Aktualisiert 17.01.2019 10:15

Vorbereitung im SüdenSo viel geben die Clubs für Trainingslager aus

Alle Super-League-Clubs flüchten in wärmere Gefilde, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Alle bis auf den FC Thun.

von
E. Tedesco
1 / 10
Wo die Schweizer Clubs trainieren
Wo die Schweizer Clubs trainieren

FC Thun: 14. bis 19. Januar in GrindelwaldTestspiele:11. Januar: Thun - Rapperswil-Jona 2:019. Januar: Wil - Thun19. Januar: Brühl SG - Thun26. Januar: Thun - Kriens

Keystone/Anthony Anex
Young Boys: 9. bis 18. Januar in Belek (TUR)Testspiele:23. Januar: YB - Schaffhausen26. Januar: YB - Wil26. Januar: YB - Lausanne

Young Boys: 9. bis 18. Januar in Belek (TUR)Testspiele:23. Januar: YB - Schaffhausen26. Januar: YB - Wil26. Januar: YB - Lausanne

kein Anbieter/Twitter
FC Basel: 14. bis 23. Januar in Marbella (ESP)Testspiele:11. Januar: Basel - Aarau 2:0Termin offen: Basel - Union Berlin

FC Basel: 14. bis 23. Januar in Marbella (ESP)Testspiele:11. Januar: Basel - Aarau 2:0Termin offen: Basel - Union Berlin

kein Anbieter/Twitter

«Das hat sich bewährt», sagt Trainer Marc Schneider zur Vorbereitung in gewohnter Umgebung im Berner Oberland. Auch dank guter Bedingungen, die der FC Thun in der Stockhorn-Arena mit dem Kunstrasen selbst bei winterlichen Temperaturen vorfindet. 2017 war der Verzicht auf ein Trainingslager im Ausland eine Folge finanzieller Schwierigkeiten und aus der Not heraus geboren. Mittlerweile verzichten die Berner aus Überzeugung auf die Reiserei in den Süden. Sportchef Andres Gerber: «Wir haben seither immer eine gute Rückrunde gespielt.»

Aber wie viel sparen die Thuner? Was lassen sich die anderen Clubs die klimatischen Vorzüge des Südens kosten? 20 Minuten hat in Bern nachgefragt. Destination Travel ist einer der grössten Schweizer Player im Bereich Trainingslager und organisiert jährlich rund 150 Camps für Profi- und Amateurmannschaften im In- und Ausland. «Zu unseren Kunden zählen der FC Basel, Luzern, GC und der FC Wil», sagt Richard Wey, Teilhaber des Sportreisen-Spezialisten, der momentan in Spanien für die Camps von Basel und Luzern nach dem Rechten schaut.

Der FCB will Exklusivrecht

Rund 100'000 bis 120'000 Franken bezahlen die Clubs für die Vorbereitung in Südeuropa. Im Paket enthalten sind Flug, Beförderung des Gepäcks, Hotel, Essen, Transport vor Ort und Trainingsplätze. Nach oben sind für die im Schnitt 50 bis 70 Personen umfassenden Delegationen keine Grenzen gesetzt. Es gibt aber Möglichkeiten, den einen oder anderen Franken zu sparen.

Der FCB transportiert zum Beispiel das grosse Gepäck (Material) mit dem Teamcar nach Marbella und spart so Transportkosten. 20 Alu-Boxen mit Material würden rasch einmal 10'000 Franken und mehr kosten, würde man diese im Flieger befördern, so Fachmann Wey. Zudem spart der FCB in Spanien Shuttlekosten, weil der eigene Bus die Mannschaft zum Training bringt und auch wieder abholt. Der FCL lässt das Gepäck via Camion nach Spanien bringen und umgeht so hohe Transportkosten auf dem Luftweg. Für Fahrten der Mannschaft in Marbella wird ein Car gemietet.

Die Kosten reduzieren kann ein Club auch beim Trainingsplatz. Will man den Rasen zur exklusiven Verfügung haben wie FCB-Trainer Marcel Koller, muss der Club tiefer in die Tasche greifen. Andernfalls könnte man den Platz mit anderen Clubs teilen. «Man kann stundenweise Slots buchen», sagt Wey. «Schweizer bevorzugen frühe Trainings, während die Russen Slot B ab 14 Uhr mögen.»

Auch Einladungen sind möglich

Spanien und die Türkei gehören zu den Lieblingsdestinationen der Schweizer Fussballer. Da passiert es schon mal, dass man sich beim Buchen des Hotels in die Quere kommt. So schnappte GC dem FC Sion ein von Trainer Murat Yakin bevorzugtes Luxusresort vor der Nase weg. Apropos Sion: Die Walliser sind das einzige Team, das sich das Wintercamp mit der U-21 teilt – und trotzdem wenig bezahlt. Kasami und Co. sind auf Einladung in Belek.

Je früher man plant, desto eher hat man die Garantie, die gewünschte Unterkunft auch zu erhalten. «Die Topdestinationen sind meist schon früh weg», sagt Wey, der erste Reservationen schon im Frühjahr tätigt. Der FCB ist in dieser Hinsicht vorbildlich. Die Basler geben den Organisatoren ihre Daten meist spätestens im Juli bekannt. So hat der Reiseanbieter genügend Vorlauf für die Vorbereitungen. Apropos Rotblau: Der FCB ist auch der einzige Super-League-Club, der einen eigenen Koch mitnimmt.

Thun trotzt Eis und Schnee

Hotel-, Platz- oder Reiseprobleme hat der FC Thun, der im Berner Oberland bleibt, nicht. Wie vor einem Jahr reist die Truppe von Marc Schneider immerhin für drei Tage nach Grindelwald. Auf Einladung der Jungfraujoch-Bahnen. (Mitarbeit: Simon Scheidegger)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.