SUV trifft auf Traktor - So unterschiedlich können Lamborghini sein
Der Urus aus dem Jahr 2022 und der Traktor R230 von 1969, beide aus der Lamborghini-Familie.

Der Urus aus dem Jahr 2022 und der Traktor R230 von 1969, beide aus der Lamborghini-Familie.

Michael Lusk
Publiziert

SUV trifft auf TraktorSo unterschiedlich können Lamborghinis sein

Unser Autotest mit dem Lamborghini Urus wurde unverhofft zu einem Familientreffen, als sich zwei klassische Traktoren des Sportwagenbauers zu uns gesellten.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

Es ranken sich viele Legenden um Ferruccio Lamborghini. Fakt ist: Im Jahr 1948 gründete der Italiener die Firma «Lamborghini Trattori» und verdiente damit in den folgenden Jahren gutes Geld. So gut, dass er privat Ferrari fuhr. Das reichte ihm 1963 aber nicht mehr. Und er baute unter dem Namen «Automobili Lamborghini» fortan seine eigenen Sportwagen. Ob jetzt, weil er sich mit Enzo Ferrari zerstritt oder einfach, um die Traktoren-Produktion zu bewerben, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall dürfen sich deshalb gerade in Italien viele Bauern damit rühmen, stolze Besitzer Lamborghinis zu sein.

Zwei Lamborghinis in der Scheune

Oder sogar mehrerer. So wie Alberto, der unweit des Lamborghini-Werks in Sant’Agata Bolognese sein Land bewirtschaftet. Und in dessen Scheune ein original Lamborghini-Traktor von 1969 und einer von 1983 steht. Zu dem Zeitpunkt, als wir im aktuellen Lamborghini Urus an seinem Hof vorbeifahren, ahnen wir davon allerdings noch nichts. Wir suchen «nur» eine Location, um den Stier fotografisch in Szene zu setzen. Zuvor haben wir im Hinterland rund um Bologna dem starken Super-SUV auf den Zahn gefühlt. Trotz 2,2 Tonnen Gewicht und 5,11 Metern Länge lässt sich der Kampfbulle wieselflink über enge Passsträsschen treiben, katapultiert sich in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bei freier Bahn 305 km/h.

Drei Generationen Lamborghini: 784 DT (1983), Urus (2022) und R230 (1969).

Drei Generationen Lamborghini: 784 DT (1983), Urus (2022) und R230 (1969).

Michael Lusk
Seit 2018 baut Lamborghini mit dem Urus einen SUV.

Seit 2018 baut Lamborghini mit dem Urus einen SUV.

Michael Lusk
Der 650-PS-SUV bietet Platz für die ganze Familie.

Der 650-PS-SUV bietet Platz für die ganze Familie.

Michael Lusk

Über 50 Jahre rustikaler Charme

Davon sind der Lamborghini R230 aus dem Jahr 1969 und der Lamborghini 784 DT von 1983 zwar meilenweit entfernt. Sie schaffen nicht mal ein Zehntel davon, tuckern mit maximal 23 km/h durch die Emiglia-Romagna. Auch sonst gehen die typischen Autoquartett-Duelle eindeutig zugunsten des Urus aus. Vier Zylinder kann der 784 DT beispielsweise in die Waagschale werfen, der Urus hat doppelt so viele. 1969 konnten leistungshungrige Bauern sogar zwischen einer 30- und einer 39-PS-Version wählen. Diese Wahl aus mehreren Motorisierungen hat der Urus-Käufer zwar (noch) nicht, er bekommt dafür aber per se 650 Pferdchen unter der Haube. Aber wichtig sind bei einem Traktor ohnehin andere Talente. In erster Linie als Arbeitstiere auf dem Feld, auf das wir mit dem Urus trotz Allrad, Differenzial und Torque Vectoring trotzdem nicht fahren. Zu gross ist der Respekt, die schönen 22-Zöller oder den teuren Lack zu zerkratzen. Dafür stehen heute alle drei fürs Familienfoto Spalier, nachdem Alberto seine beiden Lamborghinis extra aus der Scheune geholt hat. Denn schliesslich lieben die Italiener nicht nur Autos, sondern auch Familienbesuch. Und den gibt es rund um Sant’Agata Bolognese öfters. Auch wir kommen gerne wieder, wenn wir das nächste Mal einen Stier testen. 

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