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Zehn Prozent verbessertSo steht es um die Luftqualität nach einem Jahr Lockdown

Die Luftqualität in der Schweiz hat sich während der Corona-Pandemie deutlich verändert. Das berichten die Empa und das Lufthygieneamt beider Basel auf Anfrage von 20 Minuten. Wenig Einfluss darauf hat allerdings der verringerte Flugverkehr.

von
Boqaj Frrok
In der Schweiz hat sich die Luftqualität im Lockdown verbessert, dies unter anderem wegen der sinkenden Mobilität.

In der Schweiz hat sich die Luftqualität im Lockdown verbessert, dies unter anderem wegen der sinkenden Mobilität.

Screenshot Video 20 Minuten

Weniger Ausflüge und entlastete Strassen durch Homeoffice: Die sinkende Mobilität während der Corona-Pandemie wirkt sich günstig auf die Luftqualität in der Schweiz aus. Das zeigen aktuelle Messungen der ETH Zürich und auch jene des Lufthygieneamtes Basel. So ist der Primärschadstoff Stickstoffdioxid gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zurückgegangen. René Glanzmann vom Lufthygieneamt beider Basel bestätigt: «Der Lockdown hatte einen Einfluss auf den Ausstoss des Primärschadstoffs Stickstoffdioxid. Stickstoffdioxid ist ein Verkehrsschadstoff, der ausgestossen wird, wenn man Auto fährt und heizt. Und dieser ist zurückgegangen im letzten Frühling, sehr deutlich.»

Das Lufthygieneamt Basel misst die Schadstoffpartikel in der Luft. Während beim Strassenverkehr eine deutliche Veränderung sichtbar ist, zeigt sich beim Flugverkehr ein völlig anderes Bild. Der Flugverkehr hat seit den Corona-Massnahmen die Luftqualität in Basel nicht wesentlich beeinflusst. Und das, obwohl viel weniger Menschen während der Pandemie mit dem Flugzeug gereist sind. Glanzmann sagt dazu: «Der Flughafen selbst hat auf Basel und die Umgebung direkt keinen Einfluss. Die Verteilung der aus den Flugzeugen ausgestossenen Schadstoffe findet sehr rasch statt. In der Höhe ohnehin. Auf Bodenhöhe messen wir keine Veränderung.»

«Effekt in den Städten deutlich sichtbar»

Darüber hinaus hat die verbesserte Luftqualität die verschiedenen Regionen in der Schweiz unterschiedlich stark beeinflusst, erklärt Christoph Hueglin von der Empa, der Stelle, die schweizweit die Luftqualität untersucht: «Man sieht den Effekt natürlich am deutlichsten, wenn man nah an der Quelle ist, sprich in den Städten. Dort haben wir registriert, dass der Verkehr stark abgenommen hat. Also der Effekt ist in den Städten deutlicher sichtbar.»

Neben dem Lockdown hat auch das Wetter massgeblich dazu beigetragen, dass die Luftqualität besser geworden ist. So hat beispielsweise das milde Wetter in den letzten Monaten dazu geführt, dass die Menschen zuhause weniger heizen mussten und dadurch weniger Schadstoffemissionen ausgestossen wurden.

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