Aktualisiert 25.03.2019 11:12

Lohnbuch 2019

So viel verdienen Schweizer Lehrlinge

Eine Lehre als Koch ist verhältnismässig gut bezahlt. Und wie sieht es als Informatiker oder Coiffeur aus? Das neuste Lohnbuch gibt Auskunft.

von
Dominic Benz
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Das sind die gesamtschweizerisch empfohlenen Löhne für Lernende auf dem Weg zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ), in Franken und pro Monat:Automobil-Mechatroniker/Mechatronikerin1. Lehrjahr: 7002. Lehrjahr: 8503. Lehrjahr: 11504. Lehrjahr: 1450

Das sind die gesamtschweizerisch empfohlenen Löhne für Lernende auf dem Weg zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ), in Franken und pro Monat:Automobil-Mechatroniker/Mechatronikerin1. Lehrjahr: 7002. Lehrjahr: 8503. Lehrjahr: 11504. Lehrjahr: 1450

Alexandra wey
Bäcker1. Lehrjahr: 8002. Lehrjahr: 9003. Lehrjahr: 1100

Bäcker1. Lehrjahr: 8002. Lehrjahr: 9003. Lehrjahr: 1100

Keystone/Gaetan Bally
Coiffeuse1. Lehrjahr: 500-7002. Lehrjahr: 600-8003. Lehrjahr: 700-1000

Coiffeuse1. Lehrjahr: 500-7002. Lehrjahr: 600-8003. Lehrjahr: 700-1000

Keystone/Peter Klaunzer

Wer eine Lehre absolviert, will auch anständig verdienen. Doch wie viel Lohn gibt es denn als Lehrling in den einzelnen Branchen? Die Antwort liefert jedes Jahr das Lohnbuch Schweiz. Der mehrere Hundert Seiten schwere Wälzer, der von der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich herausgegeben wird, gibt auch Aufschluss über Mindestlöhne beziehungsweise ortsübliche Löhne von Tausenden Berufen in der Schweiz.

Das Lohnbuch nennt zudem die gesamtschweizerisch empfohlenen Löhne von Lehrlingen in den einzelnen Lehrjahren. Dabei fallen die Löhne im Branchenvergleich sehr unterschiedlich aus. So verdient etwa ein Jugendlicher, der das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Zahntechniker erlangen möchte, mit 500 Franken pro Monat im ersten Lehrjahr verhältnismässig wenig. Zum Vergleich: Ein Kochlehrling erhält auf gleicher Stufe bereits eine empfohlenen Lohn von 1020 Franken (siehe Bildergalerie oben).

Grosser Lohnsprung in der Zimmermann-Lehre

Grosse Unterschiede gibt es auch bei den Lohnsprüngen zwischen den Lehrjahren. So verdient der Zahntechniker-Lehrling im 2. Lehrjahr nur 100 Franken mehr. Bis zum Abschluss im 4. Lehrjahr geht es in Sprüngen von 200 Franken vorwärts. Anders sieht es in der Zimmermann-Lehre aus: Der erste Lohnsprung besteht bereits aus 230 Franken, danach kommen jährlich fast 400 Franken dazu.

Wie viel die Lehrlinge verdienen, sehen Sie in der Bildergalerie oben

Das Lohnbuch hält aber fest, dass die Höhe des Lohns nicht alles ist. «Aktuelle Studien zeigen, dass Faktoren wie Status und Einkommen für Jugendliche und junge Erwachsene immer weiter in den Hintergrund rücken», so der Begleittext. Wichtiger seien die Freude am Arbeitsinhalt, ein flexibles und spannendes Umfeld, eine ausgewogene Work-Life-Balance sowie ein guter Zusammenhalt im Team.

«Eine Weiterbildung ins Blaue bringt nicht viel»

Dennoch: Wer mit seinem Lohn etwa nach der Lehre als Berufseinsteiger nicht zufrieden ist, kann sein Gehalt versuchen aufzubessern. Das gelingt etwa mit der richtigen Lohnverhandlung. «Man muss wissen, welches die branchenüblichen Löhne sind», sagt Nicole Cornu, Verantwortliche für Bildungspolitik und Jugendberatung beim KV.

Auch wer die Karriereleiter hochsteigt, kann mit mehr Lohn rechnen. Dafür sollte man mehr Verantwortung übernehmen und sich spezialisieren. «Halten Sie Ausschau nach internen Projekten, denen sie sich anschliessen können», gibt Cornu als Tipp. Auch eine Weiterbildung ist ratsam. Doch diese sollte bewusst wählen. Denn Cornu empfiehlt, sich nur dort weiterzubilden, wo man das Gelernte auch in der Praxis anwenden kann. «Eine Weiterbildung ins Blaue bringt nicht viel», erklärt Cornu.

«Erst mit Weiterbildungen schliesst sich die Lohn-Schere»

Herr Casty*, warum gibt es so grosse Lohn-Unterschiede?

Die Berufsverbände setzen wesentlich die Rahmenbedingungen für die Löhne der Lehrlinge fest. Zudem gestaltet sich der Lohn auf der Basis von Angebot und Nachfrage: Ein Koch ist etwa viel schwieriger zu besetzen als ein Automechaniker.

Wenn man in der Lehre besser verdient, gehört man dann nachher zu den Besserverdienern?

Nach der Lehre bleiben Lohn-Unterschiede meist bestehen: Der Maurer wird weiter besser verdienen als der Verkäufer. Erst mit einer Weiterbildung, Führungsfunktion oder Spezialisierung schliesst sich diese Schere.

Soll man bei der Wahl der Lehre auf den Lohn schauen?

Bei der Wahl sollte klar das eigene Interesse im Vordergrund stehen. Wenn man einen Lehre wählt, die einem Freude macht, wird man später im Beruf tendenziell mehr Erfolg haben.

*Urs Casty ist Gründer und Chef der Lehrstellenplattform Yousty.ch

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