Friedenstipps: So vermeiden Sie, dass es an Weihnachten knallt
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FriedenstippsSo vermeiden Sie, dass es an Weihnachten knallt

Die Weihnachtszeit ist eine fröhliche Zeit – oder auch nicht. Damit das Fest der Liebe nicht zum Alptraum wird, sollten Sie folgende Regeln beachten.

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Machen Sie frühzeitig ab, wo Weihnachten gefeiert wird! «Beide Partner haben Erwartungen an Weihnachten und die Art und Weise, wie das Fest zelebriert werden muss. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man Kompromisse macht», sagt die Psychologin Valentina Anderegg. (Filmszene aus «Santa Clause - Eine schöne Bescherung» )

Machen Sie frühzeitig ab, wo Weihnachten gefeiert wird! «Beide Partner haben Erwartungen an Weihnachten und die Art und Weise, wie das Fest zelebriert werden muss. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man Kompromisse macht», sagt die Psychologin Valentina Anderegg. (Filmszene aus «Santa Clause - Eine schöne Bescherung» )

Suchen Sie das richtige Geschenk! «Geschenke sind viel mehr als ein Austausch von Materialien», sagt Anderegg. Das Geschenk sei ein Symbol für den Stellenwert, den man beim Schenkenden habe. (Filmszene aus «Schöne Bescherung»)

Suchen Sie das richtige Geschenk! «Geschenke sind viel mehr als ein Austausch von Materialien», sagt Anderegg. Das Geschenk sei ein Symbol für den Stellenwert, den man beim Schenkenden habe. (Filmszene aus «Schöne Bescherung»)

Sagen Sie, wenn Sie keinen Bock auf die Kirche haben! «Das Wichtigste ist, dass man sich selber treu bleibt und aufzeigt, wo die eigenen Grenzen sind - auch bei weihnachtlichen Ritualen», sagt Anderegg. (Filmszene aus «Kevin - Allein zu Haus»)

Sagen Sie, wenn Sie keinen Bock auf die Kirche haben! «Das Wichtigste ist, dass man sich selber treu bleibt und aufzeigt, wo die eigenen Grenzen sind - auch bei weihnachtlichen Ritualen», sagt Anderegg. (Filmszene aus «Kevin - Allein zu Haus»)

Kaum jemand, der sich nicht auf Weihnachten freut. Die Grossmutter ist glücklich, dass endlich wieder einmal die ganze Familie zusammenkommt, die Kinder warten auf die Geschenke und die Mutter ist stolz auf den gelungenen Rinderbraten. «Doch die Ideale der Kindheit und Wunschvorstellungen prallen oft mit der Realität zusammen. Das ist frustrierend und führt zu Streit», sagt Psychologin Valentina Anderegg. Eine kleine Auseinandersetzung könne plötzlich tiefgreifende Konflikte zutagefördern. Denn gerade in der Weihnachtszeit staue sich der Stress an und man sei emotionaler und empfindlicher.

Zusätzlich zum normalen Alltagsstress müsse man das Fest organisieren, Guetsli backen und Geschenke kaufen. «Da ist es mit der Besinnlichkeit rasch dahin», so Anderegg. Doch dank guter Organisation und klaren Absprachen kann dem Streit Einhalt geboten werden, weiss die Psychologin.

• Machen Sie frühzeitig ab, wo gefeiert wird

Bei dir oder bei mir? Diese Frage stellen sich viele Paare, wenn es darum geht, wo denn nun dieses Jahr Weihnachten gefeiert wird. «Beide Partner haben Erwartungen an Weihnachten und die Art und Weise, wie das Fest zelebriert werden muss. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man Kompromisse macht», sagt Anderegg.

Flexibilität, Toleranz und Grosszügigkeit seien wichtig. So könne man Weihnachten dieses Jahr bei der Familie des einen Partners feiern und nächstes Jahr bei der Familie des anderen. «Der Partner wird es zu schätzen wissen, wenn man auch mal auf seine eigenen Bedürfnisse verzichtet.»

• Suchen Sie das richtige Geschenk

«Geschenke sind viel mehr als ein Austausch von Materialien», sagt Anderegg. Das Geschenk sei ein Symbol für den Stellenwert den man beim Schenkenden habe. Das Geschenk drücke aus, ob der andere Rücksicht auf seine Wünsche und Bedürfnisse nehme und man sich Zeit genommen habe, ein sinnvolles Geschenk zu suchen. Bei einem Geschwister, das sich als Kind von den Eltern immer vernachlässigt fühlte, könne ein unpassendes Geschenk zum Beispiel das alte Gefühl des Zu-kurz-Kommens wieder hochspülen. «Und auch der Ehemann sollte sich zweimal fragen, ob die Küchenmaschine nun wirklich das richtige Geschenk ist oder ob er damit seine Frau nicht verletzt», sagt Anderegg.

Und was, wenn man sich zu Weihnachten gar nichts schenkt? Dann dürfe man auch nicht beleidigt sein, wenn dann tatsächlich nichts unter dem Weihnachtsbaum liege, wenn das im Vorfeld so abgemacht wurde.

• Sagen Sie, wenn Sie keine Lust auf Kirche haben

Eigentlich würden Sie an Weihnachten am liebsten gemütlich Fondue chinoise essen und dann TV schauen. Doch bei der Familie Ihrer neuen Freundin gibt es die volle Weihnachtsdröhnung: Es werden Lieder gesungen, aus der Bibel gelesen und um Mitternacht gehen alle zusammen in die Kirche.

Was, wenn man keinen Bock darauf hat? «Das Wichtigste ist, dass man sich selber treu bleibt und aufzeigt, wo die eigenen Grenzen sind – auch bei weihnachtlichen Ritualen», sagt Anderegg. Diese bespreche man aber am besten im Vorfeld und mit kühlem Kopf, damit man am Weihnachtsabend niemanden vor den Kopf stosse und ihn in seinen religiösen Gefühlen verletze.

• Zähmen Sie Ihre Kinder

Weihnachten ohne Kinder seien gar keine richtigen Weihnachten, glauben viele. Erst wenn sich die Kleinen mit glänzenden Augen um den Weihnachtsbaum versammeln und «O Tannenbaum» singen, sei Weihnachten perfekt. Sind Kinder ein Friedensfaktor? «Nicht unbedingt», sagt Anderegg. «Kinder bergen ein gewisses Konfliktpotenzial. Sie wollen möglichst schnell essen, damit sie die Geschenke früher öffnen können.»

Die Ungeduld der Kinder sei eine grosse Herausforderung. Deshalb müssten Eltern im Vorfeld überlegen, wie sie Weihnachten für ihre Kinder gestalten wollten, und klare Regeln aufstellen. «Eltern sollten sich für ihre Kinder Zeit nehmen, damit sie die Weihnachtszeit als etwas ganz Spezielles erleben.»

• Wenden Sie das Stresspräventionsprogramm an

Ein Kind weint, weil es das falsche Geschenk bekommen hat, Tante Irma ist sauer, weil beim Fondue chinoise die Chnobli-Sauce fehlt, der pubertierende Sohn spricht kein Wort und klebt die ganze Zeit an seinem Handy. Bevor Sie explodieren, sollten Sie das bewährte Stresspräventionsprogramm anwenden, rät Anderegg.

Das funktioniert wie folgt: Es gibt einen Sprecher und einen Zuhörer, die Regeln befolgen müssen. Der Sprecher formuliert, welche konkrete Situation ihn warum wütend gemacht hat, ohne sein Gegenüber dabei zu beleidigen oder anzugreifen. Der Zuhörer sollte aktiv und engagiert zuhören, das Gesagte zusammenfassen und offene Fragen stellen. «Konflikte müssen gelöst werden», sagt Anderegg. Die Frage sei allerdings, ob der Weihnachtsabend der richtige Moment dafür sei.

In diesem Sinne. Frohe und friedliche Weihnachten an alle 20-Minuten-Leser!

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