«Von wegen friedlich, brav und ordentlich» - So spricht das Ausland über die Krawallnacht von St. Gallen
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«Von wegen friedlich, brav und ordentlich»So spricht das Ausland über die Krawallnacht von St. Gallen

Viele internationale Medien schreiben über die Ereignisse auf dem Roten Platz. Insbesondere östlich der Schweiz stiess das Thema auf Interesse.

Darum gehts

  • Die Krawallnacht von St. Gallen ist ein Thema in internationalen Medien.

  • Insbesondere östlich der Schweiz stösst das Thema auf Interesse.

  • In der Nacht auf Samstag war es in St. Gallen zu Ausschreitungen gekommen.

Auch in internationalen Medien waren die Krawalle von St. Gallen am Samstag ein Thema. Onlineportale aus mehreren europäischen Staaten berichteten über die Ereignisse auf dem Roten Platz.

In Deutschland berichteten etwa das «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND) und das Portal Focus.de über die Ereignisse. Während RND sich in erster Linie auf einen Tweet der Stadtpolizei St. Gallen bezieht, nahm sich «Focus» der Geschichte etwas reisserischer an und stellte das «Ausrasten» der Jugendlichen einem angeblich «friedlichen», «braven» und «ordentlichen» Wesen der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber.

In Italien dagegen widmete lediglich die Regionalzeitung La Prealpina den Ereignissen einen kurzen Bericht.

So berichtet «Focus» über die Krawalle in St. Gallen.

So berichtet «Focus» über die Krawalle in St. Gallen.

Screenshot Focus.de

Auf grosses Interesse stiess der Polizeieinsatz in Österreich, wo es in den vergangenen Monaten mehrfach zu grossen Protesten und Ausschreitungen gegen Corona-Massnahmen gekommen war. In der Vorarlberger Regionalausgabe des ORF kam die St. Galler SP-Stadtpräsidentin Maria Pappa zu Wort, die die Ausschreitungen verurteilte, aber auch darauf aufmerksam machte, dass diese auf eine «kleine gewaltbereite Gruppe Jugendlicher» zurückzuführen sei.

Die rechte Boulevardzeitung Krone schrieb dagegen unter dem Titel «Jugendliche sorgen für Krawallnacht in der Schweiz» von einer aggressiven Stimmung in der Stadt. Und im linksliberalen Wiener «Standard» wurde die Situation in St. Gallen derjenigen in Brüssel gegenübergestellt, wo die Polizei am Freitagabend erneut einen Menschenauflauf mit Wasserwerfern und Tränengas aufgelöst hatte.

St. Gallen ist die ganze Schweiz: So berichtet die «Kronen Zeitung».

St. Gallen ist die ganze Schweiz: So berichtet die «Kronen Zeitung».

Screenshot Kronen Zeitung

Noch weiter östlich erschienen schliesslich Berichte auf der Website des der ungarischen Regierungspartei Fidesz nahestehenden TV-Senders Hirado.hu, der von einer «tobenden Schweizer Menge» schreibt, sowie in der deutschen Ausgabe des russischen Staatssenders RT. Letztere zitiert in einem längeren Bericht aus einem NZZ-Artikel, in dem der Jugendpsychologe Felix Hof die Krawalle bereits am Donnerstag mit einem Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten für Jugendliche in Verbindung brachte.

Ukraine, Bill Gates, St. Gallen: So berichtet RT über die Krawallnacht.

Ukraine, Bill Gates, St. Gallen: So berichtet RT über die Krawallnacht.

Screenshot RT
In St. Gallen kam es am Freitag zu Ausschreitungen.

In St. Gallen kam es am Freitag zu Ausschreitungen.

20 Minuten
(nsa)

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