Bevorstehende Energiekrise – So sparst du jetzt am besten Strom
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Bevorstehende Energiekrise So sparst du jetzt am besten Strom

Der Bund warnt vor einer Stromkrise im Winter. Dann muss auch die Bevölkerung Energie sparen. Die 20-Minuten-Community weiss wie.

von
Barbara Scherer
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Wer Strom sparen will, muss nicht unbedingt auf die Waschmaschine oder den Geschirrspüler verzichten.

Wer Strom sparen will, muss nicht unbedingt auf die Waschmaschine oder den Geschirrspüler verzichten.

20min/Celia Nogler
«Wichtig ist einfach, dass man die Maschinen voll füllt und umweltschonende Waschprogramme auswählt. Dann können Maschinenwäschen sogar sparsamer sein als Handwäschen», erklärt Strommarkt-Expertin Christina Marchand.

«Wichtig ist einfach, dass man die Maschinen voll füllt und umweltschonende Waschprogramme auswählt. Dann können Maschinenwäschen sogar sparsamer sein als Handwäschen», erklärt Strommarkt-Expertin Christina Marchand.

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Es lohnt sich aber auf den Backofen zu verzichten: Der braucht mehr Energie als Herplatten.

Es lohnt sich aber auf den Backofen zu verzichten: Der braucht mehr Energie als Herplatten.

Marco Zangger

Darum gehts

  • Der Bund bereitet sich auf eine Stromkrise im Winter vor.

  • Die 20-Minuten-Community hat viele Ideen, wie man dann am besten Strom spart.

  • Eine Strommarkt-Expertin schätzt die Vorschläge ein und erklärt, was sinnvoll ist.

Weil das Rahmenabkommen mit der EU gescheitert ist, droht der Schweiz im Winter eine Stromlücke. Darum hat der Bund einen Massnahmenplan erstellt: Bevölkerung und Unternehmen müssen im Krisenfall mithelfen, Strom zu sparen.

Laut Plan wird in einem ersten Schritt die Bevölkerung dazu aufgerufen, freiwillig Strom zu sparen. Erst wenn sich die Lage verschlimmert, kann der Bund eine Verordnung erlassen und die Bevölkerung zum Sparen verpflichten.

Die 20-Minuten-Community hat einige Tipps, wie man am besten Strom sparen kann. Christina Marchand, Strommarkt-Expertin an der ZHAW und Geschäftsführerin der Vergleichsplattform Mynewenergy.ch, schätzt die Tipps ein und erklärt, was sinnvoll ist und was nicht:

Von Hand waschen statt Maschine nutzen

Das sagt Leserin Timea: «Um Energie zu sparen, kann ich auf vieles verzichten. So würde ich beispielsweise den Geschirrspüler sowie die Waschmaschine nicht mehr brauchen. Meine Kleider und das ganze Geschirr kann ich dann von Hand abwaschen.»

Das sagt die Expertin: «Inzwischen sind Geschirrspül- und Waschmaschinen sehr energieeffizient. Wichtig ist einfach, dass man die Maschinen voll füllt und umweltschonende Waschprogramme auswählt. Dann können Maschinenwäschen sogar sparsamer sein als Handwäschen. Denn wer von Hand wäscht und dabei viel Warmwasser braucht, verliert schnell mehr Energie.»

Öfters kalt essen

Das saget Leserin Andrea: «Ich koche das Wasser vor dem Spaghetti- oder Reiskochen immer zuerst im Wasserkocher auf und giesse es erst dann in den Kochtopf. Auch stelle ich den Backofen fünf Minuten vor Ende der Backzeit ab, um Energie zu sparen. Allgemein ist es sinnvoll, häufiger kalte Mahlzeiten zu essen.»

Das sagt die Expertin: «Tatsächlich verbrauchen Privathaushalte viel Strom beim Kochen. Dabei braucht Backen aber viel mehr Energie als Kochen. Darum empfehle ich, den Backofen gar nicht zu nutzen. Man muss darum aber nicht auf warme Mahlzeiten verzichten. Um Strom zu sparen, sollte man dann beim Kochen schnell aufkochen und dann herunterdrehen und mit Deckel fertig kochen. So verpufft die Wärme im Kochtopf nicht und man kann den Herd schon abstellen, bevor das Essen ganz durch ist. Denn mit dem Deckel drauf, kocht es in der Pfanne noch weiter.»

Licht und Elektrogeräte abstellen

Das sagen Leserinnen Silvia und Beatrice: «Am besten stellt man alle Lichter aus, bis auf eines. Stattdessen kann man ja Kerzen anzünden. Zudem lässt sich Strom sparen, wenn man auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichtet – sei es im Fenster, Vorgarten oder am Haus selbst.»

Das sagt die Expertin: «Die meisten Haushalte nutzen heute LED-Lampen. Diese verbrauchen sehr wenig Strom. Darum kann man gut mehr als ein Licht brennen lassen. Auf eine grosse Aussenbeleuchtung in der Weihnachtszeit sollte man aber trotzdem verzichten, um nicht unnötig Strom zu verschwenden. Leider gibt es immer noch einige Elektrogeräte, die im Stand-by-Modus Energie verbrauchen. Darum lohnt es sich geschaltete Steckdosen zu nutzen und Geräte immer ganz auszustellen – auch das WLAN.»

Weniger heizen und kalt duschen

Das sagt Leser Valério: «Um Strom zu sparen, drehe ich einfach die Heizung runter: 19 bis 20 Grad reichen aus, dann zieht man halt einen Pulli und lange Hosen an. Zudem kann beim Warmwasser gespart werden, indem man nicht zu heiss duscht.»

Das sagt die Expertin: «Elektrische und Wärmepumpen-Heizungen brauchen wohl den grössten Stromanteil in Privathaushalten. Wer die Heizung nur ein paar Grad tiefer stellt, kann bereits sehr viel Energie sparen. Das gilt auch fürs Warmwasser: Hausbesitzerinnen und -besitzer können viel Strom sparen, indem sie die Temperatur beim Boiler etwas tiefer einstellen und veraltete Geräte ersetzen. Kalt duschen muss man darum aber nicht.»

Auf Klimaanlage und Tumbler verzichten

Das sagt Leserin Barbara: «Ich brauche einfach keinen Tumbler mehr. Stattdessen hänge ich die nasse Wäsche auf. Auf Klimaanlagen verzichte im Sommer sowieso, das spart viel Strom.»

Das sagt die Expertin: «Der Tumbler gehört tatsächlich zu den grössten Stromfressern im Haushalt. Wenn möglich, sollte man die Wäsche darum immer an der Luft trocknen lassen. Klimaanlagen verbrauchen ebenfalls sehr viel Energie. Gekühlt sollte darum nur werden, wenn es unbedingt nötig ist. Um Strom zu sparen, lohnt es sich, auch auf Plasmabildschirme oder andere Stromfresser zu verzichten oder diese über Nacht ganz auszustellen.»

Das Elektroauto abgeben

Das sagen Leser Koni und Marc: «Um Strom zu sparen, verzichtet man am besten als Erstes aufs Elektroauto und steigt auf den Benziner um. Denn ein Elektroauto braucht mehr Strom als ein kleiner Haushalt.»

Das sagt die Expertin: «Wer auf sein Elektroauto verzichtet, spart natürlich Strom. Umwelttechnisch macht es aber wenig Sinn wieder auf einen Benziner zu wechseln. Stattdessen kann es sich schon lohnen, auf ein kleines Elektroauto mit eigenen Solarzellen auf dem Dach umzusteigen. Für kurze Strecken sollte man das Velo nutzen. Auch sollte das Elektroauto nur in der Nacht geladen werden, wenn genug Strom vorhanden ist. Da die Umstellung auf Strom sehr wichtig ist für die Bewältigung der Klimakrise, muss dringend die inländische Stromproduktion beschleunigt werden. Kommt es zu einer Stromkrise ist das ein Problem. Darum muss dringend die inländische Stromproduktion beschleunigt werden. Es müssen nun Wasser-, Wind- und Solaranlagen gebaut werden. Privatkundinnen und -kunden können das fördern, indem sie inländischen Solarstrom kaufen.»

So kam der Notfallplan zustande

Im Bundesgesetz ist verankert, dass der Staat die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen sicherstellen muss. Dazu gehört auch die Versorgung mit Strom. Der Bundesrat hat daher den Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) beauftragt, Massnahmen für den Fall einer Stromkrise zu erarbeiten. Der Verband hat zu diesem Zweck die Organisation für Stromversorgung in ausserordentlichen Lagen (Ostral) ins Leben gerufen. Diese setzt die Massnahmen auch in der Notlage um.

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