Aktualisiert 09.10.2012 13:43

Gesellschaftlicher WandelSo viele Atheisten in den USA wie noch nie

Glaube verliert in den USA an Bedeutung. Jeder Fünfte gehört keiner Religion an. Und zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht protestantisch.

Protestanten stellen erstmals in der Geschichte der USA nicht mehr die Bevölkerungsmehrheit. Zudem fühlt sich in den traditionell religiös eingestellten USA mittlerweile bereits jeder fünfte Bürger als religionslos.

Dies geht wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Forschungszentrums Pew hervor. Demnach bezeichnen sich nur noch 48 Prozent der Erwachsenen als Protestanten.

Der Trend hält an

Der Anteil derer, die keiner Religion angehören, sei in den vergangenen fünf Jahren von 15 auf 20 Prozent gewachsen. Diese Bevölkerungsgruppe stimmt Pew zufolge üblicherweise mit grosser Mehrheit für die Demokraten und vertritt liberale Positionen wie das Recht zur Abtreibung und zu Ehen zwischen Homosexuellen.

Der Umbruch in Glaubensfragen ist auch daran abzulesen, dass derzeit kein protestantischer Richter mehr am Verfassungsgericht wirkt und die Republikaner erstmals keinen Protestanten in das Rennen um das Präsidentenamt schicken. Pew erwartet ein Anhalten des Trends.

In grossen Teilen der USA sei es im Gegensatz zu früher mittlerweile akzeptiert, sich nicht religiös zu betätigen. «Junge Erwachsene werden heute viel eher religiös ungebunden als das bei früheren Generationen in gleichen Lebensphasen der Fall war», heisst es in der Studie.

Von den Erwachsenen unter 30 Jahren stufte sich jeder Dritte als religionslos ein, bei den über 65-Jährigen waren es nur neun Prozent. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.