Röntgenbild-VergleichSo unterscheiden sich die Covid-Lungen von Geimpften und Ungeimpften
Ansteckungen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 verhindert die Impfung nicht vollständig. Aber sie schützt gut vor schweren Verläufen. Der Vergleich zweier Röntgenbilder zeigt, was das für mögliche Lungenschäden bedeutet.
Darum gehts
- Die Covid-19-Impfungen verhindern schwere Verläufe.
- Die abstrakte Info wird durch einen Fotovergleich zweier Lungen konkret.
- Dieser zeigt: Die Impfung kann einen deutlichen Unterschied machen.
Die in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 wirken gut. Aber: Sie können nicht jede Infektion verhindern. Vereinzelt wurden auch schwere Verläufe und Tote gemeldet. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Anteil derer, die trotz vollständiger Impfung schwer erkranken, bei der Delta-Variante etwas grösser ist als noch bei der bis vor kurzem dominanten Alpha-Mutante (siehe Box).
Doch nach wie vor gilt: Die Impfstoffe schützen. Denn wer sich trotz Impfung infiziert, wird in der Regel sehr viel seltener einen schweren Verlauf erleiden als eine ungeimpfte Person. Wie gross der Unterschied punkto Lungenschäden sein kann, zeigen zwei Röntgenbilder.
Die Delta-Variante, das «Drecksding»
Deutlicher Unterschied
Auf den Röntgenaufnahmen, die Faheem Younus, Leiter der Abteilung Infectious Diseases an der University of Maryland, auf Twitter geteilt hat, sieht man zwei Lungen, die sich deutlich unterscheiden. In beiden Fällen stammen die Bilder von einem Covid-19-Patienten. Auf der einen Aufnahme sind deutlich mehr helle Schatten zu sehen als auf der anderen. Das Röntgenbild zeigt die Lunge einer ungeimpften Person. Bei den weissen Schatten handelt es sich um sogenannte Milchglastrübungen.
Diese entstehen bei Entzündungen der Lunge. Wenn das Gewebe Wasser einlagert, erscheint dies auf Röntgenbildern als helle Trübung. Es wirkt dann, als würde man die Lunge durch eine Art Milchglasscheibe betrachten. Bei der anderen Lunge tritt dieser Effekt kaum auf. Sie gehört zu einer gegen Covid-19 geimpften Person, die die Infektion mit Sars-CoV-2 offensichtlich besser weggesteckt hat.
Covid-19 setzt Lungen zu
Anfang des Jahres 2021 schlug Brittany Bankhead-Kendall, Assistenzprofessorin an der Texas Tech University, Alarm: «Nach einer überstandenen Covid-Erkrankung sehen Lungen schlimmer aus als jede Raucherlunge, die wir je gesehen haben», so die Ärztin damals. Wie der Fernsehsender WGN America berichtete, zeigen Röntgenbilder einen dramatischen Unterschied zwischen einer gesunden Lunge, einer Raucherlunge und einer Post-Covid-Lunge:
Bereits im März 2020 machte Keith Mortman, Mediziner am George Washington University Hospital, darauf aufmerksam, dass Sars-CoV-2 der Lunge ordentlich zusetzt. Er postete damals das Video einer geschädigten Lunge, bei der künstliche Beatmung nicht mehr ausreichte, um den Patienten am Leben zu halten, und stärkere Massnahmen ergriffen werden mussten. Der Betroffene hatte zunächst «nur» an Fieber, Husten und Atemnot gelitten.
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen, History & Digital und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
