, nur seinen Namen und ich wusste, dass Lars die Beziehung viel bedeutet hat. Die beiden blieben nach der Trennung Freunde und so war Denis ab und zu in der Wohnung zu Besuch, fiel mir aber irgendwie nie auf. Denis stellte sich mir auf unserem Balkon und an einer WG-Party zwei Mal vor – aber ich vergass ihn jedes Mal sofort wieder. Bis an diesem einen Abend, als ich ihn bemerkte. Und wie!

Ella, Lars und ich gingen mit Freunden ins El Paso und tanzten uns die Seele aus dem Leib. Und Denis war auch da. Ich stellte mich bei ihm vor. «Freut mich, ich bin Bruce!» «Ihr kennt euch längst», kommentierte Lars, halb belustigt, halb verärgert. Ich lief rot an und entschuldigte mich überschwänglich. Der Abend nahm seinen Lauf. Wir pendelten zwischen Bar, Fumoir und Tanzfläche, lachten und quatschten, wie es sich für eine durchzechte Nacht gehört. Um halb drei gingen alle nach Hause.

«Wir fanden uns beide toll. Aber zusammen heim? Das ging nicht»

Aber ich war noch überhaupt nicht müde. Und auch Denis machte keinerlei Anstalten zu gehen. Also blieben wir zu zweit. Denis konnte tanzen wie ein junger Gott (jedenfalls sah es für mich im Alkohol-Delirium und schummrigem Licht so aus) und reden wie ein griechischer Philosoph, was mich total anmachte. Erst als es schon wieder hell wurde, verliessen wir den Keller des El Paso und verabschiedeten uns an der Tram-Haltestelle. Und wir beide fanden uns in dem Moment ziemlich toll. Aber zusammen heim: Das ging nicht. Da war ja Lars.

Wie es der Zufall wollte, sahen wir uns bereits zwei Wochen später in einer Bar wieder. Wir begrüssten uns überschwänglich und zogen – nachdem wir unsere Freunde und Freundinnen abgehängt hatten – eins weiter. Wir flirteten noch offensichtlicher als bei unserer letzten Begegnung und ich schmachtete Denis für seine altklugen Traktate an. «Ich wohne gleich hier ums Eck. Wir könnten bei mir noch was trinken», meinte Denis. Da wusste ich, dass es zu spät war.

«Lars hat es besser aufgefasst, als ich mir vorstellen konnte»

Der Walk of Shame am nächsten Morgen war wirklich eine Schande. Ich hatte wahnsinnig Kopfweh und ein noch wahnsinniger schlechtes Gewissen. Zuhause erzählte ich Ella, was passiert war. Sie – nicht gerade Mutter Theresa – war empört. «Du musst es Lars sagen!» Ich wusste, dass sie recht hatte. Und so nahm ich am nächsten Tag meinen ganzen Mut zusammen und beichtete. Gedanklich hatte ich schon meine Koffer gepackt und mich von der WG verabschiedet. Aber Lars lachte. «Hab ich's mir doch gedacht», lachte er. «Denis ist wirklich ein Guter. Freut mich für euch!» Ich war völlig perplex. So locker hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Inzwischen verstehe ich es besser. Die Affäre mit Denis dauerte ein paar Monate. Danach war Schluss, weil er sich in einen anderen verliebt hatte. Ich war enttäuscht. Aber Freunde sind wir immer noch. Der göttliche Philosoph hat offenbar ein Talent dafür, Awkwardness in Normalität zu verwandeln. Und Freundschaften zu pflegen. Und so ziehen wir heute immer noch tanzend durch die Nächte. Denis, Lars, Ella und ich.

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LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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