Mehrere Milliarden Pfund: So viel kostet das Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II.

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Mehrere Milliarden PfundSo viel kostet das Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II.

Die Beisetzung von Königin Elizabeth II. war ein Jahrhundert-Ereignis. Doch dafür und für die bevorstehende Krönung von King Charles III müssen die britischen Steuerzahler tief in die Tasche greifen.

von
Katrin Ofner
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Königin Elizabeth II. prägte in 70 Jahren auf dem Thron eine Ära. Die meisten Britinnen und Briten lernten in ihrer Lebenszeit kein anderes Staatsoberhaupt kennen. Nun hat die Welt endgültig Abschied von ihr genommen.

Königin Elizabeth II. prägte in 70 Jahren auf dem Thron eine Ära. Die meisten Britinnen und Briten lernten in ihrer Lebenszeit kein anderes Staatsoberhaupt kennen. Nun hat die Welt endgültig Abschied von ihr genommen.

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An dem Staatsbegräbnis am Montag nahmen Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger aus aller Welt teil. Menschenmassen versammelten sich auf den Strassen der Hauptstadt London, um einer Monarchin die letzte Ehre zu erweisen.

An dem Staatsbegräbnis am Montag nahmen Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger aus aller Welt teil. Menschenmassen versammelten sich auf den Strassen der Hauptstadt London, um einer Monarchin die letzte Ehre zu erweisen.

AFP
Zu Mittag gab es zwei Prozessionen durch London. Anschliessend gab es eine Prozession in Windsor, bevor der Sarg am frühen Abend die St.-Georges-Kapelle erreichte, wo er nach einem Gottesdienst in die königliche Gruft herabgelassen wurde. 

Zu Mittag gab es zwei Prozessionen durch London. Anschliessend gab es eine Prozession in Windsor, bevor der Sarg am frühen Abend die St.-Georges-Kapelle erreichte, wo er nach einem Gottesdienst in die königliche Gruft herabgelassen wurde. 

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Darum gehts

  • Am Montag fand Queen Elizabeth nach einer zehntägigen Staatstrauer und mehreren Prozessionen durchs Land ihre letzte Ruhestätte auf Schloss Windsor.

  • Doch wer kommt für die Kosten des Staatsbegräbnisses von angeblich sechs Milliarden Pfund auf?

  • Tatsächlich die britischen Steuerzahler und Steuerzahlerinnen. Sie müssen sowohl die Beerdigung, als auch die bevorstehende Krönungszeremonie von König Charles III. berappen. 

2000 Staats- und Regierungschefinnen und -chefs, sowie international gekrönte Häupter, 10’000 Beamte im Einsatz und ein unfassbarer logistischer Aufwand: Die Beisetzung von Königin Elizabeth II. am Montag war ein Jahrhundertereignis. Wie viel kostete das öffentlich finanzierte Staatsbegräbnis der Monarchin, welches das erste in Grossbritannien war, seit Winston Churchill im Januar 1965 beerdigt wurde? Weder die Königsfamilie noch die britische Regierung haben sich bislang dazu geäussert. Man werde die genauen Kosten «zu gegebener Zeit» bekannt geben, heisst es lediglich. Doch britische Zeitungen haben bereits nachgerechnet.

So schreibt der «Evening Standard», dass die Beisetzung, die Feiertage und die Krönungszeremonie von König Charles III. im kommenden Jahr die britischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler voraussichtlich mehrere Milliarden Pfund kosten werde. Konkreter wird «The Economist Times». Das Wirtschaftsblatt schätzt die Kosten sogar auf sechs Milliarden Pfund (6,6 Milliarden Franken).  

Polizeiaufgebot, Überführungen, Prozessionen

Nicht verwunderlich, war es mit der Anzahl an Polizisten, Geheimdiensten, Scharfschützen auf den Dächern sowie Anti-Terror-Einheiten die wohl grösste Sicherheitsoperation, die London je erlebt hat. Gemäss der «New York Times» soll dieser Aspekt allein um die acht Millionen Pfund (8,8 Millionen Franken) gekostet haben. Hinzu kommen noch die Kosten für die tagelange Totenwache und die damit einhergehenden Sicherheitsvorkehrungen der 24-Stunden-Überwachung in der Westminster Hall und St. Giles’ Cathedral, die kilometerlangen Prozessionen, die ebenfalls entsprechende Sicherheitsvorkehrungen benötigten, die Überführung des Sarges von Schottland in die britische Hauptstadt, unzählige Autokolonnen und Helikopterflüge für die geladenen Gäste.

Auch bei Charles Krönungszeremonie, die höchstwahrscheinlich 2023 in der Westminster Abbey stattfinden wird, kann man davon ausgehen, dass das Polizeiaufgebot aufgrund Millionen von Besucherinnen und Besuchern in London, einer Prozession durch die Stadt und hochkarätigen Gästen aus der ganzen Welt erneut enorm sein wird.  

Würde es dich stören, wenn du für die britische Königsfamilie zahlen müsstest?

Dianas Beerdigung kostete lediglich zwischen drei und fünf Millionen Pfund

Die Beisetzung von Queen Mum im Jahr 2002 war dazu vergleichsweise ein Schnäppchen. Wie die «New York Times» weiter schreibt, schätzt man die Kosten für die öffentliche Aufbahrung (Lying-in-State) der Mutter von Königin Elizabeth II. auf über 950’000 US-Dollar (918’000 Franken) und für die damals benötigten Sicherheitsmassnahmen insgesamt fünf Millionen US-Dollar (4,8 Millionen Franken).

Auch die Beerdigung von Lady Diana im Jahr 1997, deren Begräbnis im königlichen Zeremoniell ablief, hatte lediglich zwischen drei und fünf Millionen Pfund (3,3 bis 5,5 Millionen Franken) gekostet. Da Prinz Philips Beisetzung wegen der Corona-Pandemie kleiner ausfiel, waren auch die Kosten dafür geringer.

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