25.08.2020 10:11

AusbaufähigSo viel Potenzial hat Solarenergie in der Schweiz

Bis zu 40-mal mehr Strom aus Solarenergie: Die vermehrte Nutzung der Kraft der Sonne ist eine der einfachsten Klimaschutzmassnahmen.

von
Stephanie Sigrist
Das Bundesamt für Energie schätzt das Produktionspotenzial auf Schweizer Dächern und Fassaden auf 67 Terawattstunden pro Jahr. 

Das Bundesamt für Energie schätzt das Produktionspotenzial auf Schweizer Dächern und Fassaden auf 67 Terawattstunden pro Jahr.

FREI

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 hat sich die Schweiz auf den Weg in eine Energiezukunft gemacht, in der Energie effizienter genutzt und nachhaltiger sowie unabhängiger vom Ausland produziert wird. Bis 2035 soll der durchschnittliche Energieverbrauch in der Schweiz pro Person gegenüber dem Basisjahr 2000 um 43 Prozent gesenkt werden, während gleichzeitig die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien wie Solarenergie, Windkraft, Biomasse und Erdwärme auf 14,5 Terawattstunden gesteigert werden soll. Bis 2050 ist das Ziel, aus den sogenannt neuen erneuerbaren Energien gar 24 Terawattstunden Elektrizität zu produzieren. Mit den Bemühungen im Klimaschutz und der Dekarbonisierung gewinnt der Stromsektor an Bedeutung. Das heisst, dass mit einem Verzicht auf fossile Energien wie Erdöl – beispielsweise in den Bereichen Verkehr und Gebäude – der Strombedarf steigt. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist die einfachste aller Klimaschutzmassnahmen. Denn die Sonne ist eine unerschöpfliche Energiequelle und Solarenergie – wie alle erneuerbaren Energieformen – deutlich umwelt- und klimaschonender als fossile Brennstoffe.

Rund 60 Prozent der schweizweit verbrauchten Elektrizität stammen heute aus erneuerbaren Energien. Dies ist hauptsächlich der Wasserkraft zu verdanken. Neue erneuerbare Energien haben bloss einen marginalen Anteil an der inländischen Stromproduktion. Gerade die Solarenergie hätte in der Schweiz jedoch grosses Ausbaupotenzial: Die jährliche Sonneneinstrahlung variiert hierzulande je nach Standort zwischen 1050 und 1550 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Auf die gesamte Fläche der Schweiz mit ihren 41’285 Quadratkilometern trifft etwa 200-mal mehr Sonneneinstrahlung, als im gesamten Land Energie verbraucht wird. Die Verbreitung der Fotovoltaik hängt allerdings nur bedingt von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab. Zu den Ländern mit der höchsten Nutzung in Europa gehören sowohl südliche Länder wie Griechenland, Malta und Italien als auch Deutschland und Belgien. Das Bundesamt für Energie schätzt das Produktionspotenzial auf Schweizer Dächern und Fassaden auf 67 Terawattstunden pro Jahr. Dies bedeutet, dass eine 40-mal höhere Solarstromproduktion als heute möglich wäre.

14000 neue Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren

Eine dieses Jahr veröffentlichte Studie der ZHAW Wädenswil zum Ausbau der Produktion von Strom aus Fotovoltaik zeigte auf, wie viele neue Arbeitsplätze in der Schweiz durch die vermehrte Nutzung der Fotovoltaik kreiert werden können. Innerhalb von zwei Jahren könnten 7000, innerhalb von fünf Jahren 14’000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. «Wenn wir die am einfachsten nutzbaren Flächen mit Solaranlagen bestücken, ergibt sich ein Bedarf von rund 14’000 zusätzlichen Arbeitsplätzen», schrieb Jürg Rohrer, Studienautor und Leiter der Forschungsgruppe Erneuerbare Energien an der ZHAW. Das Arbeitspotenzial ist gemäss der ZHAW-Studie in kurzer Zeit realisierbar. 12’000 neue Stellen entstünden allein in der Montage, wo die wichtigsten Grundlagen mit einer kurzen Anlehre von wenigen Tagen oder Wochen erlernt werden könnten. Weitere rund 2000 Stellen betreffen Fachplaner, wofür je nach Vorbildung eine etwa halbjährige Weiterbildung nötig ist. Nach 2040 gewinnt laut dem Studienautor auch der Ersatz älterer Fotovoltaikanlagen zunehmend an Bedeutung, sodass sich die Anzahl Arbeitsplätze in der Fotovoltaikbranche auf wesentlich höherem Niveau als heute einpendeln werde.

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109 Kommentare
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BigBen

26.08.2020, 19:49

Hört doch auf Solaranlagen in den Himmel zu heben bei 2 Rappen Vergütung für den Strom. Verkaufe eine mit rund 60'000kWh gür 160'000 Franken wer will sie haben? um dieses investierte Kapital zu Refinanzieren müsste sie mindeszens 70 Jahre ohne Unterhalt funktionieren! Warum sind all die Linken und Hrünen die mehr Solarstrom fordern nicht bereit einen angemessenen Preis von 20 Rappenfür den Solarstrom, plus Netzabgaben zu bezahlen? Solarstrom gibt es nicht grstis wie all die Ökofundis meinen, dafür braucht es hohe Investitionen die diese Ökofundis auch bezahlen sollen!

samu

26.08.2020, 17:27

Warum werden die Folgen der Photovoltaik nich publiziert. Nach ableben der Zellen haben wir Sondermüll ohne ende, der gleich wie AKW Müll zu entsorgen und lagern ist. Nur viel mehr als aus drei bis fünf AKW. Was ist da bloss besser und Haften die Betreiber dafür.

Sonnendach

26.08.2020, 17:26

Hatte ein Haus, dessen eine Dachhälfte voll in Richtung Süd-West lag, sodass man auf solchen Dächern, die den ganzen Tag von der Sonne beschienen werden, Solarpanele einbauen kann. Da könnte man sicher für's Bad/Dusche evtl. noch mehr Strom generieren. Je mehr private Hausbesitzer auf Sonnenenergie auf den Dächern ihrer Häuser setzen, je weniger grosse Kraftwerke braucht es. Kann mir auch vorstellen, dass die Schweiz dann auch weniger Strom importieren muss. Es wurde schon mal ein Versuch für mehr Sonnenpanelen auf Hausdächern gestartet und dabei noch mit Subventionierten dafür geworben. Damals war das Argument, dass diese Panele auf den Dächern hässlich aussehen. Es gibt inzwischen Solarenergie für Hausdächer, die man kaum mehr als solch hässliche Platten erkennen kann. Also, ist dieses Argument nicht mehr allein ausschlaggebend.