Anlassen oder nicht?  - So viel Dreck tragen wir mit Schuhen in die Wohnung
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Anlassen oder nicht? So viel Dreck tragen wir mit Schuhen in die Wohnung

Auf unseren Schuhsohlen sammeln sich neben Staub und Schmutz auch Bakterien. Das kann zum Problem werden.

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Viele Menschen ziehen ihre Strassenschuhe erst in der Wohnung aus oder behalten sie einfach an. 

Viele Menschen ziehen ihre Strassenschuhe erst in der Wohnung aus oder behalten sie einfach an.

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Andere ziehen sie schon vor der Haus- oder Wohnungstüre aus und lassen sie auch dort stehen. Letztere Variante empfehlen Mediziner. 

Andere ziehen sie schon vor der Haus- oder Wohnungstüre aus und lassen sie auch dort stehen. Letztere Variante empfehlen Mediziner.

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Denn man trägt mit den Schuhen weitaus mehr als nur sichtbaren Schmutz in die Wohnräume. 

Denn man trägt mit den Schuhen weitaus mehr als nur sichtbaren Schmutz in die Wohnräume.

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Darum gehts

  • Ob man die Schuhe in der Wohnung trägt oder davor auszieht, ist mehr als eine Geschmacksache.

  • Zu diesem Schluss kommen gleich mehrere US-Studien.

  • Besonders wenn Kinder in der Wohnung zuhause sind, sollten die Schuhe vor dem Betreten der Wohnung ausgezogen werden.

Die Corona-Pandemie hat uns die Wichtigkeit von Hygienemassnahmen vor Augen geführt. Unser Körper ist täglich mit Millionen von Bakterien und Viren konfrontiert. Dank unserem Immunsystem, das man mittels eines gesunden Lebensstils optimal rüstet, werden wir von den meisten Erregern jedoch nur selten schwer krank. Auch gute Ernährung trägt ihren Teil dazu bei.

Das mit der Sauberkeit gilt jedoch nicht nur fürs Händewaschen, sondern auch für unser Schuhwerk. Verschiedene Studien aus den USA raten dazu, die Schuhe vor dem Betreten der Wohnung auszuziehen. Am besten schon draussen vor der Haustür.

Bakterienteppich für Babys und Kleinkinder problematisch

Der Grund: Man trägt mit den Schuhen weitaus mehr als nur Schmutz in die Wohnräume, so Cindy Gellner, Kinderärztin an der University of Utah Health. «Bakterien, einschliesslich Escherichia coli, befinden sich auf den meisten Schuhen. Ihre Schuhe kommen in Kontakt mit Bakterien von Toilettenböden und aus dem Freien.»

Escherichia coli ist ein Bakterium, das Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen verursacht. «Wenn Sie Ihre Schuhe nicht ausziehen oder sie nicht reinigen, können Sie die Bakterien ins Haus übertragen. Dies ist besonders in Haushalten ein Problem, in denen ein Säugling oder ein Kleinkind herumkrabbelt, weil alles, was sie an die Hände bekommen, schliesslich in den Mund gelangt.»

Wie gefährlich ist E.coli?

Escherichia coli – auch Kolibakterium genannt – ist ein Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt. Dort ist es harmlos und nützlich. Aber es kann grossen Schaden anrichten, sobald es den Darm verlässt und in die Nieren oder die Blase wandert. So gelten E.coli-Bakterien als häufigste Auslöser für Harnwegsinfektionen.

Andere E.coli-Varianten, die nicht Teil der Darmflora sind, können, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden, zu Durchfall führen. In der Regel schaffen es Erkrankte aus eigener Kraft, mit den Bakterien fertig zu werden. Doch bei Kindern, immunschwachen und älteren Personen kann es zu Dickdarmentzündungen und lebensgefährlichen Nierenschäden kommen.

Fussmatte vor der Tür als Übeltäter

Kevin Garey von der University of Houston, Texas, verbrachte zwei Jahre damit, die Verbreitung des widerstandsfähigen Bakteriums Clostridium difficile zu untersuchen, das seit 2016 Clostridioides difficile genannt wird. Das Forschungsteam sammelte Proben in öffentlichen Parks, Lebensmittelläden, Restaurants und in Houstons Häusern, um sie zu vergleichen. Es stellte sich heraus, dass ihre Schuhe viel mehr Keime mit nach Hause brachten, als sie erwartet hatten.

Mehr als 26 Prozent der Schuhsohlen aus der häuslichen Umgebung wurden positiv auf Clostridium difficile getestet, fast dreimal höher als die Menge, die in Küchen und Bädern gefunden wurde. «Die Fussmatte vor der Haustür ist der schlimmste Übeltäter», fügt Garey hinzu. «Sie können darauf Keime abwischen, aber auch neue hinzufügen.»

Fast eine halbe Million Amerikaner wurden im Jahr 2011 mit Clostridium difficile infiziert, was zu 29’300 Todesfällen führte. Zu den Symptomen gehören Fieber, Bauchschmerzen und heftiger Durchfall. Ältere Menschen und Patienten, die Antibiotika einnehmen, sind am gefährdetsten. Aber für die meisten gibt es keinen Grund zur Panik. Wenn Sie kein Hochrisikopatient sind, der Antibiotika einnimmt, «müssen Sie sich kaum Sorgen machen», so Garey.

Schuhe mit viel Profil bleiben vor der Tür

Als Gegenmassnahme kann man die Schuhe bereits draussen vor der Wohnungstür ausziehen. Eine regelmässige Reinigung der Schuhe und Schuhsohlen empfiehlt sich. Vor allem bei Schuhen mit tiefem Profil kann mehr Schmutz haften bleiben. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann die Schuhsohlen sogar mit Desinfektionsmittel besprühen.

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(heute.at/sp/fee)

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