Daten-Analyse – So tödlich sind schwere SUV wirklich
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Daten-Analyse So tödlich sind schwere SUV wirklich

Grosse Offroader sind für andere Verkehrsteilnehmer in leichteren Fahrzeugen sehr gefährlich. Zu diesem Schluss kommt eine Daten-Auswertung.

Kollidieren zwei Fahrzeuge mit einer grösseren Gewichtsdifferenz, ist das Risiko, dass es im leichteren Auto Tote oder Schwerverletzte gibt, um ein Vielfaches erhöht. (Archivbild)

Kollidieren zwei Fahrzeuge mit einer grösseren Gewichtsdifferenz, ist das Risiko, dass es im leichteren Auto Tote oder Schwerverletzte gibt, um ein Vielfaches erhöht. (Archivbild)

REUTERS/Rebecca Cook

Darum gehts

Auf Schweizer Strassen findet ein Wettrüsten statt. Insbesondere SUV werden immer beliebter. Im Jahr 2010 wurden rund 20'000 Autos verkauft, die mehr als zwei Tonnen wiegen. 2020 waren es fast doppelt so viele in dieser Gewichtskategorie.

Doch die schweren Offroader sind für die anderen Verkehrsteilnehmer in den leichteren Fahrzeugen sehr gefährlich. Wie gefährlich, das zeigt jetzt erstmals eine in der «Sonntagszeitung» veröffentlichte Auswertung des Tamedia-Datenteams mit Zahlen des Bundesamtes für Strassen (Astra) für die Jahre 2018, 2019 und 2020.

Tödliche Gewichtsdifferenz

Kollidieren zwei Fahrzeuge mit einer Gewichtsdifferenz von 100 bis 500 Kilogramm, ist das Risiko, dass es im leichteren Auto Tote oder Schwerverletzte gibt, bereits um 50 Prozent erhöht – gegenüber den Insassen im schwereren Fahrzeug. Beträgt die Differenz mehr als eine halbe Tonne, ist das Risiko für Tote oder Schwerverletzte in den leichteren Autos sogar dreimal so hoch.

Die Resultate schrecken auch die Spezialisten auf. Die Stiftung RoadCross berät jedes Jahr Hunderte Menschen nach Verkehrsunfällen und betreibt Präventionsarbeit. Die Organisation fordert nun in der «SonntagsZeitung» für die Halterinnen und Halter schwerer Fahrzeuge eine zusätzliche Steuer oder Abgabe – um die externen Kosten der fatalen Unfälle abzugelten.

Diese Einnahmen sollen laut RoadCross in der Unfallprävention eingesetzt werden. Auch die Politik reagiert: Die Zürcher Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter sagt angesichts der Resultate: «Der Staat muss handeln. Zum Beispiel, indem er die Gewichte oder die grossen Dimensionen der Autos limitiert.»

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(chk)

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