Kosovare Asllani: So tickt der Real-Star, der Ronaldos Hattrick-Rekord knackte
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Kosovare AsllaniSo tickt der Real-Star, der Ronaldos Hattrick-Rekord knackte

Hattrick in 155 Sekunden: Real-Kickerin Kosovare Asllani schreibt durch ihre Treffer gegen Valencia Club-Geschichte – und übertrumpft gar Cristiano Ronaldo. Was ist die Fussballerin für ein Mensch?

von
Nils Hänggi
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Real-Kickerin Kosovare Asllani schoss innert 155 Sekunden einen Hattrick. 

Real-Kickerin Kosovare Asllani schoss innert 155 Sekunden einen Hattrick.

imago images/Agencia EFE
Damit unterbot die Stürmerin die bisherige Bestmarke des Portugiesen, der inzwischen für Juventus Turin auf Torejagd geht, deutlich.

Damit unterbot die Stürmerin die bisherige Bestmarke des Portugiesen, der inzwischen für Juventus Turin auf Torejagd geht, deutlich.

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Asllani ist eine Fussballerin, die sich für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, beim Gehalt und um Diversität einsetzt. 

Asllani ist eine Fussballerin, die sich für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, beim Gehalt und um Diversität einsetzt.

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Darum gehts

  • Kosovare Asllani schoss innert 155 Sekunden einen Hattrick für Real Madrid.

  • Damit unterbot die Stürmerin die bisherige Club-Bestmarke des Portugiesen, der inzwischen für Juventus Turin auf Torejagd geht.

  • Was ist sie für eine Kickerin?

Ob das Cristiano Ronaldo gefallen wird? Real-Stürmerin Kosovare Asllani (30) schrieb im Primera-Division-Spiel gegen Valencia königliche Club-Geschichte. Die Schwedin schoss Real Madrid am Wochenende mit drei Toren zum 3:1-Sieg. Das Unglaubliche daran: Ihre Treffer erzielte sie binnen 155 Sekunden – Club-Rekord!

Damit unterbot die Stürmerin die bisherige Bestmarke des Portugiesen, der inzwischen für Juventus Turin auf Torejagd geht, deutlich. Cristiano Ronaldo hatte 2015 beim 9:1 gegen Granada acht Minuten für seinen Hattrick gebraucht. Ihre historische Leistung feierte sie auf dem Platz mit ihren Mitspielerinnen – und auf Instagram. Auf der Social-Media-Plattform postete sie ein Video ihrer Tore und versah es mit den schüchternen Worten: «Normalerweise veröffentliche ich hier ja keine Videos…»

Dabei müsste sie das gar nicht sein. Schüchtern. Schliesslich ist Asllani eine besondere Kickerin. Bei ihr geht es seit jeher um etwas Anderes, bei ihr geht es um das grosse Ganze. In anderen Worten: Um Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, auch beim Gehalt – und um Diversität, Akzeptanz.

«Ich wurde in ein Hotel in einem Ghetto gebracht»

So klagte sie einst in einem Interview mit «Expressen»: «Ich hätte gerne die gleichen Fragen erhalten wie männliche Spieler, also über Taktik, wie wir die Partie gewinnen sollten, die Gegner und all das ...» Weiter kritisierte sie, dass manche Leute nicht nachdenken würden. «Ich denke, es geht um Vorurteile, dass viele Menschen Frauenfussball mit Homosexuellen in Verbindung bringen», so Asllani. «Leider sind einige Leute so eingeschränkt.»

Dass Uefa und Fifa den Frauenfussball nicht gleich behandeln wie den der Männer, stösst der Schwedin besonders bitter auf. «Es ist schwer in Worte zu fassen, wie schlecht Uefa und Fifa den Frauenfussball behandeln. Anstatt ihn aufzuwerten und damit zu zeigen, dass ihnen der Frauenfussball genauso wichtig ist wie der Männerfussball, wird der Frauenfussball immer wieder herabgestuft», erklärt Asllani. «Uefa und Fifa kümmern sich überhaupt nicht um die Gleichstellung der Geschlechter.» Auch manche Clubs würden sich nicht drum scheren. So beschreibt Asllani ihre Zeit bei PSG folgend: «Als ich 2012 nach Paris kam, gab es viel Aufregung, Fotos zusammen mit Zlatan, und dann? Dann wurde ich in ein Apartmenthotel in einem Ghetto gebracht.»

Auch in der Schweiz haben es die Frauen schwer

Auch in der Schweiz hat der Frauenfussball einen schweren Stand. Kommendes Wochenende ist die zweite Runde der 2. Saisonhälfte in der Women's Super League. Und in der Meisterschaft ist gerade ziemlich viel los. Servette ist Tabellenführer, demütigte die Frauen des FC Basel vergangenes Wochenende mit 5:0. Die YB-Frauen und die Frauen des FCZ folgen auf den Plätzen 2 und 3. Den Zürcherinnen gelang in der Winterpause gar ein Transfercoup, verpflichteten sie doch die deutsche Fussballer-Legende Inka Grings als Trainerin. Immerhin: Seit dieser Saison zeigen die SRG-Sender regelmässig Spiele der Woman’s Super League im TV. 

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