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Preise im HöhenflugSo teuer ist Skifahren in der Schweiz

Die Preise für Ski-Tickets steigen in dieser Saison, wie eine aktuelle Analyse zeigt. Am teuersten ist der Pisten-Plausch in Saas-Fee und Zermatt.

von
Dominic Benz

Das sind die 13 teuersten Skigebiete. (Video: 20 Minuten)

In den Weihnachts- und Skiferien strömen die Schweizer Wintersportler wieder in die heimischen Berge. Doch der Spass auf den Pisten ist in dieser Saison teurer geworden – trotz dynamischer Preise und Schnäppchen-Aktionen. Das zeigt eine Analyse von 14 Skigebieten der Bank Cler und dem Schweizer Wirschaftsforschungsinstitut BAK Economics.

Unter dem Strich sind die Preise der Skipässe in dieser Saison gegenüber der Vorjahresperiode um 5 Prozent gestiegen. Analysiert wurden 8-Tages-Skipässe, die jetzt gebucht wurden, für den Zeitraum vom 22. bis 29. Februar 2020.

Airolo am günstigsten

Am günstigsten ist der Skipass für Airolo. Dort kosten die acht Tage 268 Franken. Allerdings ist das Skigebiet mit 30 Pistenkilometern nicht sehr gross. Am teuersten sind die Regionen Saas-Fee mit 487 Franken und Zermatt mit 492 Franken. Damit beträgt der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Skipass mehr als vier Fünftel. Wie die Bank Cler betont, zahlt man bei den meisten international renommierten Skiregionen allein für den Namen einen Aufpreis.

Wie teuer das Skifahren in den anderen Bergregionen ist, sehen Sie im Video oben.

Die Zermatt Bergbahnen stehen zu ihren hohen Preisen. «Unsere Strategie ist, uns aus dem Preiskampf, der unter den Skigebieten tobt, rauszuhalten. Daher machen wir keine Billigangebote», sagt Sprecher Mathias Imoberdorf zu 20 Minuten. Man setze auf Qualität statt Quantität und investiere jedes Jahr viel: «Das alles verkaufen wir nicht unter Wert.»

Teurer Unterhalt

In Saas-Fee verteidigt man die Preise mit den hohen Unterhaltskosten für ein hochalpines Skigebiet. «Die Saastal Bergbahnen betreiben viel Aufwand für Lawinensprengungen, das Auffüllen des Gletschers oder die Beschneiung», sagt Matthias Supersaxo von Saastal Tourismus auf Anfrage. Das koste viel Geld.

Wie die Bank Cler feststellt, setzen mittlerweile viele Skigebiete auf dynamische Preise. Das Konzept ist beim Buchen von Flügen schon längst bekannt: Je früher man bucht, desto günstiger ist das Ticket. Das zahlt sich auch jetzt noch aus, auch wenn man mit früheren Buchungen nicht mehr ganz so günstig auf die Piste kommt wie in der letzten Saison.

Badeferien als Konkurrenz

Laut Norbert Hörburger stehen die Skigebiete unter grossem Druck: «Mittlerweile sind auch Badeferien eine gewisse Konkurrenz», sagt der Tourismus-Experte von der Fachhochschule Graubünden. Das eindimensionale Denken, im Winter nur noch Skiferien zu machen, gebe es fast nicht mehr. «Zudem sind Fernreisen schon fast günstiger als Skiferien.»

Aber warum steigen denn die Preise der Ski-Tickets trotz Preisdruck? Zum einen sei der Unterhalt der Skigebiete zunehmend teurer, erklärt Hörburger. «Zum anderen kann man ab einem gewissen Punkt die Nachfrage nicht mehr mit tiefen Preisen stimulieren.» Sonst laufe man im Fall von Discount-Angeboten Gefahr, dass der Umsatz einbreche, während die Kosten gleich hoch bleiben.

Teure Skiferien für Familien

Doch nicht nur die Ski-Tickets allein sind in dieser Saison teurer. Auch kosten die gesamten Skiferien mit Skischule, Ski-Verleih. Skipass und Unterkunft im Schnitt 6 Prozent mehr, so die Analyse der Bank Cler. Dabei sind die grössten Preistreiber die teureren Unterkünfte und die gestiegenen Preise von Skischulen.

So zahlt eine vierköpfige Familie für acht Tage Skiferien in Zermatt 5258 Franken, in Verbier 5379 Franken. Rund 2000 Franken günstiger sind die Ferien in Airolo. Für Studenten ist Graubünden teuer: Geht man zu dritt in eine Studenten-WG, zahlt man pro Person bis zu 1444 Franken. Am meisten kosten mit 1531 Franken die Skiferien in einer 3er-WG in Gstaad.

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