Aktualisiert 30.06.2016 14:29

Ausbildungsplätze in Bern

So viele freie Lehrstellen im Kanton wie noch nie

Im Kanton Bern sind derzeit mehr Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle als im Vorjahr – gleichzeitig gibt es so viele freie Ausbildungsplätze wie noch nie.

von
nc
Freie Lehrstellen gibt es vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie.

Freie Lehrstellen gibt es vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie.

Keystone/AP/Matthias Rietschel

Gut 400 Jugendliche haben derzeit im Kanton Bern noch keine Lehrstelle gefunden. Dies hat eine Umfrage des Kantons unter 9500 Schülern gezeigt, die im Sommer aus der Schule kommen oder ein Brückenangebot beenden. Dies entspricht 5,4 Prozent – im Vorjahr waren es erst 2,6 Prozent gewesen.

Gleichzeitig waren am Stichtag der Umfrage noch 1600 Lehrstellen offen – mehr als je zuvor, wie der Kanton in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Offene Lehrstellen gibt es gemäss dem Lehrstellenportal vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie. «Dass dieses Jahr mehr Jugendliche noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, dürfte nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein, dass die Jugendlichen durch die Lehrkräfte und die Berufsberatung ermutigt werden, sich weiterhin um eine Lehrstelle zu bemühen», schreibt der Kanton.

Flexibilität bei der Berufswahl

Bleibt die Suche trotz aller Anstrengungen erfolglos, klärt die kantonale Triage-Stelle der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren mit den betroffenen Jugendlichen ab, welches kantonale Brückenangebot am meisten Sinn macht und meldet sie direkt für die entsprechende Zwischenlösung an. Damit Jugendliche ohne Lehrstelle auch noch kurzfristig eine Lösung finden, appelliert der Kanton an ihre Flexiblität bei der Berufswahl. Natürlich müsse der Beruf den persönlichen Interessen und Fähigkeiten entsprechen – dennoch lohne es sich, das Suchfeld auszuweiten.

Leicht rückläufig ist die Zahl der Jugendlichen, die den Gymer machen: Es sind knapp 20 Prozent. Langfristig sei der Anteil aber konstant. Weiterhin gesunken ist der Anteil der Jugendlichen, die nach dem 9. Schuljahr ein berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS) einlegen (11 % gegenüber 11,9 % im Vorjahr). Mit 1,1 % praktisch gleich geblieben ist der Anteil der Jugendlichen, die sich für eine Vorlehre entschieden haben.

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