Aktualisiert 07.02.2008 14:52

So überleben Sie garantiert keinen Flugzeugabsturz

Zusammenkauern, Kopf runter und die Knie mit den Armen umklammern: So sollen sich Flugpassagiere bei einer Notlandung verhalten. Doch dieser Rat ist gemäss eines Dokumentarfilms nicht lebensrettend, sondern todsicher. Und das sei auch so gewollt.

Die Sitzposition bei Flugzeugnotlandungen steht schon länger in der Kritik. Der «Discovery Channel» zeigte in der Sendung «Mythbusters» vor wenigen Tagen, dass die von vielen Airlines propagierte Sicherheitsposition bei einem riskanten Landemanöver Blödsinn sei. Viel mehr noch: Sie soll sogar gefährlich sein und die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Ausgangs für den Passagier massiv erhöhen.

Dies soll von den Airlines auch so gewollt sein: Denn die Luftfahrtunternehmen kommen mit einer einmaligen Zahlung für die Hinterbliebenen eines Todesopfers kostengünstiger davon als mit fortlaufenden Schmerzensgeldforderungen.

Flugzeugunglück: Start und Landung sind besonders kritisch

Der Luftverkehr steigt jährlich um 4,5 Prozent. Und der Passagierverkehr wird sich bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verdoppeln. Sicherheit in der Luft wurde noch nie so gross geschrieben wie heute, aber viele Luftfahrtexperten fürchten, dass die Standards nicht mit dem schnellen Anstieg des Passagierverkehrs mithalten werden. Beinahe 75 Prozent aller Flugzeugabstürze ereignen sich während des Starts oder der Landung.

Allerdings sind auch die Überlebenschancen in der Start- und der Landephase am höchsten, da die Geschwindigkeit in diesen Stadien nur bei etwa 240 Stundenkilometern liegt. Wie kann man die Wahrscheinlichkeit, eine Flugkatastrophe unbeschadet zu überstehen, also erhöhen?

Etwa 70 Prozent aller Flugzeugabstürze werden durch menschliche Fehler verursacht. Das «Human Factors Learning Lab» der Universität Lund in Schweden untersucht seit 40 Jahren die Gründe für menschliches Versagen. Derzeit gibt es keine Arbeitszeitbegrenzungen für Piloten. Manche Fluglinien setzen ihre Piloten zu lange am Stück ein, teilen ihnen zu viele frühe Starts hintereinander zu und gewähren ihnen kaum Ruhepausen.

Andere Fluggesellschaften haben sogar ein Bonussystem eingerichtet, das Piloten für pünktliche Landungen mit Prämien belohnt. Eine fragwürdige Betriebsführung, die das Unfallrisiko erhöht.

(rre, Quelle Arte)

TV-Tipp:

«Rettung in der Luft», Donnerstag, 7. Februar, 19:00 Uhr auf ARTE.

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