Studie: So viele Drogen brauchen Schweizer im Ausgang
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StudieSo viele Drogen brauchen Schweizer im Ausgang

Erstmals zeigt eine Umfrage, wie hoch der Konsum von Rauschmitteln im Ausgang ist. Besonders beliebt, aber auch besonders gefährlich ist dabei der Drogenmix.

von
dia
Im Ausgang werden oft neben Alkohol noch andere Rauschmittel konsumiert.

Im Ausgang werden oft neben Alkohol noch andere Rauschmittel konsumiert.

Alkohol, Zigaretten, Drogen: Rauschmittel gehören für viele Partygänger am Wochenende einfach dazu. Erstmals zeigt eine Studie, wie viele Drogen durchschnittlich in einer Partynacht konsumiert werden, berichtet die «Schweiz am Sonntag». Das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF befragte zwischen 2011 und 2013 über 2300 Personen im Ausgang und in ambulanten Beratungen.

So raucht ein Kiffer vier Joints in einer Nacht, ein Raucher knapp ein Päckli. Personen, die Alkohol trinken, bestellen sich sieben Drinks. Kokser schnupfen ein Gramm Kokain, auch der Konsum von Amphetamin beträgt ein Gramm. Ein Renner ist auch die Droge Ecstasy. So werfen Partygänger entweder zwei Pillen ein oder schlucken 0,4 Gramm MDMA.

Gefährlicher Drogenmix

Doch oftmals reicht Personen im Ausgang ein Rauschmittel nicht. Zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie mindestens zwei Drogen zu sich nähmen. Tabak wurde in diesem Fall nicht mitgezählt. Ein Drittel konsumiert neben Alkohol auch Cannabis. Rund die Hälfte davon nimmt auch noch Ecstasy dazu. Knapp sechs Prozent konsumieren Alkohol, Cannabis und Kokain. «Drogen zu nehmen, ist immer ein Risiko. Mischkonsum erhöht dieses Risiko», sagte Alexander Bücheli, Co-Autor der Studie, zur «Schweiz am Sonntag».

Dieser Drogenmix könne zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Dehydrierung, Überhitzung oder Angstzuständen führen. Je nachdem könne es gar zu einer lebensgefährlichen Situation kommen, so Autorin Larissa Maier. So geben dann auch 90 Prozent der Partygänger an, kurzfristig Probleme durch den Drogenkonsum gehabt zu haben. Von Panikattacken oder wahnhaften Zuständen berichtet über ein Drittel der Befragten.

Hohe Dunkelziffer

Dass aus der fröhlichen Party schnell eine Tragödie werden kann, zeigen zudem die Zahlen von Tox Info Schweiz. 2013 wurden 40 schwere und eine tödliche Vergiftung gezählt, die auf den Konsum von Drogen und Alkohol zurückzuführen sind. Doch dies dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. «Die Dunkelziffer schätze ich als sehr hoch ein», sagt Hugo Kupferschmidt, der Direktor von Tox Info Suisse.

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