147 bis 530 Franken: So viel kostet ein Skitag
Aktualisiert

147 bis 530 FrankenSo viel kostet ein Skitag

84 Stutz fürs Bett, 30 für den Skipass, 7 fürs Essen auf der Piste, 2 fürs Bier im Après-Ski – das kann kein Schweizer Skigebiet sein. Wo ist der Ski-Spass am günstigsten?

von
S. Spaeth

Wer Ätna hört, denkt an Rauchsäulen, Asche und Lava. Doch der 3323 Meter hohe Berg auf Sizilien – Europas aktivster Vulkan – beheimatet im Süden auch ein Skigebiet mit fünf Transportanlagen. Was die Preise anbelangt, hat das südlichste aller europäischen Skigebiete die Nase vorn. So steht es jedenfalls im SkiTripindex 2012.

Für den Index hat der Reiseinformationsdienst TripAdivsor die Kosten für Skipass, Skimiete, Burger und Pommes am Pistenrand sowie Hotel und Après-Ski in 43 Skigebieten in ganz Europa verglichen. Im Ätna-Skigebiet schlägt das Paket mit 122 Euro (146 Franken) zu Buche, was den Spitzenrang bedeutet. Richtig günstig sind mit 129 Euro bzw. 136 Euro auch die Regionen Bansko in Bulgarien sowie Astún in den spanischen Pyrenäen.

Erstaunlich ist: Gleich nach dieser Gruppe von Günstig-Skigebieten folgt eine ganze Reihe deutscher Destinationen, darunter klingende Namen wie Berchtesgaden oder Garmisch-Partenkirchen – beide bekannt aus dem Ski-Weltcup. Der Skitag mit Übernachtung und Ski-Miete kostet in Berchtesgaden laut SkiTripindex 170 Euro (204 Franken), was vierter Rang bedeutet. 204 Euro (245 Franken) sind es im auf dem Rang 8 liegenden deutschen Nobelskiort Garmisch-Partenkirchen.

Ischgl als teure Austria-Destination

Die preiswerteste Destination beim Schweizer-Wintersport-Erzfeind Österreich ist Mayrhofen mit Kosten von 248 Euro. Der Ort im Zillertal liegt auf Rang 20 und damit im Mittelfeld. Nur wenig teurer ist Sölden. Die wegen des Retenbach-Gletschers äusserst schneesichere Destination liegt auf Rang 23. Kostenpunkt: 272 Euro pro Skitag. Die teuerste Destination des Schweizer «Angstgegners» ist Ischgl auf Rang 36. Hier kostet der Trip 347 Euro.

In den Top Ten der teuersten Skigebiete am stärksten vertreten sind Destinationen aus der Schweiz (die in Sachen Qualität oft sehr gut abschneiden): Jeder zweite der teuren Orte liegt in unserem Land: Spitzenreiter ist St. Moritz mit 435 Euro (522 Franken), was dem Nobelkurort den drittletzten Rang einbringt. Würde die Schweizerische Nationalbank nicht die Untergrenze zum Euro verteidigen, stünde die Schweiz noch schlechter und läge weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Teure Hotels in Frankreich

Die rote Laterne geht an die französischen Orte Méribel (441 Euro), dicht gefolgt von Courchevel (440 Euro). Richtig teuer sind in Frankreichs Topdestinationen die Hotels; sie kosten rund dreimal so viel wie im deutschen Berchtesgaden oder Garmisch-Partenkirchen.

Betrachtet man die Kategorien getrennt, kommt die Schweiz schlecht weg. Den teuersten Skipass gibts in Zermatt (62 Euro/75 Franken), den teuersten Skiverleih in Klosters (52 Euro), das teuerste Essen am Pistenrand in St. Moritz (35 Euro). Und wie ist es beim Bier? Dort liegt mit 5.54 Euro Saas-Fee an der Spitze. Im Skigebiet Ordina Arcalis in Andorra – der in punkto Bier günstigsten Destination – kostet der Gerstensaft lediglich 1.50 Euro.

Teuer und günstig im Vergleich

(Quelle: Tripindex Ski 2012/13)

So wurde gerechnet:

Die Hotelkosten spiegeln die durchschnittlichen Kosten für ein auf TripAdvisor gelistete Unterkunft in einem Radius von acht Kilometern wider. Bei den Mieten wurde der Durchschnittspreis für ein Basis-Ski-Paket verglichen. Die Preise für Verpflegung stellen die durchschnittlichen Kosten für ein Burger-Pommes-Menu bei drei lokalen Restaurants/Berghütten dar. Die Bier-Preise errechnen sich aus dem durchschnittlichen Flaschenpreis für ein regionales Bier.

Die Hotelpreise wurden für den Zeitraum vom 15. Dezember 2012 bis 15. April 2013 ermittelt. Der Rest der Preise erhob TripAdvisor im Zeitraum vom Oktober bis November 2012 und rechnete sie am 13. November 2012 in Euro um.

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