Philadelphia: So viel mehr als Rocky und Streichkäse

Aktualisiert

PhiladelphiaSo viel mehr als Rocky und Streichkäse

Philadelphia verbinden viele mit Rocky oder einem Brotaufstrich. Plädoyer für eine Stadt, die mehr ist als die schüchterne kleine Schwester von New York.

von
Monika Rufener

Die zweitgrösste Stadt der US-Ostküste hat ein Imageproblem: Philadelphia gilt gemeinhin als Transitstadt, als Ausgangspunkt für Reisen in andere US-Städte. Zudem hat es die zweitgrösste Stadt der Ostküste nicht einfach, neben ihrer grossen und glänzenden Schwester New York zu bestehen. Obwohl die Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern gerade einmal zwei Autostunden von N.Y. entfernt ist, verschlägt es kaum einen Tourist auch nur für einen Tagesausflug an die Grossstadt am Delaware River.

Natürlich kann sich Philadelphia nicht mit der Weltmetropole New York messen, oder anders ausgedrückt: Man kann Big Apple nicht mit Birnen vergleichen. Dies soll nun auch nicht wertend sein – die Städte sind einfach zu verschieden. Wenn man es trotzdem auf einen Vergleich anlegt, sprechen folgende Argumente für die grösste Stadt von Pennsylvania: Philadelphia ist um einiges günstiger, historischer und im Gegensatz zu N.Y. sind fast alle Sehenswürdigkeiten mit einem gemütlichen Spaziergang einfach erreichbar.

«The Streets» – oder eher «The Neighborhoods of Philadelphia»

Obwohl Philadelphia die fünftgrösste Stadt der USA ist, kann man sich innerhalb kürzester Zeit ziemlich gut orientieren. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich Philly im Grossen und Ganzen in fünf Ortsteile unterteilen lässt: Da wäre zum einen der Ritterhouse Square District mit seinen vielfältigen Shoppingmöglichkeiten, der Parkway Museums District, wo unter anderem das imposante Philadelphia Museum of Art und die damit untrennbaren Rocky Steps angesiedelt sind. Im Convention Center District gilt es, Chinatown zu entdecken, im Washington Square District die vielen Parkanlagen und der Beginn der szenigen Southstreet sowie – last but not least – Old City mit der Liberty Bell und der Independence Hall.

Video: Bruce Springsteen lieferte mit dem Song «Streets of Philadelphia» den Soundtrack zum Film «Philadelphia» mit Tom Hanks und Denzel Washington. Das Lied wurde mit einem Oscar, vier Grammys und einem MTV Video Music Award ausgezeichnet. Im Videoclip dazu flaniert Springsteen unter anderem durch den Rittenhouse Park, dem Delaware River entlang, wo im Hintergrund die Benjamin Franklin Bridge zu sehen ist.

(Quelle: Youtube/BruceSpringsteenVEVO)

Der Stadtteil Old City ist eng mit einem der vielen Spitznamen für Philadelphia verbunden: Philly wird unter anderem «The Birthplace of America» genannt. Wie der Name schon sagt, gilt die Stadt in Pennsylvania als Wiege der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Alte und historische Schauplätze sind in den meisten US-Städte eher Mangelware. Im Gegensatz dazu ist Philadelphia geradezu ein Ballungszentrum an geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten.

In der Independence Hall wurde am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung der USA ratifiziert. Wenige Gehminuten entfernt befindet sich zudem das Liberty Bell Center, in dem man das Symbol überhaupt der US-amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, die Liberty Bell, von Nahem betrachten kann. Auch ein Besuch im National Constitution Center ist zu empfehlen. In dieser sehr patriotisch gefärbten Ausstellung wird mit viel Show und kurzweiligen Ausstellungen auch historisch weniger Interessierten Personen die Geschichte der USA nähergebracht.

Von New York nach Philadelphia

Zurzeit existiert keine Direktverbindung ab der Schweiz nach Philadelphia. Es bestehen jedoch gute Umsteigeverbindungen über andere US-Flughäfen oder London. Von New York aus gibt es zahlreiche und günstige Zug- und Busverbindungen nach Philadelphia. Die Fahrt dauert je nach Angebot zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Weitere Infos:

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