Optische Illusion entschlüsselt: So trickst dieses «expandierende schwarze Loch» dein Gehirn aus
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Optische Illusion entschlüsseltSo trickst dieses «expandierende schwarze Loch» dein Gehirn aus

Hast du das Gefühl, das schwarze Loch würde dich einsaugen? Das kommt nicht von ungefähr. Forscher aus Norwegen erklären, wie der Effekt zu Stande kommt. 

von
Fee Anabelle Riebeling
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Für viele Menschen scheint sich dieses schwarze Loch langsam auszubreiten. Doch das Bild ist komplett unbewegt. Der Eindruck entsteht durch Anordnung der vielen schwarzen Ellipsen. Sie gaukeln dem Verstand eine Helligkeitsveränderung vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Für viele Menschen scheint sich dieses schwarze Loch langsam auszubreiten. Doch das Bild ist komplett unbewegt. Der Eindruck entsteht durch Anordnung der vielen schwarzen Ellipsen. Sie gaukeln dem Verstand eine Helligkeitsveränderung vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Frontiers in Human Neuroscience: Laeng et al., 2022
Auch diese Kreise liessen Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer bereits verrückt werden. Im GIF scheinen sie sich zu bewegen. 

Auch diese Kreise liessen Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer bereits verrückt werden. Im GIF scheinen sie sich zu bewegen. 

Dieselbe Illusion geschieht auch in der farblosen Version. Tatsächlich bewegen sich die Kreise aber nicht. 

Dieselbe Illusion geschieht auch in der farblosen Version. Tatsächlich bewegen sich die Kreise aber nicht. 

Darum gehts

Eine neue optische Illusion zeigt einen schwarzen Fleck vor schwarz-weissem Hintergrund, der sich wie von Zauberhand auszubreiten scheint. Und dies, obwohl es sich dabei um ein statisches, unbewegtes Bild handelt. Wie kommt der Eindruck vom «expandierenden schwarzen Loch» zustande?

Eine Antwort auf diese Frage liefern Forscher aus Norwegen und Japan nun im Fachjournal «Frontiers in Human Neuroscience». Demnach gaukelt das Bild dem menschlichen Gehirn vor, Betrachterin und Betrachter würden einen lichtleeren Raum oder einen langen Tunnel betreten. Dabei handele es sich um eine natürliche Reaktion des Gehirns, die vorhersagt, wann sich das Licht ändert, so das Team um den Psychologen Bruno Laeng von der University of Oslo.

«Hochdynamische Illusion»

«Das expandierende Loch ist eine hochdynamische Illusion», so Laeng in einer Mitteilung des Journals. Die Illusion gaukele dem Verstand eine Helligkeitsveränderung vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, «als ob der Beobachter in ein Loch oder einen Tunnel hineinfährt», so Laeng weiter.

Grund dafür sei die Anordnung der vielen schwarzen Ellipsen. Wenn das Gehirn eine potenzielle Veränderung der Lichtintensität registriert, bringt es die Pupillen dazu, sich zu verengen oder zu erweitern. Wenn das Gehirn dies nicht täte, würde es Millisekunden länger dauern, bis die neuen visuellen Informationen höhere Prozesse im Gehirn erreichen. Wenn es so lange dauern würde, bis sich unsere Pupillen weiten, könnten wir uns in der Dunkelheit nicht so gut zurechtfinden.

Pupillen reagieren auf «imaginäres Licht»

In ihrer Studie wiesen die Forscher nach, dass genau dies auch beim Betrachten des Bildes geschieht. Mit Spezialkameras hatten sie die Augenbewegungen der 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Betrachten des Bildes verfolgt. Dabei zeigte sich, dass nicht alle, sondern nur 86 Prozent von ihnen die optische Illusion überhaupt wahrnahmen.

Bei ihnen beobachteten Laeng und seine beiden Kollegen eine stärkere Erweiterung als bei den anderen 14 Prozent. Die Augen reagieren auch, wenn die Farben umgekehrt sind: Statt sich zu erweitern, ziehen sich die Pupillen dann zusammen. Gerade so, als ob sie sich auf ein helles Licht zubewegten. Dies zeigt laut Laeng, dass «die Pupille darauf reagiert, wie wir Licht wahrnehmen, auch wenn dieses Licht imaginär ist.»

Nicht beantworten können die Forscher die Frage, warum sich der Effekt bei einigen Menschen nicht einstellt. Sie weisen aber darauf hin, dass selbst bei denjenigen, die die Illusion wahrnahmen, die Stärke der Empfindung variierte. 

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