Maradonas Heimspielpremiere: So überrennt man einen Fussballzwerg
Aktualisiert

Maradonas HeimspielpremiereSo überrennt man einen Fussballzwerg

Ihr Trainer war auf Koks. Die Mannschaft aber spielte, als sei sie auf Speed. Maradonas Heimspielpremiere als Nationalmannschafts-Coach wurde zu einer Demonstration von Geschwindigkeitsfussball par excellence - mit sensationellen Toren.

(Quelle: YouTube)

«Wie soll man bei so einem Spektakel nicht vom WM-Titel träumen?», fragt die Sportzeitung «Olé». In Anlehnung an Maradonas Extremitäten heisst es dann sogar: «Gott existiert! Und er ist Argentinier.» Wenn Argentinien derart Kopf steht, dann hat die Nationalmannschaft wahrlich Grosses geleistet.

4:0 wurde Venezuela abgefertigt. «Die Mannschaft hat ein grosses Spiel abgeliefert», sagte Maradona nach dem Spiel. Vor allem Lionel Messi, neu mit der schweren Last der Rückennummer 10, fiel immer wieder positiv auf, erzielte das 1:0 nach sehenswertem Doppelpass und legte selber zum 2:0 durch Carlos Tevez auf. In der Schlussminute vergab der «Floh» nach einem wilden Solo sogar noch das 5:0 gegen den Fussballzwergen, der ohne bekannte Namen auskommen muss.

Für Maradona war es nicht nur das erste Spiel vor heimischem Publikum, sondern auch die Premiere nach dem Rücktritt von Juan Roman Riquelme. Der ehemalige Leistungsträger war schon in den Testspielen nicht mehr erste Wahl. Indem er auf die junge Generation mit Spielern wie Messi, Tevez oder Agüero setzt, bewies Maradona nun auch als Trainer ein göttliches Händchen.

Auf Skepsis folgt Zuversicht

Umfrageergebnisse der argentinischen Zeitung «Clarin» zeigen, dass nun auch die Bevölkerung an das Nationalteam glaubt: 86% der Argentinier waren mit der Leistung ihres Teams zufrieden. Die heissblütigen Gauchos könnten ihre Meinung aber schon bald wieder ändern, steht doch der harte Gang in die Höhe von La Paz in Bolivien an. Mal schauen ob dort die Luft für die Hand Gottes nicht gleich wieder dünn wird.

Nach dem 11. Spieltag liegt Argentinien mit 19 Punkten in der WM-Qualifikation in Südamerika auf dem zweiten Platz. Es führt Paraguay mit 23 Punkten. Brasilien belegt mit 16 Zählern den vierten Rang.

(tog)

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