15.05.2019 15:55

Zürichberg

So viele Storchenpaare gabs in Zürich noch nie

Auf dem Zürichberg haben sich 21 Storchenpaare niedergelassen. Ein Weibchen kommt seit Jahren zurück, um zu brüten.

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Der Zoo Zürich will eine gute Adresse sein für Weissstörche.

Der Zoo Zürich will eine gute Adresse sein für Weissstörche.

Robert Zingg
Insgesamt 21 Paare haben sich auf dem Zürichberg niedergelassen.

Insgesamt 21 Paare haben sich auf dem Zürichberg niedergelassen.

Tobias Kramer
Ein Weibchen, das 1990 im Zoo Zürich geschlüpft ist, kommt Jahr für Jahr zurück, um in Zürich zu brüten.

Ein Weibchen, das 1990 im Zoo Zürich geschlüpft ist, kommt Jahr für Jahr zurück, um in Zürich zu brüten.

Enzo Franchini

Seit Jahrzehnten haben sich nicht mehr so viele Storchenpaare auf dem Zürichberg niedergelassen. 21 Horste fliegen sie dieses Jahr im Zoobereich an. Das ist ein neuer Höchstwert für Zürich. Um 1950 brüteten überhaupt keine Störche mehr in der Schweiz.

«Wir wollen eine gute Adresse sein für Störche», sagte Zoo-Kurator Robert Zingg am Mittwoch. Dazu gehöre auch ein gewisser Service. So bietet der Zoo verschiedene Nestunterlagen an. Doch einige der 21 Paare haben sich eigene Plätze gesucht, wie etwa auf einem Baum auf dem Zoogelände oder in einem privaten Garten in der Nachbarschaft.

Im Nest ertrunken

Noch ist aber unklar, wie viele Jungvögel in diesem Jahr auf dem Zürichberg aufwachsen. Die Jungen sind noch klein, und die Nester teils hoch oben und vor Blicken geschützt. Auch das Wetter spielt für den Bruterfolg eine grosse Rolle. Im vergangenen Jahr waren laut Mitteilung des Zoos 40 Tiere ausgeflogen.

Wer die Störche bei ihrem Nestbau unterstützen will, bietet ihnen Äste vom Obstbaumschnitt an. Weil diese krumm und verästelt sind, können die Vögel daraus ein wasserdurchlässiges Nest bauen. Denn wenn die Nestunterlage zu kompakt und dicht ist, kann sich die Nestmulde bei starkem Regen mit Wasser füllen. «So ertranken 1962 zwei Jungvögel in ihrem Nest», sagt Zingg.

Weibchen kehrt Jahr für Jahr zurück

Nach dem Niedergang der Storchenpopulation in der Schweiz schlug ein erstes Wiederansiedlungsprojekt fehl. Doch schliesslich gelang es ab Mitte der 1960er Jahre, die Weissstörche wieder heimisch zu machen. 2018 zählte man 515 Paare mit insgesamt 1096 Jungen. Die Vögel brauchen heute keine direkte Unterstützung mehr. Für ihr längerfristiges Überleben sind sie aber auf den Erhalt von Feuchtgebieten angewiesen.

Ein 1990 im Zoo Zürich geschlüpftes Weibchen kehrte zwei Jahre später nach Zürich zurück, um zu brüten. Auch in diesem Jahr zieht es mit seinem Partner auf dem Zürichberg Junge gross. Woher die übrigen Vögel stammen, lässt sich nicht in allen Fällen nachweisen.

Störche werden beringt

Denn von den 21 Paaren sind 11 Vögel unberingt. 6 Störche sind aus Deutschland zugeflogen, 5 im Zoo Zürich und 3 im Zoo Basel geboren. Die übrigen kommen aus verschiedenen Gemeinden in der Schweiz. Wenn es möglich ist, werden die Jungstörche vor dem Ausfliegen beringt. Dabei hilft Schutz & Rettung Zürich im Rahmen einer Übung mit der langen Drehleiter. Einmal angebracht, verraten die aus der Ferne ablesbaren Ringe die Herkunft der Vögel. (sda)

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