Camin vs. Wolff: So viel kostet der Wahlkampf in Zürich
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Camin vs. WolffSo viel kostet der Wahlkampf in Zürich

Für den Wahlkampf um den Zürcher Stadtratssitz hat das Komitee von Marco Camin bislang fast drei Mal so viel ausgegeben wie jenes von Richard Wolff. Trotzdem trennten die beiden im 1. Wahlgang nur 2000 Stimmen.

von
rom

Die Stadtratsersatzwahlen haben das Wahlkampfteam von Richard Wolff (Alternative Liste) im ersten Wahlgang exakt 71'978 Franken gekostet. Davon stammen 10'000 Franken von Wolff selber, der Rest aus der AL-Kasse und von Spenden.

Für den zweiten Wahlgang will die Partei laut einer Mitteilung «mindestens gleich viel Mittel» einsetzen. Dabei setzt man auf Crowdfunding – am Freitag wurde ein Bettelmail an über 500 Personen verschickt. Das Spendenziel liegt bei 35'000 Franken – bis Dienstagabend lagen bereits Zusagen in der Höhe von gegen 30'000 Franken vor. «Zudem leistet Richard Wolff eine Defizitgarantie», wie AL-Gemeinderat Niklaus Scherr gegenüber 20 Minuten präzisiert.

In ihrer Mitteilung forderte die AL Widersacher Marco Camin schliesslich auf, ebenfalls Transparenz zu schaffen: «Es ist Zeit, liebe Stadtzürcher FDP und lieber Weinberg-Besitzer, jetzt den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken, wieviel Geld in den ersten Wahlgang geflossen und wie das Ganze finanziert worden ist», schrieb die AL in der Mitteilung.

Etwas über 200'000 Franken bei Camin

Camin wundert sich darüber und sagt: «Herr Wolff hatte sich doch für den zweiten Wahlgang auf die inhaltliche Diskusssion gefreut. Offenbar sind meine politischen Positionen mittlerweile allen so klar, dass man übers Geld diskutieren will.» Die genauen Zahlen seien ohnehin noch nicht bekannt. Er schätzt die Ausgaben im ersten Wahlgang auf «etwas über 200'000 Franken».

Das ist fast drei Mal mehr als Wolff ausgegeben hat. Oder anders gesagt: Die FDP hat für jede der 24'184 Stimmen, die Camin im ersten Wahlgang erhalten hat, rund 8 Franken ausgegeben – die AL dagegen für jede der 22050 Wolff-Stimmen bloss etwas mehr als 3 Franken.

Das Geld für den Camin-Wahlkampf stammt hauptsächlich von Mitgliedern seines Komitees. «Meinen Einsatz leiste ich zurzeit primär Form in von Arbeit und durch mein Fehlen am Arbeitsplatz in unserem Geschäft.»

Camin stopft allfällige Finanzlöcher

Für den zweiten Wahlgang rechnet Camin mit weiteren Kosten von rund 50'000 Franken – darin eingerechnet sind allerdings bereits die beiden grossen Inserate im Tages-Anzeiger und in der NZZ vom letzten Samstag. Diese allein dürften zusammen rund 35'000 Franken gekostet haben. «Ich gehe davon aus, dass noch gewisse Spenden eingebracht werden – die Anzahl Komiteemitglieder steigt stetig an, darunter auch GLP-Mitglieder, das freut mich sehr», sagt Camin. «Im weiteren bin ich aber auch bereit, eventuell fehlende Beträge zu übernehmen.»

Am 21. April wählen die Stadtzürcher einen Nachfolger für den zurücktretenden Martin Vollenwyder. Neben Camin und Wolff tritt auch der parteilose Toni Stadelmann nochmals an. Die GLP hat sich nach dem Debakel im 1. Wahlgang – ihr Kandidat Daniel Hodel schaffte nur 12'185 Stimmen – zurückgezogen.

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