Aktualisiert 03.12.2019 16:44

E-SportSo verdienen Streamer mit Gamen Millionen

Für viele ist Gamen längst nicht mehr nur Hobby, sondern Beruf. Erfolgreiche Streamer verdienen monatlich oft sogar einen sechsstelligen Betrag.

von
Riccardo Castellano
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Die E-Sport-Branche wächst und wächst: Jedes Jahr wird bei internationalen Turnieren der Preisgeld-Rekord vom Vorjahr gebrochen. Über 30 Millionen Dollar wurden dieses Jahr bereits an zwei Events ausgeschüttet.

Die E-Sport-Branche wächst und wächst: Jedes Jahr wird bei internationalen Turnieren der Preisgeld-Rekord vom Vorjahr gebrochen. Über 30 Millionen Dollar wurden dieses Jahr bereits an zwei Events ausgeschüttet.

Keystone/Ennio Leanza
Noch lukrativer als die Turniere ist die Streaming-Branche. Auf der Plattform Twitch schauen täglich 15 Millionen Nutzer Inhalte an – und das nicht nur von Profi-Gamern.

Noch lukrativer als die Turniere ist die Streaming-Branche. Auf der Plattform Twitch schauen täglich 15 Millionen Nutzer Inhalte an – und das nicht nur von Profi-Gamern.

Twitch.tv
Es gibt laut Streamern wie Jeremy «DisguisedToast» Wang vier Möglichkeiten, wie Streamer auf Twitch Geld verdienen: Abonnenten, Spenden, Werbeeinnahmen und Sponsoren. DisguisedToast

Es gibt laut Streamern wie Jeremy «DisguisedToast» Wang vier Möglichkeiten, wie Streamer auf Twitch Geld verdienen: Abonnenten, Spenden, Werbeeinnahmen und Sponsoren. DisguisedToast

YT/DisguisedToast

Dass man mit Gamen Geld machen kann, zeigen unlängst die E-Sportler. 2019 ist bereits jetzt ein weiterer Meilenstein in der E-Sport-Branche. Zum ersten Mal in der Geschichte des E-Sports erreicht der Markt laut Branchenspezialist Newzoo global einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um über ein Viertel gestiegen.

Auch Preisgelder an internationalen Turnieren nehmen Ausmasse an, die verschiedene traditionelle Sportarten bereits jetzt in den Schatten stellen. So haben diesjährige Events wie The International zum Strategiespiel «Dota 2» und der «Fortnite»-World-Cup beide über 30 Millionen Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet. Gamer, die zum Teil noch nicht einmal volljährig sind, wurden Millionäre.

Influencer der Gaming-Welt

Doch das ist noch längst nicht alles. Neben Preisgeldern liegt die lukrativste Einnahmequelle für Profi-Spieler auf Plattformen wie Twitch und Youtube. Täglich schauen über 15 Millionen Nutzer Inhalte aus der Gaming-Welt live auf Twitch. Der Tech-Riese Amazon hat das Potenzial erkannt und 2014 die Plattform übernommen.

Mit Twitch kann grundsätzlich jeder Geld machen, nicht nur aktive E-Sportler. Viele der Top-Streamer sind ehemalige Profi-Spieler. Sie sitzen nun Vollzeit vor dem Computer und haben täglich Tausende Zuschauer – sei es dank ihrer Fähigkeit, zu unterhalten, oder aufgrund ihrer Gaming-Skills. Twitch-Berühmtheiten sind quasi die Influencer der Gaming-Welt.

Vier Einnahmequellen

Doch wie kommen die Streamer auf einen so hohen Lohn? Es gibt beim Streamen vier Einnahmequellen, mit denen Geld verdient wird: Abonnements, Werbung, Spenden und Sponsoring.

1. Abonnements

Zuschauen ist auf Twitch kostenlos. Wer aber den Streamer seiner Wahl unterstützen möchte, kann das Portemonnaie zücken. Ein Abo für einen Streamer kostet auf Twitch 4,99 Dollar pro Monat, also rund 5 Franken. Davon erhält der Streamer 50 bis 75 Prozent, je nach Grösse des Kanals. Der deutsche Streamer Marcel «MontanaBlack» Eris verdiente mit 35'000 Abonnenten monatlich bis zu 131'250 Franken nur mit Abos. Eine beachtliche Summe.

2. Spenden

Neben Abos gibt es auch weitere Möglichkeiten, wie die Zuschauer ihren Lieblings-Streamer finanziell unterstützen können. Per Paypal oder Kreditkarte können die Fans ihren Idolen eine gewünschte Summe zukommen lassen. Ein Bonus: Der Streamer liest den Text zur Spende live im Stream vor. Von bekannten Streamern wie Ninja weiss man: Er bekommt monatlich Tausende Franken an Spenden und erhielt bereits mehr als 40'000 Franken an nur einem Tag.

3. Werbung

Vor jedem Stream läuft Werbung. Wie viel während der Übertragung läuft, entscheiden die Streamer selber. Durch einen «Werbeknopf» können die Gamer neben den geplanten Werbeabschnitten zusätzliche Werbung für die Zuschauer abspielen. Streamer Jeremy «DisguisedToast» Wang verdient laut eigenen Aussagen – ohne Drücken des Werbeknopfs – monatlich rund 10'000 Franken

4. Sponsoring

Die Streamer arbeiten mit Firmen zusammen, um deren Produkte zu bewerben. Dabei bezahlen etwa Game-Entwickler die Streamer, damit sie ihre Games spielen, um Aufmerksamkeit zu generieren. Streamer können so von einem Rappen bis zu einem Franken pro Zuschauer pro Stunde verdienen. Eine Milchbüchleinrechnung: Ninja hatte pro Stream im Schnitt 50'000 Zuschauer auf Twitch. Bei den gekauften Streams konnte er also rund 50'000 Franken pro Stunde kassieren.

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