Weihnachtsessen: So tafelten unsere Politiker in Bern
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WeihnachtsessenSo tafelten unsere Politiker in Bern

Nein, trotz Klagen über leere Parteikassen müssen unsere Parlamentarier nicht darben. Das zeigt ein Blick auf die Menükarten der traditionellen Fraktionsessen vom Mittwoch.

von
Christoph Bernet

Nicht immer steht in Bundesbern das Ringen um Gesetze im Vordergrund – gerade in der Adventszeit bleibt auch Zeit für Geselliges: Gestern luden die Bundeshausfraktionen zu den traditionellen Weihnachtsessen. Gibts bei den Grünen nur Vegetarisches, bei der SVP besonders Währschaftes und bei der FDP Kaviar? 20 Minuten hat einen Blick auf die Menükarten und die Locations geworfen.

Die SVP ass im traditionellen Restaurant Kornhauskeller in der Berner Altstadt. Das Lokal bietet neben italienischen vor allem – wie erwartet – traditionelle Schweizer Gerichte an. Zur Vorspeise gabs Trüffelschaumsuppe, danach folgten Kalbfleischstreifen mit Tagliatelle und Zucchini. Zum Dessert gab es ein Honigparfait. Eine Vegi-Variante war nicht vorgesehen.

Die staatstragende CVP tafelte im traditionsreichen Luxushotel Bellevue Palace, direkt neben dem Bundeshaus. Bei den Christlichdemokraten folgte auf feine Scheiben von geräuchertem Stör aus Frutigen BE ein gebratenes Rindsfilet mit Jungkartoffeln. Für Vegetarier war die Vorspeise Tofu-Mille-Feuille, der Hauptgang eine Blumenkohl-Tartine. Abgeschlossen wurde das Weihnachtsessen stilecht mit einem Dessert- und Käsebuffet.

Die Sozialdemokraten luden standesgemäss in den Progr ein, ein alternatives Kulturzentrum in einem ehemaligen Schulgebäude mitten in Bern. Den Apéro nahm die SP an diesem schönen, aber kalten Dezembernachmittag im Hof des Progr ein. Die Hände wärmten sich die Genossen an einer Tasse Glühwein. Im Saal gab es dann Pastinakensuppe zur Vorspeise, danach Rindsbraten oder Crèperöllchen mit Jungspinat und dazu glasierte Karotten und Petersilienrisotto. Zum Dessert gab es Mohnkuchen mit Waldbeerenglace.

Die Grünen trafen sich im Restaurant Dampfzentrale im Berner Marziliquartier, wo sich am letzten Abstimmungssonntag auch die 1:12-Befürworter versammelt hatten. Sie starteten mit einem saisonalen Blattsalat. Dann mussten alle die Karten auf den Tisch legen: vegi – oder doch, ganz unökologisch, Fleisch? Wer die erste Variante bevorzugte, bekam Risotto mit Mascarpone, für Fleischliebhaber gabs Lammgigot.

Auch die Grünliberalen, die im Restaurant Lorenzini unterkamen, boten ihren Vegis Risotto mit Brokkoli und Randen an. Wer nicht auf Fleisch verzichten mochte, ass nach einer Zucchinicrème-Suppe ein Rindsentrecôte an Vino-Nobile-Sauce. Zum Dessert gab es bei der GLP Fruchtsalat oder Pannacotta.

Die BDP bewies wieder einmal die enge Verbundenheit mit ihrer Bundesrätin und lud in den Bernerhof ein, den Sitz des Finanzdepartements, wo Eveline Widmer-Schlumpf am Werk ist. Das Essen wurde von einem Caterer geliefert. Auf ein Salatbuffet folgte ein Pastabuffet.

Kulinarisch bedeckt gab sich hingegen die FDP. Lediglich so viel war in Erfahrung zu bringen: Der Freisinn versammelte sich in unmittelbarer Nähe der CVP im Bellevue, nur durch eine rote Samtkordel vom Mittepartner getrennt.

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