Debatte gestört: So tricksten die Klima-Aktivisten die Security aus
Aktualisiert

Debatte gestörtSo tricksten die Klima-Aktivisten die Security aus

Klimaaktivisten demonstrierten im Nationalrat für eine ambitionierte Klimapolitik. Eine Beteiligte erzählt, wie das Transparent hineingeschmuggelt wurde.

von
dk

Hier entrollen die Aktivisten ihr Transparent und singen im Nationalrat. (Video: Tamedia)

Am Donnerstagmorgen strömten rund 60 Jugendliche im Rahmen eines offiziell angemeldeten Besuchs ins Bundeshaus und nahmen auf der Zuschauertribüne Platz. Nur einige Minuten später entrollen die Klimaaktivisten ein Transparent mit der Aufschrift «Final Countdown» (20 Minuten berichtete).

«Die Aktion soll unsere Politiker aufrütteln und zum Handeln aufrufen – sonst ist es zu spät», sagt die Zürcherin Paula Schmid (15), die sich auch aktiv an den Klimastreiks beteiligt. Sie und ihre Mitstreiter wollten die Klima-Proteste unbedingt auch ins Bundeshaus tragen. «Als wir zufälligerweise auf die Möglichkeit gestossen sind, bis zu 99 Personen für einen Gruppenbesuch im Bundeshaus anzumelden, haben wir das natürlich wahrgenommen», sagt Schmid.

Aktion ging beinahe schief

Da politische Demonstrationen im oder vor dem Bundeshaus untersagt sind, mussten sie die Aktion präzise planen. «Zuerst wollten wir Teile des Transparents um unsere Oberkörper wickeln und so ins Parlament schmuggeln», so Schmid. «Wir haben die Transparente dann aber in mehreren Stücken zerteilt in Schlafsackhüllen verstaut, die wir mit Rucksäcken ins Bundeshaus nahmen.»

Fast ging die Aktion schief: Die Gruppe konnte auf Weisung des Sicherheitsdienstes am Eingang nur 20 Rucksäcke mit ins Innere des Gebäudes nehmen. Schmid: «Das letzte Stück des Transparents war in diesem 20. Rucksack – wir hatten Glück.»

Voraussichtlich keine Konsequenzen

Die ganze Aktion sei aber extrem friedlich und schön abgelaufen, sagt Schmid. «Die Stimmung war super. Einige Parlamentarier haben sogar geklatscht.» Als die Sicherheitskräfte nach wenigen Minuten die Gruppe aufgefordert hätten, die Tribüne zu verlassen, sei man respektvoll geblieben und habe der Anordnung Folge geleistet.

«Wir wurden in einen Raum gebracht und man hat uns mitgeteilt, dass die Aktion der Hausordnung widerspreche und wir darum das Gebäude verlassen müssten», sagt Schmid. Man habe ihnen mitgeteilt, dass ihnen voraussichtlich keine Konsequenzen drohten. «Aber auch wenn: Nichts zu tun, wäre schlimmer.»

Paula Schmid (15) aus Zürich hat schon mehrere Klima-Demos mitorganisiert.

Deine Meinung