9 Schweizer Medaillen: So verrückt war die Ski-WM in Cortina – so gut war das Schweizer Team
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9 Schweizer MedaillenSo verrückt war die Ski-WM in Cortina – so gut war das Schweizer Team

Medaillen en masse für die Schweiz, unfaire Rennen und ein Sturz, der äusserst glimpflich ausging. Das war die spektakuläre Ski-WM in Cortina.

von
Adrian Hunziker
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Lara Gut-Behrami wird Weltmeisterin im Riesenslalom.

Lara Gut-Behrami wird Weltmeisterin im Riesenslalom.

REUTERS
Loïc Meillard gewinnt im Parallelrennen seine zweite Bronze-Medaille. 

Loïc Meillard gewinnt im Parallelrennen seine zweite Bronze-Medaille.

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Michelle Gisin strahlt über Bronze in der Kombination.

Michelle Gisin strahlt über Bronze in der Kombination.

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Darum gehts

  • Die Ski-WM in Cortina ist beendet, es war ein Erfolg für die Schweiz.

  • Das Schweizer Team sicherte sich 9 Medaillen – so viele wie keine andere Nation.

  • Zu reden gaben aber auch andere Themen wie das Wetter oder Stürze.

  • Das Parallelrennen, das erstmals durchgeführt wurde, stach negativ heraus.

13 Rennen in zwei Wochen – eigentlich in elf Tagen – das war die Ski-WM in Cortina. Die Schweiz schaut gerne zurück, war sie doch die erfolgreichste WM seit 32 Jahren. Aber nicht nur der Medaillensegen bleibt in Erinnerung, auch andere Themen kristallisieren sich heraus.

Das Wetter lässt die Ski-Fans verzweifeln

Eigentlich hätte die Ski-WM am Montag, 8. Februar beginnen sollen – aber das Wetter macht nicht mit, mehrmals, Schnee und Nebel haben etwas dagegen. Also müssen diverse Rennen verschoben werden, sodass erst am Donnerstag der ersten Woche das erste Rennen, der Super-G der Frauen, durchgeführt werden kann. Endlich! Ab dann gibt es für einige Fahrerinnen und Fahrer ein extrem gestaffeltes Programm, der Zeitplan ist so eng wie nie.

Gut-Behrami wird ausfällig am TV

Währenddem die Frauen darauf warten, dass der Super-G losgeht – was er dann aber eben nicht tut, weil er verschoben wird – fährt die TV-Kamera auf Lara Gut-Behrami zu, die gerade mit jemandem spricht und nicht zu merken scheint, dass sie gefilmt wird. «Dann sollte ich mich noch beim Präsidenten entschuldigen gehen und ihm sagen, dass die Piste doch gut ist? Leck mich doch am Arsch!», sagt die Tessinerin. Sie tritt damit gegen Crans-Montana nach – und spaltet die Schweiz. Hat sie recht, sich so zu beschweren oder nicht?

Gut-Behramis Ausrutscher im Live-TV.

Video: SRF

Gut-Behrami wird erstmals Weltmeisterin – und doppelt nach

Gut-Behrami weiss ihre Kritiker aber zu verstummen, denn als der Super-G endlich stattfinden kann, wird sie ihrer Favoritenrolle gerecht und rast zu Gold – es ist ihre erste Goldmedaille an einer Ski-WM! Und es kommt noch besser: Corinne Suter sichert sich Silber. Was für ein perfekter Schweizer Start in die WM. Und Gut-Behrami legt noch einen drauf, nein sogar zwei: Sie wird in der Abfahrt Dritte hinter Siegerin Suter und sichert sich im Riesenslalom ihren zweiten Weltmeistertitel. Insgesamt räumt das Schweizer Team neun WM-Medaillen ab.

«Einfach nur schrecklich!»

Natürlich hätten auch die Schweizer Männer im Super-G Medaillen einheimsen wollen, aber daraus wird nichts. Die Kurs-Setzung gibt zu reden: «Einer WM nicht würdig», «Einfach nur schrecklich!», «Fair kann das nicht sein», heisst es in den sozialen Medien. Das, weil das Rennen auf einer Strecke stattfindet, die im Weltcup noch nie befahren wurde. So haben nicht nur die Schweizer keine Chance auf Edelmetall.

«Das ist keine Abfahrt»

Ja, auch die Abfahrts-Strecke gibt zu reden. Titelverteidiger Beat Feuz sagt nach dem ersten Abfahrts-Training: «Das ist keine Abfahrt.» Der Kugelblitz wollte sich aber nach seiner Trainingsfahrt nicht aufregen: «Schlussendlich muss man das Beste daraus machen, wenn es so bleibt. Ich werde sicherlich auch alles geben, nur werden die Fernsehzuschauer so auch keine Freude haben.» Es reichte dem Schangnauer immerhin zu Bronze.

Grosse Emotionen – trotz verpasster Medaille

Michelle Gisin wurde in der Abfahrt «nur» Fünfte, trotzdem war die Engelbergerin im Interview mit SRF den Tränen nahe: «Es ist mega schön für Corinne, ich freue mich richtig, sie hat sich das verdient. Bei mir hat es leider knapp nicht gereicht für eine Medaille, aber ich freue mich trotzdem nach zwei schwierigen Jahren hier zu stehen. Es ist sehr emotional für mich.»

Gisin zeigt Emotionen.

Video: SRF

Der akrobatische Nicht-Sturz

Der Franzose Maxence Muzaton sorgte in der Abfahrt für einen Schreckmoment. Der 30-Jährige kam bei hoher Geschwindigkeit zu Fall, stürzte aber nicht richtig, sondern kam erneut auf den Ski zu stehen und konnte einen schweren Sturz so vermeiden. Es sah äusserst spektakulär und elegant aus. Eine Verletzung zog sich Muzaton dennoch zu: Er riss sich das Kreuzband und seine Saison war damit beendet.

Maxence Muzaton rettet sich akrobatisch.

Video: SRF

Feuz bleibt ein Schweizer!

Beat Feuz war im österreichischen Fernsehen zu Gast, das Schweizer Team hatte soeben die erste Woche der Ski-WM dominiert. Der Präsident des österreichischen Ski-Verbands, Peter Schröcksnadel, schlug deshalb vor, Beat Feuz einbürgern – aus Spass natürlich. Feuz erwiderte im ORF-Studio: «Nachher schiebt er mich zwei Jahre später ab wie den Romed. Ich bleib bei den Schweizern.»

Feuz erlaubt sich einen Scherz im österreichischen TV.

Video: SRF

Das unfairste Rennen? Es kommt zu Morddrohungen

Das erste Einzel-Parallelrennen an einer WM wurde zum Desaster. Bei der Premiere ging so etwa alles schief, was schiefgehen konnte. Die Ergebnisse wurden aufgrund einer Regelung verfälscht. Während am Morgen nur ein Lauf über die Achtelfinal-Qualifikation entschied, mussten am Nachmittag die Fahrerinnen und Fahrer auf einer anderen Piste in zwei Läufen um Sieg oder Niederlage kämpfen. Während im ersten Run der Maximalvorsprung aufgrund des Reglements maximal nur eine halbe Sekunde betragen konnte, wurde im zweiten Run die Zeit laufen gelassen. Und weil im Verlauf des Rennens der Unterschied zwischen dem roten und blauen Kurs immer offensichtlicher wurde, wurden die Bedingungen immer unfairer. Trotzdem holte Loïc Meillard Bronze für die Schweiz – es hätte aber Gold sein können. Markus Waldner, Renndirektor des Ski-Weltverbandes Fis, erhielt nach dem umstrittenen Rennen Morddrohungen.

Deine Meinung

51 Kommentare
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Chrigel

22.02.2021, 13:35

Immerhin sind wir Ski-Weltmeister im ausscheiden, leider sind am meisten Schweizer ausgeschieden

Willi T.

22.02.2021, 10:10

Wir durften eine Doppelweltmeisterin und eine Weltmeisterin feiern – das war's! Nein, das Schweizer Team war nicht gut an dieser WM.

gg

22.02.2021, 09:36

Das Verbandsziel waren 5 Medallien.. Also Ziel deutlich übertroffen GZ Boys and Girls.