30.11.2018 04:10

Er lebte 5 Monate am FlughafenSo verbringt Hassan seine ersten Tage in Freiheit

Ein syrischer Flüchtling verbrachte über ein halbes Jahr im Transitbereich eines Flughafens und in einem Auffanglager. Jetzt ist er in Freiheit.

von
roy
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Hassan Al-Kontar war in Malaysia gestrandet und dokumentierte sein Leben auf Instagram. Er versuchte hier, sich selbst die Haare zu schneiden, wagte es aber doch nicht. Er möge seine langen Locken ja, schrieb er.

Hassan Al-Kontar war in Malaysia gestrandet und dokumentierte sein Leben auf Instagram. Er versuchte hier, sich selbst die Haare zu schneiden, wagte es aber doch nicht. Er möge seine langen Locken ja, schrieb er.

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«Selbst in meiner Situation habe ich noch Lieblingsmomente. Meine liebste Tageszeit ist, wenn es ruhiger ist, weniger Leute da sind, etwas Musik läuft und es viel Kaffee gibt», schrieb er zu diesem Bild.

«Selbst in meiner Situation habe ich noch Lieblingsmomente. Meine liebste Tageszeit ist, wenn es ruhiger ist, weniger Leute da sind, etwas Musik läuft und es viel Kaffee gibt», schrieb er zu diesem Bild.

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Nun müsse er sich für den Winter bereitmachen.

Nun müsse er sich für den Winter bereitmachen.

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Während fünf Monaten war der Transitbereich des Kuala Lumpur International Airports der Wohnort von Hassan Al Kontar aus Syrien. Der syrische Flüchtling hatte kein Visum. Hätte er den Transitbereich verlassen, wäre er in seine Heimat abgeschoben worden. Doch das wollte der 37-Jährige verhindern.

Seine Geschichte ging um die Welt, da Al-Kontar von seinem Leben am Flughafen auf Instagram berichtete. Er bekam Heiratsanträge - die er jedoch nicht annehmen durfte, da es aus Visa-Gründen nicht erlaubt ist zu heiraten. Schliesslich wurde eine Online-Petition eingerichtet, um dem Syrer ein legales Leben in Kanada zu ermöglichen.

Dort ist er nun auch angekommen. Allerdings nicht auf einfachem Wege. Nach fünf Monaten am Flughafen wurde er im Oktober verhaftet und verbrachte weitere zwei Monate in einem Auffanglager. Er selbst äussert sich in einem Twittervideo nicht zu diesen letzten Wochen. «Das ist nicht wichtig. Wichtig ist jetzt die Gegenwart und die Zukunft.»

Über Taiwan erreichte Al-Kontar schliesslich Vancouver. Zu CNN sagte er über seine ersten Tage in Freiheit: «Ich will die frische Luft geniessen und einfach auf den Strassen herumlaufen, so viel es geht. Ich dusche heiss und trinke Kaffee mit Freunden.»

Er könne noch immer nicht glauben, nun frei zu sein. «Vor lauter Aufregung kann ich nicht schlafen.» Al-Kontar habe einen Job in einem Hotel, den er, sobald er sich erholt habe, antreten werde. «Mir wurde bewusst, dass das wirkliche Leben manchmal wunderbarer ist als die Träume von diesem Leben.»

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