Scam: Betrüger versuchen auf Instagram deine Daten zu klauen

Publiziert

BetrugsmascheSo versuchen Scammer, auf Instagram deine Daten zu klauen 

Mit einem Trick versuchen Betrüger auf Instagram derzeit, an Kopien von Pässen oder IDs zu kommen. Gelockt wird mit einem blauen Verifikations-Haken. Ein Experte warnt.

von
Daniel Graf
1 / 7
Auf Instagram kursiert derzeit eine neue Betrugsmasche. 

Auf Instagram kursiert derzeit eine neue Betrugsmasche. 

20min/Taddeo Cerletti
Über private Nachrichten geben sich Betrüger als Verifikations-Team des Mutterkonzerns Meta aus. 

Über private Nachrichten geben sich Betrüger als Verifikations-Team des Mutterkonzerns Meta aus. 

20min/Michael Scherrer
User werden aufgefordert, die Kopie des Passes oder einer ID einzuschicken. 

User werden aufgefordert, die Kopie des Passes oder einer ID einzuschicken. 

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Mit einer neuen Betrugsmasche versuchen Scammer auf Instagram, an eine Kopie deines Passes oder deiner ID zu kommen. 

  • Dabei ist Vorsicht geboten: Der Handel mit persönlichen Daten nimmt im Darknet laut einem Experten rasant zu. 

  • Wer Betrügern eine Kopie seines Passes schicke, müsse etwa mit unangenehmen Fragen von Plattformen wie eBay rechnen. 

  • Auch die Polizei rät, Absender immer genau zu verifizieren, bevor heikle Daten verschickt werden. 

«Wir haben festgestellt, dass Ihr Konto für ein blaues Häkchen infrage kommt. Um Nachahmer zu vermeiden und Ihr Konto hervorzuheben, wird ein blaues Häkchen neben Ihrem Namen platziert, damit es leichter zu finden ist.» Diese Nachricht geht derzeit auf Instagram herum. Absender ist ein Account namens «Meta Verification Team». In der Nachricht werden Userinnen und User dazu aufgefordert, möglichst schnell auf die Nachricht zu antworten und eine vollständige und gut leserliche Kopie der ID, des Passes oder des Führerscheins mitzuschicken.

Mehreren 20-Minuten-Lesern kam das suspekt vor, sie meldeten sich bei uns. Dass es sich bei den Anfragen höchstwahrscheinlich um einen Betrugsversuch handelt, bestätigt Cybersecurity-Experte Marc Ruef: «Dass Plattformen für die Verifizierung proaktiv auf Nutzerinnen und Nutzer zugehen, ist sehr unüblich. Normalerweise muss man sich selbst um eine Verifizierung bemühen und diese auch ausreichend begründen.» Die Plattformen versuchten, möglichst wenige Verifikationen durchzuführen, da diese mit einem Mehraufwand verbunden seien.

Viele Warnhinweise

Im vorliegenden Fall gibt es laut Ruef mehrere Warnhinweise: «Der Benutzer existiert erst seit Januar 2022, als Ort wird der Libanon ausgewiesen. Der Benutzername wurde zweimal in den vergangenen 90 Tagen geändert. Es wurde eine G-Mail-Adresse verknüpft und das Konto selbst ist auch nicht verifiziert.»

Bist du auf Instagram? 

Das Ziel der Betrüger ist laut Ruef, an die Daten zu kommen: «Der Handel von persönlichen Daten, gerade im Darknet, ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Dadurch können zum Beispiel Erpressungen angegangen oder gefälschte Identitäten aufgebaut werden.» Wer auf die Betrüger hereingefallen sei, müsse damit rechnen, dass die Daten missbraucht würden. «Das Foto des Passes könnte beispielsweise für die Beglaubigung von betrügerischen eBay-Konten verwendet werden. Die Betreiber von eBay oder Geschädigte könnten dann den Kontakt zum Opfer des Datenmissbrauchs suchen.»

Kapo Zürich rät, Absender immer genau zu überprüfen

Bei der Kantonspolizei Zürich, die eine Abteilung «Cybercrime Police» betreibt, ist die Vorgehensweise der Insta-Betrüger noch nicht «als häufiges Phänomen» bekannt. Grundsätzlich gelte jedoch, dass immer besondere Vorsicht zu wahren sei. «Ein Logo und eine entsprechende Überschrift verifizieren noch keinen Absender», sagt Kenneth Jones von der Medienstelle. Man solle vor dem Senden von heiklen Daten den Empfänger genau verifizieren. «Dies immer über den Hauptkontakt der Firma und nie über Links, die mit einer Anfrage versendet werden.» 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

5 Kommentare