Mega-Jackpot: So viel nimmt der Staat dem Lotto-Gewinner weg

Aktualisiert

Mega-JackpotSo viel nimmt der Staat dem Lotto-Gewinner weg

36 Millionen Franken: Diesen Gewinn könnte ein Glücklicher am Mittwochabend sein Eigen nennen. Vom vielen Geld müsste er aber je nach Kanton über 15 Millionen dem Steuervogt abliefern.

von
Sandro Spaeth

Plötzlich Millionär, Multimillionär: Am Mittwochabend könnte ein Spieler im Schweizer Zahlenlotto den grossen Jackpot knacken und die Rekordsumme von 36 Millionen Franken einheimsen. Seit 38 Runden hat niemand mehr alle Zahlen richtig getippt. Swisslos-Sprecher Willy Mesmer vermutet im Gespräch mit 20 Minuten, dass heute etwa dreimal mehr Scheine ausgefüllt werden als an einem normalen Tag, total über 500'000 Stück.

Auch bei sechs Richtigen und der korrekten Glückszahl würden an den Gewinner aber nicht 36 Millionen Franken ausgeschüttet - sondern maximal 23,4 Millionen. Der Grund dafür ist die Verrechnungssteuer von 35 Prozent, welche Swisslos bei Gewinnen über 1000 Franken abzwackt. Sie funktioniert als eine Art Sicherungssteuer, weil Lottogewinne als Einkommen versteuert werden müssen.

12,6 Millionen Franken Verrechnungssteuern würden an die Eidgenössische Steuerverwaltung nach Bern überwiesen - doch behalten kann Bern den Betrag nicht. Das Geld wird später an die Steuerbehörde im Wohnkanton des Gewinners überwiesen. Sie berechnet nach Eingang der Steuererklärung, ob der neue Lotto-Millionär noch Geld nachzahlen muss oder Geld zurückerhält.

Liestaler zahlt doppelt so viel wie Zuger

Je nach Wohnort kann der effektiv an die Steuervögte abzuliefernde Betrag höchst unterschiedlich ausfallen. Glücklich schätzen können sich Lottogewinner aus den als Steuerparadiesen bekannten Kantonen Zug und Schwyz. Tiefer in die Tasche greifen müssten hingegen Lotto-Millionäre aus den Kantonen Zürich und Basellandschaft, wie eine Berechnung des VZ Vermögenszentrums für 20 Minuten ergeben hat. Berücksichtigt werden 19 Deutschschweizer Kantone (siehe Tabelle).

Ein verheirateter, konfessionsloser Zuger müsste vom Gewinn von 36 Millionen lediglich 8,2 Millionen Franken an den Steuervogt abliefern, ihm würden 27,8 Millionen bleiben. Ein Schwyzer könne 26,5 Millionen behalten. Ganz anders sieht es in den Kantonen Baselland und Zürich aus. Bei einer Person mit Wohnort Liestal würden Bund, Kanton und Gemeinde total 15,2 Millionen abzwacken, bei jemandem aus Zürich 14,3 Millionen.

Spezielle Regeln bei Lottogewinn kennt der oft als Steuerhölle verschriene Kanton Bern. Trotz eigentlichem Maximalsteuersatz von etwas über 41 Prozent muss ein Berner Lottogewinner höchstens 32,5 Prozent des Gewinns an Bund, Kanton und Gemeinde abliefern, wie die Berner Behörden auf ihrer Website schreiben. Dem Gewinner aus Bern blieben also mindestens 24,3 Millionen.

Umzug kann sich lohnen

Den Lottogewinn abzuräumen und umzuziehen ist legal. Als Stichtag für die Steuerverwaltung gilt der 31. Dezember, wie ein Steuerexperte des VZ Vermögenszentrums bestätigt. «Wir machen die Gewinner auf die Möglichkeit des Umzugs aufmerksam», sagt auch Swisslos-Sprecher Mesmer, der alle Gewinner ab einer Summe von einer halben Million persönlich kontaktiert. Leute, die aus steuertechnischen Gründen umzögen, seien klar in der Minderheit.

Der höchste jemals bei Swiss Lotto ausbezahlte Gewinn stammt vom letzten Herbst. Damals gewann jemand aus der Nordwestschweiz 34,5 Millionen Franken. «Diese Person ist nicht umgezogen, um Steuern zu sparen», so Mesmer.

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