10 Highlights: So verrückt war das Eishockey-Jahr 2018
Aktualisiert

10 HighlightsSo verrückt war das Eishockey-Jahr 2018

Der Spengler-Cup-Sieg von KalPa war der letzte Höhepunkt des Eishockey-Jahres 2018. Es waren verrückte 12 Monate, die wir nicht so schnell vergessen werden. 10 Episoden dazu.

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mal
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1. Das WM-Silberwunder von Kopenhagen: Die Schweizer müssen sich erst im Final Schweden 2:3 nach Penaltyschiessen geschlagen geben und werden nach ihrer Ankunft am Flughafen in Kloten von den Fans (im Bild Nino Niederreiter) wie Helden gefeiert.

1. Das WM-Silberwunder von Kopenhagen: Die Schweizer müssen sich erst im Final Schweden 2:3 nach Penaltyschiessen geschlagen geben und werden nach ihrer Ankunft am Flughafen in Kloten von den Fans (im Bild Nino Niederreiter) wie Helden gefeiert.

Keystone/Patrick Huerlimann
2. Die Zürcher Sorgenkinder stürmen zum Meistertitel: Die ZSC Lions beenden die Qualifikation auf Rang 7, doch Coach Hans Kossmann führt sie dann zum Triumph (im Bild stemmt Mathias Seger den Pokal). Im Final setzen sie sich mit 4:3-Siegen gegen Lugano durch.

2. Die Zürcher Sorgenkinder stürmen zum Meistertitel: Die ZSC Lions beenden die Qualifikation auf Rang 7, doch Coach Hans Kossmann führt sie dann zum Triumph (im Bild stemmt Mathias Seger den Pokal). Im Final setzen sie sich mit 4:3-Siegen gegen Lugano durch.

Keystone/Alessandro Crinari
3. Der kitschige Abschied einer Legende: Am 21. September wird Mathias Seger im Hallenstadion geehrt. Der 40-jährige Rekordnationalspieler (305 Länderspiele) hat seinen Rücktritt per Ende Saison 2017/18 im Voraus angekündigt.

3. Der kitschige Abschied einer Legende: Am 21. September wird Mathias Seger im Hallenstadion geehrt. Der 40-jährige Rekordnationalspieler (305 Länderspiele) hat seinen Rücktritt per Ende Saison 2017/18 im Voraus angekündigt.

Fabienne Andreoli

1. Das WM-Silberwunder von Kopenhagen

Zum zweiten Mal innert fünf Jahren holt die Nationalmannschaft WM-Silber. Während sie 2013 in Stockholm von Beginn an zu einem Siegeszug ansetzte, der erst im Final von Gastgeber Schweden (1:5) gestoppt werden konnte, war es im Mai 2018 nach zähem Start ein Steigerungslauf mit unvergesslichen Siegen im Viertelfinal gegen Finnland (3:2) und im Halbfinal gegen Kanada (3:2). Im Final waren wir dieses Mal soooooo nahe an Gold dran. Kevin Fiala vergab in der Verlängerung den Matchpuck zum 3:2-Sieg, ehe die Schweden im Penaltyschiessen erneut zum Schweizer Albtraum wurden. Die Enttäuschung war grenzenlos und die Freude über die Silbermedaille zunächst gleich null, es brauchte einen überwältigenden Empfang der Schweizer Fans bei der Ankunft, um die Tränen der Spieler zu trocknen.

2. Die Zürcher Sorgenkinder stürmen zum Meistertitel

Auf Rang 7 in der Tabelle abgerutscht, feuerten die ZSC Lions kurz vor der Weihnachtspause (vor einem Jahr) Trainer Hans Wallson und ersetzten ihn durch Hans Kossmann. Der grosse Effekt blieb zunächst aus, unter dem Kanada-Schweizer schlichen sich die Zürcher zwar ins Playoff, doch dieses schien eine kurze Angelegenheit zu werden, kassierten sie doch im ersten Viertelfinal-Spiel gegen Zug eine deutliche 1:4-Abfuhr. Doch danach legten die Zürcher Sorgenkinder plötzlich den Schalter um und begannen ihren furiosen, leidenschaftlichen Sturmlauf, der nach Siegen gegen Zug (Viertelfinal), Titelverteidiger Bern (Halbfinal) und Lugano (Final) im neunten Meistertitel gipfelte.

3. Der kitschige Abschied einer Legende

2018 ging auch die Karriere einer Legende zu Ende. Und das Drehbuch dafür hätte nicht perfekter geschrieben werden können, ja es war schon fast kitschig. Mathias Seger, der Rekordnationalspieler (305 Länderspiele), WM-Weltrekordhalter (16 Teilnahmen) und National-League-Rekordspieler (1167 Spiele), ging am Ende mit seinem insgesamt sechsten Meistertitel. Auf dem Eis hatte der 40-Jährige zwar nicht mehr die grosse Rolle, aber in seiner Funktion als Antreiber in der Kabine und auf der Bank hatte er trotzdem wesentlichen Anteil am Gewinn des Meisterpokals. Zum Saisonstart 2018/2019 wurde der Verteidiger dann im ausverkauften Hallenstadion mittels einer aufwendigen Zeremonie offiziell verabschiedet – das ging so richtig unter die Haut.

4. Die plötzliche Abgang der Trainer-Ikone

Man wusste, dass dieser Tag irgendwann kommen wird. Doch als es dann geschah, als Arno Del Curto am 27. November nach 22 Jahren als Trainer des HC Davos zurücktrat, war das dann doch ein Schock, der alle Sportinteressierten in der Schweiz bewegte. Wieviel hat dieser Mann für das Schweizer Eishockey getan, wie oft haben wir über ihn gestaunt und geschmunzelt, vor ihm den Hut gezogen? Doch plötzlich war er weg und es ist ein seltsames Bild, die Davoser Trainerbank ohne ihn zu sehen. Auch nach über einem Monat haben sich viele noch nicht wirklich daran gewöhnt. Die jüngere Generation hat einen HC Davos ohne Arno Del Curto zuvor noch nie erlebt.

5. Der Abstieg der Unabsteigbaren

Der EHC Kloten war der dienstälteste Verein in der höchsten Schweizer Spielklasse, von 1962 an gehörten die Zürcher Unterländer dieser ununterbrochen an. Doch die imposante Marke fand im April 2018 ihr Ende, Kloten musste nach einer desaströsen Saison mit zwei Trainerwechseln absteigen, nachdem die an Dramatik nicht mehr zu überbietenden Ligaqualifikation gegen die Rapperswil-Jona Lakers verloren ging. In der Verlängerung von Spiel 7 schickte Jan Mosimann mit seinem Tor in der 78. Minute den EHC Kloten nach 56 Jahren eine Liga tiefer und deren Fans in ein Tränenmeer.

6. Die vier Streiche der Rapperswil-Jona Lakers

Zunächst sorgten die Rapperswil-Jona Lakers im Februar für Furore, indem sie als Unterklassiger nach einer 7:2-Gala im Final gegen den HC Davos Cupsieger wurden. Doch der Hunger der Rosenstädter war damit noch längst nicht gestillt. Zunächst schlossen sie die Qualifikation der Swiss League als souveräner Gewinner ab, dann holten sie sich im Playoff den Meistertitel und schafften drei Jahre nach dem Abstieg mit ihrem 4:3-Erfolg in der Ligaqualifkation gegen Kloten auch noch den Wiederaufstieg. In der National League muss Rappi als Neuling nun zwar hartes Brot essen und ist aktuell abgeschlagen Letzter, doch für den Cupfinal qualifizierte sich die Mannschaft von Jeff Tomlinson erneut.

7. Die Playoff-Finalisten unter dem Strich

Der Auftakt ins neue Jahr wird prickelnd, dafür garantiert die aktuelle Tabellenkonstellation in der National League. Denn nicht nur Rekordmeister Davos liegt derzeit unter dem Strich, sondern auch Meister ZSC Lions und deren Playoff-Finalgegner Lugano. Dafür verblüffen die fix für das Playout eingeplanten Ambri und SCL Tigers, liegen aktuell auf den Rängen 4 und 6. Eishockey ist schon ein ziemlich verrückter Sport. Gibts im März wirklich ein Playoff ohne den HCD, den ZSC und Lugano?

8. Der Genoni-Transfer

Sogar mitten im heissen Schweizer Sommer gab es dieses Jahr einen Eishockey-Hammer. Anfangs August wurde bekannt, dass Nati-Goalie Leonardo Genoni auf die nächste Saison vom SC Bern zum EV Zug wechselt. Ein Erdbeben, das die Landkarte im Schweizer Eishockey massiv verändern könnte. Dies umso mehr, weil hochklassige Schweizer Goalies im Vergleich zu früheren Jahren eher Mangelware sind. Das Problem kennt auch Lugano, das Elvis Merzlikins in Richtung Nordamerika verlieren wird. Der SCB versucht sein Glück, nachdem er mit seinem Antrag auf eine Erhöhung der Ausländerzahl an der Ligaversammlung gescheitert ist, nun nächste Saison mit ZSC-Ersatzgoalie Niklas Schlegel.

9. Die Schweizer rocken die NHL

Die Schweizer sind in der NHL zu einem wichtigen Faktor geworden, Erfolgsmeldungen von ihnen gehören fast schon zur Tagesordnung. Bewunderung geniesst Nummer-1-Draft Nico Hischier (New Jersey), ein Vorbild für jeden jungen Spieler ist Nashville-Captain Roman Josi, zuletzt staunten wir über die grandiosen Skorerwerte von Timo Meier (San Jose). Und dann gibt es ja auch noch Nino Niederreiter, Kevin Fiala, Sven Andrighetto, Sven Bärtschi, Denis Malgin, Mirco Müller, Luca Sbisa, Dean Kukan, Yannick Weber und Jonas Siegenthaler.

10. Die Wiedergeburt von Damien Brunner

Er war nicht mehr der Alte. Seit seiner Rückkehr aus der NHL kam Damien Brunner nicht mehr auf sein gewohntes Rendement. Auch weil er mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte. Als Brunner dann im Sommer von Lugano nach Biel wechselte, wurde dies fast schon als Vorruhestand abgetan. Doch es kam komplett anders. An neuer Wirkungsstätte fand der 32-Jährige wieder zu alter Spielfreude und Stärke zurück. Schon 15 Tore und 13 Assists, aktuell ist der filigrane Stürmer und Ligatopskorer von 2012 damit die Nummer 5 in der National League.

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