Milliardär in den USA sei «antischweizerisch» – «So überheblich muss er nicht sein» – SVP-Blocher wehrt sich gegen Wyss
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Milliardär in den USA sei «antischweizerisch»«So überheblich muss er nicht sein» – SVP-Blocher wehrt sich gegen Wyss

Der in den USA lebende Milliardär Hansjörg Wyss nannte die SVP in einem Interview eine «Gefahr für die Schweiz», bei deren Exponenten es «an Intelligenz fehlt». Jetzt schiesst alt Bundesrat Christoph Blocher im «Blick» zurück.

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Christoph Blocher (81) wehrt sich gegen die Kritik…

Christoph Blocher (81) wehrt sich gegen die Kritik…

Moritz Hager/Tamedia AG
…welche Hansjörg Wyss an der Politik der SVP übt.

…welche Hansjörg Wyss an der Politik der SVP übt.

Raphael Moser / Tamedia AG
Für eine unabhängige Schweiz zu sein sei intelligent, so der Multimilliardär.

Für eine unabhängige Schweiz zu sein sei intelligent, so der Multimilliardär.

Moritz Hager/Tamedia AG

Darum gehts

  • In einem Interview sagte der in den USA lebende Multimilliardär Hansjörg Wyss, er halte die SVP für unwählbar. Zudem mangle es Exponenten der Partei an Intelligenz.

  • Nun kontert SVP-Übervater Christoph Blocher, er halte Wyss «nicht für so viel gescheiter als ich» und nannte dessen Haltung «unschweizerisch.»

  • Seine Partei habe eben eine klare Linie, so Blocher weiter. Es sei «intelligent, gegen die unbegrenzte Masseneinwanderung» zu sein.

Das Interview, welches Hansjörg Wyss (86) dem «Blick» aus den USA gab, warf hohe Wellen. Darin übte der schwer reiche Unternehmer kräftig Kritik an der SVP: Gewissen Politikern der Partei fehle es im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das Covid-Zertifikat an Intelligenz, sagte er. Und weiter: «Die SVP wähle ich mit Bestimmtheit nicht. Diese Partei ist eine grosse Gefahr für die Schweiz und hat nicht erkannt, dass wir in einer international vernetzten Welt leben. Der SVP ist es am wichtigsten, dass die Schweizer Fahnen in jedem Dörfchen wehen.»

Das stiess alt Bundesrat Christoph Blocher sauer auf. Gegenüber dem «Blick» macht er nun seinem Unmut über Wyss’ Aussagen Luft. «So überheblich muss Hansjörg Wyss nicht sein», poltert er, «nach meinem letzten Gespräch mit ihm fand ich nicht, dass er so viel gescheiter sei als ich.» Zudem kreidet er Wyss an, dass er die Schweizer Politik aus dem Ausland heraus beurteile: «Im Gegensatz zu Wyss wohne ich in der Schweiz. Es ist billig, aus dem langjährigen Wohnsitz USA über die Schweiz herzuziehen!»

Die SVP vertrete ein klare Corona-Politik, sagt Blocher weiter. Man sei übrigens nicht gegen das Zertifikat, aber gegen die damit einhergehenden staatlichen Einschränkungen, die «zu einem faktischen Impfzwang führen.»

«Wir bezeichnen Wyss nicht als Dummkopf»

Zu Wyss’ Kritik an der Abschottungspolitik der SVP meint Blocher: «Die SVP ist nicht gegen Zuwanderung, aber gegen die unbegrenzte Masseneinwanderung und für die Unabhängigkeit der Schweiz. Das ist intelligent für einen, der die Schweiz liebt.» Und weiter: «Wyss hat eine antischweizerische Haltung, aber wir bezeichnen ihn deswegen nicht als Dummkopf.»

Der gebürtige Berner hatte auch den Bundesrat kritisiert, weil dieser die Verhandlungen zum Rahmenabkommen mit der EU abgebrochen hatte: «So etwas macht man doch nicht.» Die Schweiz werde von Brüssel künftig wie Pakistan behandelt. Auch zu dieser Aussage hat Blocher eine Antwort: «Das ist dieselbe alte Platte wie beim EWR-Nein», sagt Blocher. «Auch damals wurde davor gewarnt, wir würden verlumpen. Das Gegenteil ist eingetreten.» Aus den «fernen USA» lasse sich Kritik leicht sagen, so der 81-Jährige. «Wyss steht nicht zu einer unabhängigen Schweiz.» Er schliesst das Interview mit den Worten: «Ich mag Wyss persönlich, aber er ist kein politischer Faktor, mit dem ich mich beschäftige.»

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(trx)

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