Röntgenbild-Vergleich - So unterscheiden sich die Covid-Lungen von Geimpften und Ungeimpften
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Röntgenbild-VergleichSo unterscheiden sich die Covid-Lungen von Geimpften und Ungeimpften

Ansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 verhindert die Impfung nicht vollständig. Aber sie schützt gut vor schweren Verläufen. Der Vergleich zweier Röntgenbilder zeigt, was das für mögliche Lungenschäden bedeutet.

von
Fee Anabelle Riebeling
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So sieht die Lunge eines geimpften Covid-19-Patienten aus. 

So sieht die Lunge eines geimpften Covid-19-Patienten aus.

Twitter/FaheemYounus
Und so die eines nicht gegen Covid-19 geimpften Patienten. Bei den weissen Schatten handelt es sich um Milchglastrübungen – die bei Entzündungen der Lunge entstehen. 

Und so die eines nicht gegen Covid-19 geimpften Patienten. Bei den weissen Schatten handelt es sich um Milchglastrübungen – die bei Entzündungen der Lunge entstehen.

Twitter/FaheemYounus

Darum gehts

  • Die Covid-19-Impfungen verhindern schwere Verläufe.

  • Die abstrakte Info wird durch einen Fotovergleich zweier Lungen konkret.

  • Dieser zeigt: Die Impfung kann einen deutlichen Unterschied machen.

Die in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 wirken gut. Aber: Sie können nicht jede Infektion verhindern. Vereinzelt wurden auch schwere Verläufe und Tote gemeldet. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Anteil derer, die trotz vollständiger Impfung schwer erkranken, bei der Delta-Variante etwas grösser ist als noch bei der bis vor kurzem dominanten Alpha-Mutante (siehe Box).

Doch nach wie vor gilt: Die Impfstoffe schützen. Denn wer sich trotz Impfung infiziert, wird in der Regel sehr viel seltener einen schweren Verlauf erleiden als eine ungeimpfte Person. Wie gross der Unterschied punkto Lungenschäden sein kann, zeigen zwei Röntgenbilder.

Die Delta-Variante, das «Drecksding»

Die zunächst in Indien nachgewiesene Coronavirus-Variante Delta breitet sich inzwischen in 124 Ländern aus. Das sind 13 mehr als in der Vorwoche. Zwei Forschungsteams haben sich mit der von ihr ausgehenden Gefahr befasst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die erst auf Preprint-Servern veröffentlichten Studien diese Woche zitiert. Laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Kanada ist das Risiko, ins Spital zu müssen, um etwa 120 Prozent erhöht. Die Gefahr, auf der Intensivstation zu landen, um etwa 287 Prozent. Das Sterberisiko ist damit um etwa 137 Prozent höher. Ein Team aus China zeigte, dass mit Delta infizierte Personen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv seien. Zudem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test mehr als 1000 Mal höher gewesen als bei früheren Virusvarianten. Das, so die WHO, könnte heissen, dass sich «diese besorgniserregende Variante möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist.» Eine Haltung, die auch der Wiener Molekularbiologe Martin Moder teilt: Er bezeichnet es als «Teil der Erklärung, weshalb das Drecksding so verdammt ansteckend ist.»

Deutlicher Unterschied

Auf den Röntgenaufnahmen, die Faheem Younus, Leiter der Abteilung Infectious Diseases an der University of Maryland, auf Twitter geteilt hat, sieht man zwei Lungen, die sich deutlich unterscheiden. In beiden Fällen stammen die Bilder von einem Covid-19-Patienten. Auf der einen Aufnahme sind deutlich mehr helle Schatten zu sehen als auf der anderen. Das Röntgenbild zeigt die Lunge einer ungeimpften Person. Bei den weissen Schatten handelt es sich um sogenannte Milchglastrübungen.

Diese entstehen bei Entzündungen der Lunge. Wenn das Gewebe Wasser einlagert, erscheint dies auf Röntgenbildern als helle Trübung. Es wirkt dann, als würde man die Lunge durch eine Art Milchglasscheibe betrachten. Bei der anderen Lunge tritt dieser Effekt kaum auf. Sie gehört zu einer gegen Covid-19 geimpften Person, die die Infektion mit Sars-CoV-2 offensichtlich besser weggesteckt hat.

Covid-19 setzt Lungen zu

Anfang des Jahres 2021 schlug Brittany Bankhead-Kendall, Assistenzprofessorin an der Texas Tech University, Alarm: «Nach einer überstandenen Covid-Erkrankung sehen Lungen schlimmer aus als jede Raucherlunge, die wir je gesehen haben», so die Ärztin damals. Wie der Fernsehsender WGN America berichtete, zeigen Röntgenbilder einen dramatischen Unterschied zwischen einer gesunden Lunge, einer Raucherlunge und einer Post-Covid-Lunge:

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So sieht eine gesunde Lunge aus. 

So sieht eine gesunde Lunge aus.

Brittany Bankhead-Kendall
So sieht die Lunge eines Rauchers aus. 

So sieht die Lunge eines Rauchers aus.

Brittany Bankhead-Kendall
So sieht eine Lunge nach einer schweren Covid-Erkrankung aus. 

So sieht eine Lunge nach einer schweren Covid-Erkrankung aus.

Brittany Bankhead-Kendall

Bereits im März 2020 machte Keith Mortman, Mediziner am George Washington University Hospital, darauf aufmerksam, dass Sars-CoV-2 der Lunge ordentlich zusetzt. Er postete damals das Video einer geschädigten Lunge, bei der künstliche Beatmung nicht mehr ausreichte, um den Patienten am Leben zu halten, und stärkere Massnahmen ergriffen werden mussten. Der Betroffene hatte zunächst «nur» an Fieber, Husten und Atemnot gelitten.

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