Comparis: ÖV, Taxis und Fliegen werden teuerer

Publiziert

InflationSo viel teurer sind Alltagsgüter geworden

Der Konsumentenpreisindex Comparis misst, wo die Inflation am stärksten ausfällt, und zeigt, wer die gestiegenen Preise am meisten zu spüren bekommt.

von
Shanice Bösiger
1 / 3
Laut Comparis.ch belastet die Teuerung die Portemonnaies der Schweizerinnen und Schweizer in ihrem täglichen Leben. Zum Beispiel stiegen die Preise beim Einkaufen von Alltagsgütern und bei der Mobilität überdurchschnittlich.

Laut Comparis.ch belastet die Teuerung die Portemonnaies der Schweizerinnen und Schweizer in ihrem täglichen Leben. Zum Beispiel stiegen die Preise beim Einkaufen von Alltagsgütern und bei der Mobilität überdurchschnittlich.

IMAGO/Eibner
Die höchste Teuerung erlebten in den letzten zwölf Monaten Paare ab 65 Jahren ohne Kinder.

Die höchste Teuerung erlebten in den letzten zwölf Monaten Paare ab 65 Jahren ohne Kinder.

IMAGO/imagebroker
Im 4. Quartal 2022 ist im Vergleich mit dem Vorjahresquartal besonders die Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) teurer geworden. Diese Teuerung wird wohl auch noch im 2023 spürbar sein.

Im 4. Quartal 2022 ist im Vergleich mit dem Vorjahresquartal besonders die Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) teurer geworden. Diese Teuerung wird wohl auch noch im 2023 spürbar sein.

IMAGO/Panama Pictures

Darum gehts

  • Die gefühlte Inflation ist in der Schweiz im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 Prozent gestiegen.

  • Die Preise beim Einkaufen von Alltagsgütern und bei der Mobilität steigen überdurchschnittlich.

  • Die Energiekosten sind gar um 53,5 Prozent nach oben geschnellt.

Vom November zum Dezember 2022 sind «Güter und Dienstleistungen des alltäglichen Gebrauchs» um satte 2,9 Prozent teurer geworden. Dies zeigt ein Konsumentenpreisindex, den der Vergleichsdienst Comparis in Zusammenarbeit mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH publiziert hat. Dieser betrachtet ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern, inflationsdämpfende Faktoren wie Mieten und dauerhafte Güter klammert der Index aus.

Die durchschnittliche Jahresteuerung 2022 lag gemäss dem Comparis-Konsumentenpreisindex bei 3,5 Prozent – und damit deutlich höher als die Jahresteuerung des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). «Die Teuerung belastet die Portemonnaies der Schweizerinnen und Schweizer in ihrem täglichen Leben. Zum Beispiel stiegen die Preise beim Einkaufen von Alltagsgütern und bei der Mobilität überdurchschnittlich», sagt Comparis-Finanzexperte Kuhn.

Hohe Jahresteuerung

Die Differenz zwischen dem Comparis-Konsumentenpreisindex und dem LIK sei in der ersten
Hälfte des Jahres besonders gross gewesen, danach hätten sich die beiden Indizes wieder etwas angeglichen. «Nach einem starken Preisanstieg für Alltagsgüter, wie zum Beispiel Treibstoff und Heizenergie, stiegen in den letzten Monaten 2022 auch die Preise für langfristige Güter wie Wohnen an», erklärt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. Die höhere durchschnittliche Jahresteuerung bilde aber das tatsächliche Erleben der Konsumentinnen und Konsumenten beim täglichen Einkauf besser ab.

Höchste Teuerung bei kinderlosen Paaren ab 65 Jahren

Die höchste Teuerung erlebten in den letzten zwölf Monaten demnach Paare ab 65 Jahren ohne Kinder. Sie fühlen aktuell eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings wurde für sie das Leben im Dezember – verglichen mit dem Vormonat – mit einem Minus von 0,3 Prozent günstiger. Nach Haushaltstyp betrachtet, spüren Einelternhaushalte prozentual am wenigsten. 

Stärkste Inflation bei den Gutverdienenden

Betrachtet man das Einkommen, hat sich das Leben im vergangenen Jahr für die höchste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Konsumentenpreisindex ist für diese Klasse um 3,0 Prozent gestiegen. Am schwächsten von der Teuerung betroffen war die mittlere bis hohe Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 2,8 Prozent gestiegen. 

Hohe Energiepreise halten an

Im vierten Quartal 2022 sind im Vergleich mit dem Vorjahresquartal besonders die Preise für Energie zum Heizen mit 53,5 Prozent deutlich angestiegen. «Daran wird sich kurzfristig kaum etwas ändern. Während die Heizölpreise sich auf einem höheren Niveau einpendeln dürften, bleiben die Kosten für Gas vorerst veränderlich. Mit massiven Preisrückgängen ist bei der Heizenergie vorerst nicht zu rechnen», so Kuhn. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

144 Kommentare