Studie zeigt: So stark verbreitete sich Corona nach Massendemos in Deutschland
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Studie zeigtSo stark verbreitete sich Corona nach Massendemos in Deutschland

Am 7. und 18. November fanden in Leipzig und Berlin grosse Anti-Corona-Proteste statt. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Demos wahre Superspreader-Events waren, die Infektionen in vielen Teilen Deutschlands verbreiteten.

von
Lucas Orellano

Darum gehts

  • Zwei Corona-Demonstrationen führten zu einer starken Verbreitung des Virus in Deutschland.

  • Nach Protesten in Leipzig und Berlin stiegen die Fallzahlen dort an, wo viele Teilnehmende herkamen.

  • 16’000 – 21’000 Infektionen hätten demnach potenziell verhindert werden können.

Rund 10 Prozent aller Deutschen sollen nicht an die Existenz des Coronavirus glauben. Immer wieder gibt es Proteste von Skeptikern und Gegnern von Pandemie-Massnahmen aus ganz Deutschland, meist ohne Einhaltung von Hygiene-, Abstands- oder Maskenregeln.

Martin Lange und Ole Monscheuer vom ZEW Mannheim und der Humboldt-Universität Berlin haben den Effekt solcher Aktionen auf die Verbreitung des Coronavirus erforscht. Ihre Ergebnisse zeigen, welche Folgen grossangelegte Proteste für die Infektionsrate unter den Teilnehmenden hatte – und in deren Heimatorten.

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Am 7. November demonstrierten in Leipzig zehntausende an der «Querdenken»-Demo.

Am 7. November demonstrierten in Leipzig zehntausende an der «Querdenken»-Demo.

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Die Forschenden zeigen, dass nach diesen beiden Protestaktionen die Infektionszahlen andernorts stark anstiegen.

Die Forschenden zeigen, dass nach diesen beiden Protestaktionen die Infektionszahlen andernorts stark anstiegen.

imago images/lausitznews.de
Und zwar in den Regionen, aus denen besonders viele Menschen angereist waren.

Und zwar in den Regionen, aus denen besonders viele Menschen angereist waren.

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Lange und Monscheuer verglichen dabei verschiedene Kennzahlen miteinander. In einem ersten Schritt konnten sie nachweisen, dass es Faktoren gibt, die anzeigen, wo die Pandemie besonders stark zuschlägt: Dort, wo der AfD-Wähleranteil hoch und die Masern-Impfbereitschaft tief ist. Mit dieser Korrelation im Hinterkopf schauten sie sich zwei Kundgebungen Ende 2020 genauer an, und zwar am 7. November in Leipzig (20’000 – 45’000 Teilnehmende) und am 18. November in Berlin (über 10’000 Teilnehmende).

Wenn Bushaltestellen zu Corona-Indikatoren werden

Die Forschenden zeigen, dass nach diesen beiden Protestaktionen die Infektionszahlen andernorts stark anstiegen. Und zwar in den Regionen, aus denen besonders viele Menschen angereist waren. Lange und Monscheuer können sogar zeigen, dass die Verteilung der Haltestellen von «Honk for Hope», das Protestteilnehmende nach Berlin und Leipzig fuhr, einen signifikanten Einfluss auf die regionalen Infektionszahlen hat.

Vor den Kundgebungen Anfang November gab es bei den Infektionszahlen keine Unterschiede zwischen Landkreisen, die eine «Honk for Hope»-Haltestelle haben und denen, die keine haben. 1-2 Wochen nach den Protesten beginnen die Zahlen auseinanderzudriften. Am 23. Dezember hatten die Landkreise mit «Honk for Hope»-Haltestelle eine 35,9 Prozent höhere Sieben-Tages-Inzidenz als die anderen Landkreise.

Die Forschenden gehen davon aus, dass rund 16’000 bis 21’000 Infektionen hätten verhindert werden können, wenn die Corona-Demos in Leipzig und Berlin abgesagt worden wären. «Unsere Studie dokumentiert, dass eine radikale Minderheit eine signifikante Gefahr für die ganze Bevölkerung sein kann», schreiben die Autoren. «Angesichts der gravierenden Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit sollten sich Gesetzgeber vermehrt darauf konzentrieren, was es ist, das gesellschaftsschädliche Ansichten und Verhalten fördert.»

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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