Illegale Partys: So viele Corona-Bussen wurden bisher verteilt
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Illegale PartysSo viele Corona-Bussen wurden bisher verteilt

Seit zehn Tagen können Polizisten Corona-Ordnungsbussen verteilen. 20 Minuten hat sich erkundigt, wie viele bereits ausgestellt wurden – und welche Kantone die Zahlen unter Verschluss halten.

von
Céline Krapf
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Ab Montag können die Polizeikorps Strafzettel verteilen, wenn sie Verstösse gegen die Corona-Regeln feststellen. 

Ab Montag können die Polizeikorps Strafzettel verteilen, wenn sie Verstösse gegen die Corona-Regeln feststellen.

police cantonale vaudoise
Das hat der Bundesrat am vergangenen Mittwoch entschieden. 

Das hat der Bundesrat am vergangenen Mittwoch entschieden.

20min/Taddeo Cerletti
Maskenverweigerern im ÖV droht neu eine Busse von 100 Franken. 

Maskenverweigerern im ÖV droht neu eine Busse von 100 Franken.

20min/Marvin Ancian

Darum gehts

  • Seit 1. Februar kann die Polizei bei Verstössen gegen die Corona-Regeln Strafzettel verteilen.

  • Am meisten Bussen werden wegen der Teilnahme an illegalen Veranstaltungen und der Versammlung von Menschengruppen verteilt.

  • Die Zentralschweizer Kantone zeigen sich bedeckt bei der Herausgabe der Zahlen.

Corona-Verstösse können seit zehn Tagen von der Polizei gebüsst werden. Wie kulant diese Bussen vergeben und kategorisiert werden, variiert offenbar je nach Region.

Während die Polizeikorps des Kantons Zürich in der vergangenen Woche rund 100 Ordnungsbussen aufgrund von Widerhandlungen gegen die Covid-19-Verordnung ausgesprochen haben, halten sich die Zentralschweizer Kantone Zug, Luzern und Schwyz sehr bedeckt: Ordnungsbussen im Zusammenhang mit Corona würden nicht kommuniziert. Und auch die Kantonspolizei Solothurn setze auf «Prävention und Aufklärung», nicht auf «Repression», schreibt Mediensprecher Bruno Gribi. Man gebe derzeit keine Bilanz bekannt. Denn: «Grundsätzlich kommunizieren wir in Jahreszahlen.»

Andere Kantone kategorisieren entsprechend der neuen Verordnung die Vergabe der Bussen und kommunizieren ihre Arbeit transparent. So verzeichnete die Kantonspolizei Basel Stadt 60 Ordnungsbussen zwischen dem 1. Februar und letztem Montag – rund die Hälfte davon aufgrund der Teilnahme an einer unzulässigen Veranstaltung, 26 aufgrund einer Menschenansammlung. Die Kantonspolizei Bern verzeichnete im gleichen zeitlichen Rahmen gesamthaft 34 gebüsste Verstösse.

Auch in der Ostschweiz wird gebüsst: Der Kanton Thurgau meldet bis am Mittwoch rund 39 Bussen – auch hier wurde der grösste Teil aufgrund der Teilnahme an einer unzulässigen Privatparty ausgestellt. Die Kantonspolizei St.Gallen kommuniziert auf Ende letzter Woche 24 Bussen, die Stadt 50. Beim Nicht-Tragen einer Maske ist man laut Stapo-Sprecher Roman Kohler kulant – im Gegensatz zu illegalen Partys. Die Stadtpolizei Winterthur zählt knapp 40 Corona-Ordnungsbussen. Diese seien mehrheitlich aufgrund von Versammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum am Wochenende ausgestellt worden, teilt die Polizei mit. Sehr selten seien Interventionen gewesen wegen einer zu grossen Veranstaltung im privaten Rahmen.

Weniger Bussen verteilt wurden im Kanton Freiburg mit 14 Strafzetteln: Es zähle «gesunder Menschenverstand» und dass die Bevölkerung informiert werde – «klare Verstösse und mutwilliges Fehlverhalten wird selbstverständlich gebüsst oder zur Anzeige gebracht», schreibt Mediensprecher Bernard Vonlanthen. In Graubünden wurden bis gestern zwei Bussen verordnet, aufgrund des Nicht-Tragens der Maske. In Basel Land spricht die Kantonspolizei von «vereinzelten» Bussen. Im Kanton Aargau wurde derweil noch keine einzige Busse ausgestellt laut Kantonspolizei: «es blieb bei Verwarnungen».

Wo Zahlen exakt kategorisiert und kommuniziert werden, zeigt sich: Vor allem die Teilnahme an Privatpartys und Versammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum wird gebüsst. Wenig hingegen wird aufgrund einer fehlenden Maske oder der Durchführung einer Privatparty eine Busse ausgestellt

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung

338 Kommentare
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Beni I.

12.02.2021, 23:41

Wie lange dauert das Theater noch? Ueberlebenrate Corona 99.97%, Durchschnittsalter Corona-Tote 86Jahre, in der Schweiz mehr Raucher als Coronatote. STOP.

thewatcher

12.02.2021, 18:23

Bald gibts Social Credit Punkte für Leute, die ihre Nachbarn verpfeifen. Privilegien, oder wie ich sie gerne nenne, Grundrechte nur für Geimpfte waren einst eine Verschwörungstheorie, bald Realität. Wie weit soll das noch gehen? Mit kleinen Schritten kann man die Bevölkerung zu fast allem nötigen, die Geschichtsbücher sind voll mit solchen Szenarien. Hätten wir die Zustände von jetzt vor einem halben Jahr sehen können, wäre es uns kalt den Rücken runter gelaufen. Wer jetzt noch hinter der Krisenbewältigung des Bundesrats steht, ist definitiv Teil des Problems, nicht der Lösung.

NM_real

12.02.2021, 17:08

Die Panikmache der Bundesregierung und Medien muss endlich aufhören! Man sollte sich die Fakten und Zahlen anschauen. Als die britische Variante Ende vergangenen Jahres auftauchte, sahen die Berechnungen noch so aus, als wäre sie signifikant ansteckender. Mittlerweile liegen empirische Daten für Irland, England, Belgien, Dänemark oder auch die Schweiz vor. Trotz verschiedener Lockdown-Szenarien hat sich – bei einem stetigen ansteigenden Varianten-Anteil – die Virusausbreitung nicht beschleunigt. In der Schweiz und in Dänemark, wo die Varianten zunehmen, ist die Kurve linear abfallend. In Irland und England haben sich die Fälle um 80 beziehungsweise 60 Prozent reduziert – also ein dramatischer Abfall bei gleichzeitiger drastischer Zunahme der Variante. Jetzt können wir also entweder die Wirklichkeit anpassen – oder das Modell.